Nach tödlicher Tragöde in Kansas

Zehnjähriger in "Schlitterbahn" geköpft: Gerichtsverfahren eingestellt

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Höchste Wasserrutsche der Welt
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Kansas - 2016 wurde ein zehnjjähriger Junge auf der welthöchsten Wasserrutsche enthauptet. Die Betreiber des Vergnügungsparks waren wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden - jetzt wurde das Verfahren eingestellt. 

Ein furchtbarer Unfall ereignete sich 2016 in der US-Stadt Kansas City. Auf der damals welthöchsten Wasserrutsche" Verrückt" im Vergnügungspark "Schlitterbahn" war ein zehnjähriger Junge ums Leben gekommen. Bei dem Jungen handelte es sich um Caleb S., den Sohn eines Abgeordneten des Parlaments. 

Die Attraktion im Park "Schlitterbahn" stand wegen ihrer Höhe sogar im Guinnes Buch der Rekorde. Mit bis zu 100 Stundenkilometern rasten die Boote die Wasserrutsche hinab - das in dem Caleb saß, hob bei der Fahrt ab und kollidierte mit einem Teil der Wasserrutsche.

Sein Genick wurde dabei gebrochen und sein Hals schwer verletzt.  Augenzeugen berichteten laut der britischen Sun von einer Blutspur, die sich die Rutsche entlang zog. 

Calebs Eltern saßen nicht mit im Boot, doch zwei Frauen, die im selben Floß saßen, wurden ebenfalls schwer verletzt. Vier Monate nach dem Unfall wurde die 51 Meter hohe Wasserrutsche abgerissen. Dies sei die einzig richtige Maßnahme nach der Tragödie, ließ der Betreiber damals verlauten. 

Im Mai 2017 zahlte der Wasserpark der Familie des toten Jungen 20 Millionen Dollar Entschädigung. Bereits vor der Eröffnung der Wasserrutsche hatte es Probleme gegeben. Der tragische Unfall war nicht der erste Vorfall, der auf der Wasserrutsche passierte. Mehrere Unfälle waren im Vorfall passiert, weshalb der Park und frühere Mitarbeiter in mehreren Fällen wegen schwerer Körperverletzung und Kindeswohlgefährdung angeklagt wurden. 

Der "Schlitterbahn"-Chef und sein Park wurden außerdem in Calebs Fall von einer Jury wegen fahrlässiger Tötung 2018 angeklagt. Laut Anklageschrift habe man von den Risiken gewusst, aber die bekannten Mängel nicht behoben. Wegen technischer Probleme wurde schon die erste Fahrt der "Verrückt" um einen Monat verschoben. 

Am Freitag, den 25. Februar, wurde der Prozess nun eingestellt. Wie buzzfeednews.com berichtet, habe ein Richter den Fall fallen gelasse n, da er von irreführenden Beweismitteln, die eine Jury fehlleiten können, "verschmutzt" worden sei. Es sei daher möglich, dass die Juroren, die die Beschuldigten angeklagt hatten, voreingenommen gewesen seien. 

Unter Anderem seien Videoclips einer Reisefernsehshow angeführt worden, die die Gefahren der Rutsche dramatisieren und die Juroren anstacheln sollten. Auch die Zeugenaussage eines Experten, der behauptete, dass die Betreiber die Industiestandards der Amerikanischen Gesellschaft für Tests und Materialien beim Bau von "Verrückt" vernachlässigt haben, sei irreführend. Diese Standards seien nämlich zum Zeitpunkt des Baus gar nicht gesetzlich vorgeschrieben gewesen, so Jeff Morris, der Verteidiger der Angeklagten. 

Der Vorfall sei eine Tragöde, so der Anwalt, aber kein Verbrechen. 

jv

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