Schnüffler-Apps bei Android: Datensammelei unterbinden

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Wer eine neue App auf seinem Android-Gerät installieren will, sollte sich vorher die Berechtigungen gut durchlesen. So lässt sich vermeiden, dass zu viele Daten für Werbezwecke ausgespäht werden. Foto: Franziska Gabbert

Auf Android-Smartphones und -Tablets hat nicht nur Google als globaler Werbeverkäufer Interesse an detaillierten Nutzerdaten. Zahlreiche Apps - mitunter auch kostenpflichtige - reichen Informationen an Werbenetzwerke weiter. Das muss man nicht hinnehmen.

Berlin (dpa/tmn) - Um bei Android-Smartphones Datenschnüffler auf Abstand zu halten, ist genaues Hinschauen Pflicht. Bevor man eine App installiert, sollte man in Ruhe lesen, welche Berechtigungen sich die Anwendung herausnehmen möchte.

Hat man bei einer App Bedenken, lohnt sich oft die Suche nach einem alternativen Programm, das weniger datenhungrig ist. Das berichtet die "Computerbild" (Ausgabe 14/15).

Grundsätzlich sollte man nur Anwendungen installiert haben, die man auch tatsächlich nutzt. Denn sowohl bei Gratis- als auch bei Kaufapps kommt man den Angaben zufolge in acht von zehn Fällen nicht um Werbenetzwerke herum, die Nutzungsdaten ermitteln. Wer also unnötige Apps installiert hat, erhöht auch das Risiko unnötiger Datensammelei - zumal viele Anwendungen ungefragt im Hintergrund mitlaufen, auch wenn man sie gar nicht nutzt.

Bei Apps oder Online-Diensten kann man zum Schutz seiner Daten auch durchaus falsche Angaben machen, so lange man keine Rechnung zu erwarten hat, raten die Experten. Wer bei Anmeldungen Allerweltsnamen angibt, verschwinde in der Masse. Und auch das Geburtsdatum darf frei erfunden sein.

Weil bestimmte Werbenetzwerke Anzeigen standortbezogen ausspielen, kann man den Standort-Zugriff ganz ausschalten oder zumindest den exakten Standort verschleiern und damit zielgerichtete Werbung verhindern oder erschweren. Das funktioniert unter "Einstellungen/Standort". Entweder schaltet man den Standortzugriff ganz aus oder wählt nur WLAN- und Mobilfunknetz-Standort - das ist zumindest im Freien wesentlich ungenauer als die Ortung über GPS-Satelliten, weil der Standort so nur mit Hilfe der Handy-Funkmasten geschätzt werden kann.

Eine weitere Datenschutz-Strategie kann sein, auf Open-Source-Apps zu setzen, deren Quellcode für jedermann öffentlich einsehbar ist. Viele und ausschließliche kostenlose Open-Source-Apps finden sich etwa im F-Droid-Store, der über die gleichnamige App nutzbar ist. Um die App und später Apps aus dem F-Droid-Store installieren zu können, muss unter "Einstellungen/Sicherheit" die Installation von Apps unbekannter Herkunft erlaubt werden.

Weil nicht zuletzt Google selbst Daten von Android-Smartphones sammelt und auswertet, sollte man auch darüber nachdenken, Google-Dienste und -Apps zu deinstallieren oder zu deaktivieren, wenn man sie nicht braucht oder ersetzen kann. Für viele mitgelieferte Apps finden sich gute Alternativen im Play Store oder im F-Droid-Store - etwa Firefox für Chrome, K9-Mail statt Gmail oder Apollo Music Player anstelle der Google-Play-Music-App.

In den Einstellungen kann man zudem eine Liste aller Apps und Dienste einsehen und dort schon einmal alles, was man nicht braucht, deaktivieren oder deinstallieren. Dazu können Apps mit Google im Namen gehören, aber auch Anwendungen wie Backup Agent, Backup and Restore Agent, Chrome, Earth, Gmail, Hangouts, Maps, Market Feedback Agent, Talkback, Übersetzer oder Youtube.

F-Droid-App (eng.)

Zurück zur Übersicht: Netzwelt

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser