Einsätze zur Wiesn-Zeit 2020

Münchner Polizei in Video mit der Wiesn-Bilanz - „Keine Fragen? Das war zu erwarten“

Wie es dieses Jahr mit der Münchener Wiesn lief, teilte der Polizei-Pressesprecher Andreas Franken mit. In ernstem Ton.
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Wie es dieses Jahr mit der Münchener Wiesn lief, teilte der Polizei-Pressesprecher Andreas Franken mit. In ernstem Ton.

München - Ausgelassenes Feiern, Alkoholexzesse, Ausnahmezustand. Jährlich bedeutet die Münchener Wiesn zwei Wochen Stress für die Polizeibeamten der bayerischen Hauptstadt. Wie es dieses Jahr lief, teilte der Pressesprecher Andreas Franken mit. In ernstem Ton.

Im Medienzentrum des Polizeipräsidiums München verkündete der neue Pressesprecher der Münchener Polizei Andreas Franken schon Anfang Oktober die vorläufige Zwischenbilanz zur diesjährigen Wiesn. Nach dem 14. Wiesntag durfte Franken das Fazit nennen und sagt schon zu Beginn: „Die Bilanz des 187. Oktoberfestes ist eine positive.“

Anders als in den vorangegangenen Jahren, konnte laut Franken für das Jahr 2020 mit Fug und Recht behaupten, dass die Polizei München „den Wünschen des Herrn Oberbürgermeisters entsprechen konnte, indem es eine sehr ruhige Wiesn war.“ Das dürfte wenige Wiesn-Experten und Kenner des alljährlichen Treibens in irgendeiner Weise überraschen. Der Fakt, dass der Münchener Polizei-Pressesprecher die Mitteilung aber in einer phänomenalen Trockenheit vorträgt.

Nach Anmerkungen zu Personalkonzept, Verkehrsgeschehen und dergleichen, welche dieses Jahr alle äußerst gut funktionierten, fasst Franken zusammen: „Insgesamt kann ich attestieren, dass die 187. Wiesn im Jahr 2020 die ruhigste Wiesn in der Münchener Polizeigeschichte gewesen sein dürfte.“ Als er nachfragt, ob es noch Fragen gäbe, bleibt es still und schließt er bei gleichbleibender Gefasstheit: „Das war zu erwarten.“ Kurz darauf zoomt die Kamera heraus und zeigt Franken in einem leeren Raum. Das gab vielen Twitter-Nutzern Anlass für belustigte Reaktionen.

Die Antworten auf die nicht abzustreitende Komik der Mitteilung reichen von heiter über sarkastisch und teilweise bis anklagend. Nicht jeder Twitter-Nutzer scheint den Auftritt völlig unkritisch zu sehen, auch wenn die überwiegende Mehrheit der Reaktionen eher spielerischer und positiver Natur sind.

Mit ähnlich mutmaßlich satirischem Unterton veröffentlichte der Twitter-Account der Polizei München auch eine Einsatz-Statistik. Diese zeigt die Zahl der Gesamteinsätze der vergangenen Jahre und stellt sie dem diesjährigen Einsatz gegenüber. Richtig: Das ist kein Tippfehler. Es gab offenbar im Zusammenhang mit der Wiesn 2020 nur einen Einsatz.

Mit Blick auf das kommende Jahr mit einer wieder umfangreicheren Wiesn, die sich doch viele wünschen, geben sich zahlreiche Stimmen optimistisch. Die Hoffnung auf mehr Besucher und eine „normale“ Wiesn bei ruhigerem Ablauf ist groß.

mda

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