Viagra verliert an Sex-Appeal für Spam-Mails

+
Spam-Mails haben immer seltener das Thema Sex zum Inhalt.

München/Wien/Zürich - Immer weniger Spam-Mails werben mit Viagra oder anderen Potenzmitteln. Die Krise hat auch die Spam-Versender erfasst.

Die Messaging-Experten der Firma Retarus haben die „Marktanteile“ bei Spam-Mails errechnet. Überraschendes Ergebnis, das vielleicht gar nicht so zu den persönlichen Erfahrungen im Büroalltag passt: Werbung für Viagra & Co. wird immer weniger!

Während bei der Untersuchung im Vorjahr solche Sex-Spams noch ein Drittel der versendeten Müll-Post ausmachten, hat sich ihr Anteil auf 17,5 Prozent nahezu halbiert. Neuer Spitzenreiter unter den Spams ist jetzt Werbung für Luxusartikel wie Rolex-Uhren und Designer-Handtaschen, die zu sensationellen Rabatten angeboten werden - und nach aller Wahrscheinlichkeit nur den Namen berühmter Marken tragen, nicht aber deren sonstige Merkmale.

Der größte Verlierer des zurückliegenden Jahres sind Mails, in denen für Gewinnspiele, Online-Spielbanken und ähnliches geworben wird: Ihr Anteil reduzierte sich um mehr als zwei Drittel von 5,7 Prozent auf 1,7 Prozent. Ein weiterer Verlierer sind die Anbieter pharmazeutischer Produkte. Ihr Anteil sank von 11,9 auf 8,6 Prozent.

"Es hat den Anschein, als sei die Wirtschaftskrise inzwischen auch bei den Spam-Versendern angekommen", kommentiert Oliver Pannenbäcker, Leiter Enterprise Messaging Solutions bei Retarus, die neue Studie. "Statt auf zweifelhafte Sinneslust konzentrieren sie sich inzwischen auf Angebote, die einen handfesteren 'Mehrwert' versprechen. Auch der Umstand, dass der Anteil von Spam-Mails mit unverständlichen Betreff-Zeilen - etwa in chinesischer oder russischer Sprache - um drei Prozent auf 15,1 Prozent zurückgegangen ist, scheint zu belegen, dass sich auch Spammer inzwischen mehr anstrengen müssen."

Zurück zur Übersicht: Netzwelt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser