Ungewöhnlicher Notruf

Frau schlägt Alarm: Münchner Leitstelle rettet Bruder in London

München/London - Für die Leitstelle der Freiwilligen Feuerwehr München gab es am Sonntag einen ungewöhnlichen Fall. Eine Frau aus München rief den Notarzt - für ihren Bruder in London. 

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Wenn ein Notruf bei der Leitstelle der Feuerwehr eingeht, muss es meist ganz schnell gehen. Daher werden Mitarbeiter und Helfer auch gründlich geschult, damit sie im Falle eines Falles und zügig reagieren und die notwendigen Schritte einleiten können. Eine gewisse Routine ist dafür sicher nötig. Kein Wunder also, dass die Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle der Freiwilligen Feuerwehr München erst mal ins Rudern gerieten, als ein ungewöhnlicher Notruf sie am Sonntag, den 21. April, gegen 15 Uhr erreichte. 


Dramatischer Notruf aus London

Eine 52-jährige Münchnerin alarmierte aufgeregt den Notruf, weil ihr Bruder dringend medizinische Hilfe benötige. Ungewöhnlich: Der 52-Jährige lebt gar nicht in der Region, sondern im Londoner Stadtteil Newham. Er habe ihr per "WhatsApp" mitgeteilt, dass er sehr dringend einen Notarzt bräuchte, so die Bayerin. 


Einen medizinischen Rettungsdienst zu dem Mann zu schicken war kein einfaches Unterfangen für die Leitstelle. Auf Telefonnummern von anderen Leitstellen in Deutschland haben die Disponenten meistens schnellen Zugriff, erklärt die Feuerwehr München auf Facebook. 

Nachricht aus London nach einer Stunde

Aber alles, was europa- oder weltweit über die deutschen Grenzen hinausginge, müsse von den Mitarbeitern im I nternet recherchiert werden, was natürlich wertvolle Zeit kostet. In diesem speziellen Fall wurde die Vermittlung zusätzlich dadurch erschwert, dass bei der Polizei London diverse Telefone nicht besetzt waren und nur der Anrufbeantworter antwortete. 

Nach einer halben Stunde erreichte dann die Nachricht aus England die deutschen Notrufmitarbeiter, dass Polizei und Rettungsdienst auf dem Weg zu dem 54-Jährigen seien. Er wurde erstversorgt und in eine Klinik transportiert. Die Disponenten haben daraufhin die Schwester des Mannes informiert. Wie es dem Mann inzwischen geht, ist aber nicht bekannt. 

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