Exklusiv: Wird es doch noch spannend?

Schulz und die AfD ziehen kurz vor der Wahl an!

Diese Grafik sorgt für Hoffnung bei SPD und AfD.
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Diese Grafik sorgt für Hoffnung bei SPD und AfD.

Eigentlich scheint der Wahlkampf seit Monaten gelaufen zu sein. Auch das TV-Duell brachte für Martin Schulz und seine SPD keine Wende.

Im Gegenteil: In der letzten Umfrage von Infratest dimap stürzte die SPD sogar auf 20% ab. Bei anderen Umfrageinstituten bewegen sich die Sozialdemokraten zwischen 22-23 Prozent. 

Momentan sieht es also so aus, als würde die SPD ihr historisch niedriges Ergebnis von 2009 sogar noch unterbieten. Mit Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier reichte es damals nur für 23 Prozent. 

Aber zwei Zahlen lassen das Willy-Brandt-Haus hoffen, dass das Wahlergebnis in diesem Jahr doch nicht so katastrophal wird. 

Da ist zum einen ein Ergebnis der Forschungsgruppe Wahlen. Sie fragte nach der Politischen Stimmung im Land, wonach laut den Ergebnissen vom 15. September 28% SPD wählen würden, Die Union lag hier nur auf 34%. Das ist jedoch keine Prognose, in die auch längerfristige Überzeugungen und taktische Überlegungen der Wähler einbezogen werden. 

Da tut sich was in den Sozialen Netzwerken

Doch da gibt es noch die Auswertung von Storyclash: Der Dienst wertet alle Interaktionen der der Parteien und ihrer Spitzenkandidaten auf Facebook, Instagram und Twitter aus. Also welche Postings für Reaktionen wie Likes, Kommentare oder Shares sorgen. 

Das Ergebnis des österreichischen Unternehmens: Die SPD schaffte es bis zur Kalenderwoche 36 (4.-10. September) mit ihren Posts für immer mehr Interaktionen zu sorgen. Die Regierungspartei zog zuletzt mit 435.198 Interaktionen sogar knapp an der traditionell in den Sozialen Netzwerken stark vertretenden AfD vorbei. 

Das muss nicht bedeuten, dass alle Reaktionen und Kommentare positiv sind - jedoch, dass vor allem Schulz zuletzt für den meisten Gesprächsstoff im Netz sorgte.

Schulz und Lindner machen Dampf 

In einer zweiten Storyclash-Grafik sieht man, dass die SPD im Netz insbesondere vom Spitzenkandidaten profitiert. Der grüne Balken sind die Gesamtinteraktionen in der KW 36, der rote Balken steht für den Spitzenkandidaten. Fast 80 Prozent der SPD-Interaktionen gehen aufs Konto von Schulz! Kein Wunder: Seiner Facebook-Seite folgen mit 450.000 Menschen mehr als der SPD (169.000). 

Ähnlich ist das Verhältnis nur bei der FPD und Christian Lindner, auch dort sorgt der Spitzenkandidat für Bewegung im Netz. Davon können die Grünen mit Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt laut dieser Auswertung nur träumen. 

AfD zieht an - auch bei der Sonntagsfrage

Tatsächlich lässt sich aber aus der Kurve der Social-Media-Aktivitäten nur bedingt eine Tendenz hinsichtlich der Sonntagsfrage herauslesen. Ansonsten müsste die AfD schließlich die stärkste Kraft sein. Auch die zuletzt etwas schwächelnde Union - bei neuesten Umfragen nur noch zwischen 36-37% - zeigt sich hinsichtlich der Interaktionsrate stabil.

Man könnte jedoch die stärkeren Umfragergebnisse der AfD auch tendenziell anhand der steigenden Interaktionen in den Sozialen Netzwerken deuten. In der Kalenderwoche 35, also Ende August/Anfang September, konnte die AfD die Interaktionsrate sogar mehr als verdoppeln. Zuletzt lag die AfD bei Infratest dimap (12%), Forschungsgruppe Wahlen (10%) und Emnid (11%) im Kampf um Platz 3 vorne. 

Merkel setzt auf den Promi-Faktor

Die Union versucht mit einer Kampagne für Merkel zu kontern. Vor allem Sportler und prominente junge Frauen wie Lena Meyer-Landrut, Sophia Thomalla oder Cathy Hummels werben auf Instagram und Facebook für die Bundeskanzlerin. 

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Meeting @bundeskanzlerin was a very great honor 🙏

Ein Beitrag geteilt von Cathy Hummels (@catherinyyy) am

Ob diese Strategie aufgeht und sie die junge Zielgruppe damit für Merkel überzeugen können? Am Sonntag um 18 Uhr wissen wir mehr. Auch ob das Netz uns vorab eine Tendenz verraten konnte. 

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