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Er hat seine neunmonatige Tochter brutal getötet

Benjamin Cole (†57) in Oklahoma hingerichtet – trotz Schizophrenie?

Benjamin Cole
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Benjamin Cole wurde vergangenen Donnerstag in Oklahoma hingerichtet, weil er 2002 seine Tochter umgebracht hat. Allerdings gibt es Zweifel an seiner Schuldfähigkeit.

Benjamin Cole (†57) hat seiner neunmonatigen Tochter das Rückgrat gebrochen, angeblich weil er in Ruhe ein Videospiel weiterspielen wollte. Dafür wurde er nun hingerichtet – obwohl die Möglichkeit besteht, dass er zu keinem Zeitpunkt zurechnungsfähig war.

Oklahoma - Dezember 2002: Benjamin Cole möchte ein Videospiel spielen. Aber seine neun Monate alte Tochter Brianna stört ihn dabei – sie weint. Er packt sie an den Füßen und biegt ihr Rückgrat durch, bis es bricht. Später wird festgestellt, dass sie wohl verblutete. Cole spielt sein Videospiel weiter. So schildert der amerikanische Nachrichtensender CNN die Tat, für die der jetzt 57-jährige 2004 im US-amerikanischen Bundesstaat Oklahoma zum Tode verurteilt wurde. An diesem Donnerstag, 20. Oktober, wurde die Hinrichtung mittels Giftspritze im Gefängnis der Stadt McAlester vollzogen.

Paranoide Schizophrenie und Hirnschäden: War Cole zurechnungsfähig?

Trotz der Brutalität seiner Tat gibt es scharfe Kritik an dem Vorgehen der Bundesbehörden – denn es spricht einiges dafür, dass Cole schwer psychisch krank und somit nicht zurechnungs- und schuldfähig war. Bei ihm wurde eine paranoide Schizophrenie und massive Hirnschäden diagnostiziert, so seine Anwälte. Die Ursache dafür liegt vermutlich in Cole’s Kindheit: bereits früh kam er in Kontakt mit Drogen und Alkohol und entwickelte ein Suchtproblem, außerdem wurde er wohl sexuell missbraucht und war körperlicher Gewalt ausgesetzt.

Sein Zustand verschlimmerte sich in den 20 Jahren im Gefängnis drastisch: Er sprach kaum, saß im Rollstuhl, wusch sich nicht mehr und lebte wohl in seinem eigenen „mentalen Universum“, so schilderte es ein Psychologe in einem Gnadengesuch. Seine Anwälte gehen davon aus, dass Cole das Rechtsverfahren rund um seine Hinrichtung nicht mehr nachvollziehen konnte.

Oklahomas Behörden: Cole sei ein „messianischer Jude“

Eigentlich dürfen in den USA schwer geisteskranke Menschen nicht hingerichtet werden, eben weil sie als nicht zurechnungs- und schuldfähig gelten. Der Oberste Gerichtshof lehnte jedoch am Mittwoch ab, die Hinrichtung Coles zu stoppen: Die Behörden Oklahomas sahen Cole als „messianischen Juden“, der lediglich aufgrund seiner „extremen Religiosität“ nicht mehr rede. Ein Staatsarzt befand ihn für voll zurechnungsfähig und gab damit die Giftspritze frei.

„Jesus ist mein Gott und Retter“

Vergangener Donnerstag, 20. Oktober, 10 Uhr vormittags zentralamerikanische Zeit, Gefängnis der Stadt McAlester im Bundesstaat Oklahoma. Cole wollte weder eine Henkersmahlzeit noch geistliche Begleitung in den letzten Stunden. Als er für die Verabreichung der Spritze auf der Pritsche fixiert wird, betet er den anwesenden Journalisten zufolge in meist unverständlichem Ton, nur „Jesus ist mein Gott und Retter“ und „Entscheidet Euch für Jesus, solange Ihr es noch könnt“ verstehen sie klar. Um 10:11 Uhr wird Cole für bewusstlos erklärt, um 10:22 Uhr für tot.

2022 wurden in den USA bereits 12 Häftlinge hingerichtet, vier davon im Bundesstaat Oklahoma. Bis Ende des Jahres plant der Bundesstaat noch weitere Hinrichtungen.

fso mit Material von AFP

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