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Plattform reagiert auf Welle der Kritik

Nach Missbrauchsvorwürfen: Pornhub löscht den Großteil aller Videos

Mann vor Bildschirm
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Symbolbild: Missbrauch und heimliche Aufnahmen - Massive Kritik an Pornhub

Ein Artikel der „New York Times“ schlug hohe Wellen. Die Zeitung hatte Pornhub vorgeworfen, mit Videos Geld zu verdienen, die den Missbrauch von Kindern zeigen. Zahlungsdienstleister reagierten, und stellten die Zusammenarbeit ein. Pornhub zieht nun seinerseits Konsequenzen - und löscht den größten Teil aller Videos.

Die Pornografieplattform Pornhub zieht die Reißleine: Sämtliche nichtverifizierten Inhalte wurden gelöscht. Betroffen sind über 10 Millionen Videos - von ehemals 13,5 Millionen Clips sind nur mehr 2,9 Millionen übrig.

Pornhub gerät nach New-York-Times-Artikel massiv unter Druck

Auf die Video-Sharing-Plattform konnten Nutzer, ähnlich wie bei Youtube, ihre eigenen Videos hochladen. Insgesamt wurden jährlich Millionen von Clips hochgeladen - viele davon ohne Verifikation. Zusätzlich konnten Inhalte heruntergeladen werden. In den letzten Tagen war Pornhub nun aufgrund eines in der „New York Times“ veröffentlichten Artikels unter dem Titel „The Children of Pornhub“ massiv unter Druck geraten. Die Vorwürfe: Auf Pornhub würden jedes Jahr eine Unzahl von Videos veröffentlicht, in denen der Missbrauch von Minderjährigen sowie die Vergewaltigung von Frauen zu sehen seien.

Missbrauch und heimliche Aufnahmen - schwere Vorwürfe gegen Pornhub

So hätte eine Suche nach Inhalten, die Minderjährige zeigten, hunderttausende Ergebnisse geliefert. Der größte Teil davon habe zwar keinen Kindesmissbrauch gezeigt, einige Videos aber schon. Zudem sei es unmöglich festzustellen gewesen, ob die gezeigte Person 14 oder 18 Jahre alt sei, wie „Der Standard“ ausführt. Pornhub selbst könne daher folglich nicht wissen, ob ein Inhalt legal sei oder nicht. Überdies kritisiert die „New York Times“, dass problematische Videos, die etwa auch heimlichen Missbrauch von Minderjährigen zeigten, von der Plattform aktiv ermöglicht worden seien. Denn solche Suchergebnisse seien erlaubt gewesen und als eigene Kategorien angeboten worden.

Zahlungsdienstleister stellten Zusammenarbeit ein

Der Artikel sorgte für eine Welle der Empörung, die Zahlungsdienstleister Visa, Mastercard, American Express und Paypal stellten die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen ein. Der Druck scheint Wirkung erzielt zu haben: Pornhub gab bekannt, dass ein Großteil der Videos auf der Plattform gelöscht worden seien. Übrig bleiben jene Videos, die über Inhaltepartner oder das „Model Program“ bezogen würden, so „Der Standard“. Videos aus unverifizierten Quellen werden nicht mehr zugelassen. Der Betreiber Mindgeek kündigte an, dass es ab dem kommenden Jahr eine Upload-Funktion geben solle, bei der Inhalt und Quelle vorab geprüft würden.

Petition zur Schließung von Pornhub

Pornhub war dieses Jahr bereits verstärkt in die Kritik geraten. Mit Unterzeichnern aus 192 Ländern beabsichtigte etwa die „Traffickinghub“-Petition von Laila Mickelwaits, die sich professionell gegen Menschenhandel einsetzt, die Einstellung von Pornhub. Mickelwaits Petition beschuldigte das Unternehmen, auf seiner Website Sexhandel sowie Vergewaltigungen von Frauen und Kindern zu unterstützen und finanziellen Nutzen daraus ziehen. Über eine Millionen Unterschriften konnten gesammelt werden.

dp/dpa/red.

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