"Warnungen" fürs Oktoberfest

Total daneben: Portal gibt Schwulen "Benimmtipps" für die Wiesn!

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München - Schon seit langem ist das Münchner Oktoberfest ein internationales Zusammentreffen verschiedener Kulturen. Doch jetzt ist eine Frage aufgekommen: Warum sollen sich ausgerechnet Homosexuelle auf dem Fest zurückhalten?

Toleranz wird eigentlich auf der Münchner Wiesn großgeschrieben. Immerhin trifft man in den Festzelten nicht nur auf die einheimische Kultur, sondern auch auf Touristen aus aller Welt. Zum größten Volksfest wollen eben alle mit dabei sein und zusammen feiern. Das stellt in der Regel auch kein Problem da, schließlich ist man es mittlerweile längst gewöhnt den Tisch verschiedenen Nationen und Charakteren zu teilen. 

Internetportal empfiehlt Zurückhaltung

Doch Homosexuelle sollen sich auf der Münchner Wiesn zurückhalten. Davor "warnt" zumindest die Internetseite "oktoberfestportal.de". Laut der Seite sei das Bierzelt "nicht der richtige Ort, um den Menschen Begriffe wie "Toleranz" und "Gleichberechtigung" zu erklären." Auch was das Flirten betrifft, hat die Internetseite ihre Meinung: "Generell gilt eine gewisse Zurückhaltung auf der Wiesn. Nicht jeder Besucher des Oktoberfest ist so tolerant, dass er sich über schwule Männerpaare freuen kann. Außerdem rät das Portal: "Augen und Ohren offen halten, ob Ihr für Gesprächsstoff sorgt."

Auf sozialen Netzwerken wird heftig diskutiert 

Mittlerweile wird im Netz heftig über diese Aussagen und "Warnungen" diskutiert. Auf dem sozialen Netzwerk "Twitter" sind sich viele einig: Die Empfehlungen sind absurd und affig!

Schwuler Münchner Stadtrat sieht Lage gelassen

Thomas Niederbühl, schwuler Münchner Stadtrat von der Rosa Liste, sieht das Ganze gelassen. "Ein typisches Beispiel für mich für: gut gemeint und voll daneben", erklärt er gegenüber TAG24. Außerdem sei das Oktoberfest nicht für besondere Schwulenfeindlichkeit bekannt.

Homosexuelle lassen sich nicht unterkriegen

Dass sich Homosexuelle nicht von solchen Warnungen unterkriegen lassen, zeigte sich bereits am ersten Wiesn-Wochenende. Rund 7000 Menschen versammelten sich zum traditionellen Gay-Sonntag in der Bräurosl. Dafür nahmen viele einen weiten Weg auf sich. 

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