Kriegs-Shooter "Battlefield 3" von Electronic Arts

Nach Protesten: Spiele-Gigant will Spionage einstellen

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Die Proteste zeigen offenbar Wirkung: Der Spiele-Publisher Electronic Arts hat die Nutzungsbedingungen für seinen Titel Battlefield 3 umgekrempelt. Bisher nahm sich der Konzern das Recht heraus, auf den Rechnern der Kunden zu spionieren. Am Dienstag äußerte sich das Unternehmen nun erstmals.

Ein Anliegen von Electronic Arts (EA) erscheint erst einmal verständlich: Die Amerikaner wollen verhindern, dass der neue Kriegs-Shooter "Battlefield 3" und andere Top-Titel nicht raubkopiert werden. Das sollte eine Software und Online-Plattform namens "Origin" gewährleisten, ohne das sich Spiele von EA nicht mehr starten lassen. 

Mehr lesen Sie unter:

- Die juristische Analyse auf GameStar

- Protest-Plattform "TheOrigin"

- Offizielle Erklärung von Electronic Arts

Doch die Tücken verbargen sich in den Nutzungsbedingungen. Einige Passagen kamen einer Spionage auf dem Rechner der Kunden gleich. Auf gut deutsch: Wer in Battlefield in die Schlacht ziehen wollte, musste sich ein Überwachungsprogramm installieren, das laut einer juristischen Analyse gegen deutsches Recht verstieß. Lautstarke Proteste in Blogs und Foren waren die Folge. Bei Amazon.de etwa bewerteten Käufer das Spiel konsequent mit der schlechtesten Note, einem Stern. Und auf "theorigin.de" bildete sich eine Protestplattform von Spielern. Das Motto: "EA - es reicht!".

Die Aktionen blieben nicht ohne Wirkung: Klammheimlich änderte EA Ende Oktober die Lizenzbedingungen und strich größere Teile der Passagen, die als Einladung zur Überwachung verstanden werden konnten.  

Am Dienstag folgte dann der nächste Schritt. Electronic Arts hat nun ein Schreiben veröffentlicht, das sich an die "liebe(n) Kunden und Battlefield-Fans" richtet. In der Erklärung ist von entstandenen "Unklarheiten" die Rede. Nach Ansicht von EA ist "Origin" keine so genannte Spyware, also Spionage-Software. Auf persönliche Daten greife EA nicht zu und sammele diese auch nicht, behauptet der Konzern. EA nehme den Datenschutz seiner Nutzer sehr ernst. Daher habe man "alle Vorkehrungen getroffen, um die persönlichen und anonym erhobenen Nutzerdaten zu schützen". Und weiter: "Origin ist dazu da, ein erstklassiges Online-Spielerlebnis zu ermöglichen – und sämtliche Daten, die das System dabei erhebt, dienen allein diesem Zweck", beteuerte EA-Deutschland-Geschäftsführer Olaf Coenen in der Mitteilung. Ein wirkliches Fehlereingeständnis war dies allerdings nicht.

"Origin" verstößt gegen deutsches Recht

Abzuwarten bleibt außerdem, wie die Spielergemeinde den jüngsten Schritt aufnimmt. Im Blog "Pixelklicker" werden die Änderungen grundsätzlich gelobt: "Wie man erkennen kann, hat EA richtig reagiert und kritische Passagen aus der AGB entfernt." Allerdings seien diese auch vorher in Deutschland faktisch schon unwirksam gewesen. Weiterhin gebe es immer noch problematische Abschnitte.

In der Ursprungsfassung räumte sich Electronic Arts nach einer Analyse des Spielemagazins GameStar das Recht ein, dass EA und seine Partner das "Sammeln, Nutzen, Speichern und Übertragen von technischen und verwandten Informationen" von überwachten Computern vornehmen dürfen. Die durften auch zu Marketingzwecken eingesetzt werden. EA nahm sich außerdem das Recht heraus, dass "Origin" automatisch überprüfen darf, ob Battlefield oder andere Spiele des Herstellers legal auf dem Rechner des Kunden installiert sind. 

Logo des umstrittenen Online-Dienstes Origin von Electronic Arts.

Der von GameStar befragte Rechtsanwalt Thomas Schwenke kam zu dem eindeutigen Fazit: "Die Nutzungsbedingungen und der Endbenutzer-Lizenzvertrag von "Origin" sowie die Datenschutz-Richtlinien von Electronic Arts enthalten umfangreiche Verstöße gegen Verbraucher- und Datenschutzrechte." Und er führte weiter aus: "EA nimmt sich über die Nutzungsbedingungen das Recht heraus, einen umfangreichen Kopierschutz einzuführen, der in seiner Wirkung einer Spyware gleich kommt." Kritikpunkte, die auch jetzt nur zum Teil behoben wurden. Das Image von EA hat durch die Einführung von unrechtmäßigen Nutzungsbedingungen auf jeden Fall erheblich gelitten. (rpp)

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