Kostenfalle Smartphone?

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Rosenheim - Smartphones gehören für viele zum täglichen Leben. Einfach ins Internet gehen oder Musikclips anschauen. Doch Vorsicht: Schnell schießen die Kosten in die Höhe!

Smartphones gehören für viele zum täglichen Leben. Einfach ins Internet gehen, den neuesten Musikclip anschauen oder den nächsten Urlaub planen. Doch Vorsicht: Schnell ist ungewollt ein kostenpflichtiger Vertrag oder ein Abo abgeschlossen! Ein Klick auf ein kleines Werbebanner kann schnell zu einer hohen Rechnung führen. Die D.A.S. Rechtsschutzversicherung erklärt, worauf zu achten ist und wie die neue „Button-Lösung“ den Verbraucher vor ungewollten Vertragsabschlüssen im Internet schützt.

Bereits jeder dritte Deutsche telefoniert mit einem Smartphone; bei den unter 30-Jährigen ist es sogar über die Hälfte. Dabei ist das Telefonieren bei der Nutzung der Geräte nur eine von vielen Funktionen: Chatten in sozialen Netzwerken, Online shoppen oder die Suche nach dem schnellsten Weg zum vereinbarten Treffpunkt wird mit den handlichen multifunktionalen Telefonen erledigt. Vieles, was die Anwender dabei nutzen, ist zwar kostenlos; meist finanzieren sich diese Angebote aber durch die Einblendung von Werbebannern. Ob aus reiner Neugier oder echtem Interesse – schnell klickt man so ein Banner an. Doch Vorsicht: Das kann teure Folgen haben!

Überraschende Rechnung

„Fast täglich melden sich Kunden mit Smartphones bei uns, weil sich auf ihrer Handyrechnung plötzlich Beträge ‚anderer Anbieter‘ finden, die sie sich nicht erklären können“, schildert Anne Kronzucker, Juristin der D.A.S. Rechtsschutzversicherung, ihre Erfahrungen. „Angeblich haben sie ein Abo abgeschlossen, von dem sie jedoch nichts wissen!“ Um frühzeitig ungewollte Abos zu erkennen, sollte daher jeder seine Handyrechnungen regelmäßig genau kontrollieren.

Doch was ist zu tun, wenn die Handyrechnungen per Lastschrift bezahlt und die Beträge schon vom Konto abgebucht wurden? Bei einer direkten Abbuchung sollte der Betroffene schnellstmöglich zur Bank gehen und den Betrag für das Abo oder die App zurückbuchen, den anderen Teil der Rechnung dagegen besser stehen lassen. „Sonst riskieren Sie eine Sperrung Ihres Anschlusses“, so die Warnung der D.A.S. Expertin. Anschließend muss der Handybesitzer die Telefon- und Abo-Anbieter per Einschreiben darüber informieren, dass er die Forderung nicht anerkennt und daher die Rechnung nicht bezahlt. Außerdem ist es wichtig, gegenüber dem Abo-Anbieter den Vertrag sofort zu widerrufen bzw. zu kündigen. Mit größter Wahrscheinlichkeit wird die Rechnung dann aus „Kulanz“ storniert. Denn: Auch bei einem bewusst online oder telefonisch abgeschlossenen Vertrag hat der Verbraucher ein gesetzliches Widerrufsrecht. Die Widerrufsfrist beträgt dabei 14 Tage. Sie beginnt jedoch erst, wenn der Verbraucher über sein Widerrufsrecht informiert worden ist – was bei einer „Abofalle“ selten passiert. Trotzdem sollte hier mit dem Widerruf nicht gewartet werden.

„Button-Lösung“ als Verbraucherschutz

Oft pochen die Anbieter der Abos darauf, dass der User durch das Anklicken einer Seite oder einer Anzeige einen Vertrag geschlossen hat, dessen Preise und Laufzeiten irgendwo genannt werden. Dazu die D.A.S. Expertin: „Wer zufälligerweise auf ein Werbebanner klickt, schließt keinen Vertrag ab.“ Mit dem seit 1. August 2012 geltenden „Gesetz zur Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuchs zum besseren Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher vor Kostenfallen im elektronischen Geschäftsverkehr und zur Änderung des Wohnungseigentumsgesetzes" wird der Schutz der Verbraucher gegen Abo-Fallen erheblich gestärkt. Eingeführt wurde nun die sogenannte „Button-Lösung“ für Geschäftsabschlüsse via Internet: Unmittelbar vor jedem Abschluss einer Bestellung bzw. eines Vertrages müssen dem Kunden die entscheidenden Informationen noch einmal angezeigt werden. Dazu zählen der Gesamtpreis sowie zusätzliche Kosten etwa für den Versand oder die Mindestlaufzeit eines Vertrages. Wichtig: Die Schaltfläche des Buttons muss gut lesbar mit den Wörtern „zahlungspflichtig bestellen“ oder mit einer entsprechenden eindeutigen Formulierung beschriftet sein. „Erst, wenn der Verbraucher den Button anklickt, bestätigt er, dass er einen mit Zahlungspflichten verbundenen Vertrag abschließen will und ist an diesen gebunden“, erklärt die D.A.S. Juristin.

So nützlich die Smartphones auch sind: Ein zweiter Blick vor einem Klick auf Angebote kann unerfreuliche Kosten ersparen!

Weitere Informationen bietet das Rechtsportal auf www.das.de

Pressemitteilung D.A.S. Rechtsschutzversicherung

Rubriklistenbild: © dpa

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