Student wehrt sich gegen Strafverfügung

500 Euro Strafe für lauten Furz vor Polizisten: Jetzt spricht der Pupser aus Österreich

Wien - Der Wiener Student, der 500 Euro Strafe für einen lauten Furz zahlen muss, wehrt sich nun gegen die Strafverfügung der Wiener Polizei. Er habe nicht vorsätzlich gefurzt, sondern aufgrund von Verdauungsproblemen. 

UPDATE, 16.40 Uhr: Jetzt spricht der Furzer aus Österreich 

500 Euro für einen lauten Furz - so lautet die Strafe für einen 22-jährigen Studenten, der vor Polizeibeamten "einen lauten Darmwind" entließ. Doch jetzt wehrt sich der Mann gegen die Strafverfügung der Wiener Polizei. Er kündigte bei mehreren österreichischen Zeitungen an, gegen die Anzeige der Polizei vorgehen zu wollen

"Ich möchte Einspruch einlegen, da ich der Meinung bin, dass ein solches 'Vergehen' nicht nur keine 500 Euro Strafe wert sein darf, sondern vielmehr nicht strafbar sein dürfte, da ich auch nicht vorsätzlich diesen besagten 'Darmwind' aus mir entließ", so der Wiener im Gespräch mit heute.at.

Denn der 22-Jährige habe nicht vorsätzlich gefurzt, sondern aufgrund von Verdauungsproblemen. Ein zuvor gegessener "Bohnensterz" seiner Großmutter, ein Pfannengericht aus Bohnen, habe laut ihm für die "biologische Reaktion" gesorgt. Im Gespräch mit oe24.at wunderte sich der Student auch darüber, "dass es ein solches Problem sein könnte, einen Schas zu lassen".

Außerdem habe er die Beamten beim Pupsen auch nicht angesehen und die Darmwinde seien ihm "in einer Entfernung von mehreren Metern" vor den Polizisten entwichen. "Als ich gefurzt hab’, haben die Polizisten sogar gelacht und ­einer hat mir schließlich empfohlen, dass ich jetzt lieber eine frische Unterhose anziehen soll. Niemand hat von einer Strafe geredet. Es war von meiner Seite ganz sicher keine Absicht dabei", sagte der Mann gegenüber der österreichischen Tageszeitung

Der Student sei der Meinung, "dass ich furzen können soll wo immer ich will, wenn ich muss".

Vorbericht: Mann furzt laut vor Polizei - 500 Euro Strafe

Ein kurioser Polizeieinsatz endete in Österreich mit einer saftigen Strafe. Denn wegen "Anstandsverletzung und Lärmerregung" muss ein Mann aus Wien nun eine Strafe in Höhe von 500 Euro zahlen. 

Konkret heißt es in der Strafverfügung, die derzeit in den sozialen Netzwerken die Runde macht: "Sie haben den öffentlichen Anstand verletzt, indem Sie vor Polizeibeamten laut einen Darmwind haben entweichen lassen". Auf gut Deutsch bedeutet das, dass der Angezeigte vor den Polizisten gefurzt hat. Falls der Mann die 500 Euro nicht bezahlt, droht ihm eine Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen. 

Der Zwischenfall ereignete sich am Freitag, 5. Juni, in einem Park am Bennoplatz in Wien-Josefstadt. Die Polizei bestätigte mittlerweile den Vorfall und die Anzeige. 

Polizei verteidigt ihr Vorgehen: "Anfurzen lassen sich die Kollegen eher ungern"

Auf Twitter verteidigt die Landespolizeidirektion Wien anschließend ihr Vorgehen: "Natürlich wird niemand angezeigt, wenn einmal versehentlich 'einer auskommt'. Der Angezeigte verhielt sich jedoch während der gesamten vorangegangenen Amtshandlung bereits provokant und unkooperativ. Er erhob sich leicht von der Parkbank, blickte die Beamten an und ließ offenbar in voller Absicht einen massiven Darmwind in unmittelbarer Nähe der Beamten ab. Und anfurzen lassen sich die Kollegen dann doch eher ungern."

Zahlreiche Nutzer in den sozialen Netzwerken amüsieren sich derweil über den Zwischenfall in Wien. So heißt es "Vom Winde verwarnt", "Wir dürfen uns nicht 'unterdrücken' lassen: Darmwind entweichen lassen für jeden!" oder "Wird die Strafhöhe nach Lautstärke oder nach Geruch bemessen?"

Mann pupst Polizistin an und bekommt Strafbefehl über 900 Euro

Im Jahr 2017 sorgte ein ähnlicher Vorfall für Schlagzeilen. In Berlin musste sich ein Mann vor Gericht verantworten, weil er in der Nähe einer Polizistin gefurzt hatte. Christoph S. legte allerdings Einspruch ein und der Fall landete vor dem Amtsgericht Tiergarten. Die Richterin machte allerdings kurzen Prozess und stellte das Verfahren nach wenigen Minuten ein. 

Der Beschuldigte kam ohne jede Strafe davon.

jg

Rubriklistenbild: © Collage (dpa)

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