Sprunghafter Rückgang: Facebook stürzt bei Jugendlichen ab

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Facebook ist in der Gunst deutscher Jugendlicher rapide gefallen, wie die JIM-Studie aufzeigt. Die Alternative der Jugendliche sind Messenger-Apps wie Whatsapp. Foto: Christoph Schmidt

Berlin/Mannheim (dpa) - Lange schon wird gemunkelt, dass Jugendliche sich von Facebook abwenden. Zahlen gab es dazu nicht - bis jetzt. Sie zeigen einen sprunghaften Rückgang. Doch im Facebook-Universum bleiben die Jugendlichen trotzdem.

Das Online-Netzwerk Facebook hat in der Gunst von Jugendlichen in Deutschland deutlich verloren. 73 Prozent der 12- bis 19-Jährigen nutzten Online-Communitys, wie die Jim-Studie ergab. Im vergangenen Jahr waren es noch 83 Prozent, im Jahr 2012 87 Prozent. Online-Communitys umfassen zwar auch andere Dienste, aber "faktisch ist das weitgehend Facebook", sagte Thomas Rathgeb von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg, die die Studie unterstützt hat. Für die repräsentative Umfrage wurden 1 200 Jugendliche in der Bundesrepublik befragt.

Bei den jüngeren Teenagern ist der Rückgang besonders deutlich: Unter den 12- bis 13-Jährigen nutzen nur noch ein Drittel (34 Prozent) regelmäßig Online-Netzwerke. Vor einem Jahr waren es noch mehr als die Hälfte (54 Prozent). "Die Jüngsten steigen da schon gar nicht mehr ein", sagte Rathgeb. Sie nutzten zur Kommunikation andere Apps, allem voran den Chat-Dienst WhatsApp. "WhatsApp hat die Funktionen weitgehend übernommen", sagte Rathgeb.

Für Facebook ist das wiederum eine gute Nachricht: Das Online-Netzwerk hat WhatsApp in diesem Jahr gekauft. 94 Prozent der Jugendlichen mit Smartphones haben WhatsApp auf ihren Handys installiert, im Durchschnitt schauen sie 26 Mal am Tag auf die App. "WhatsApp ist die zentrale App bei Jugendlichen", sagte Rathgeb. Die Liste der beliebtesten Smartphone-Apps wird von Programmen aus dem Facebook-Universum angeführt: Auf Platz eins liegt WhatsApp, dahinter folgt Facebook selbst, und auf dem dritten Rang landet die Foto-App Instagram. Sie gehört ebenfalls zu dem Online-Netzwerk aus Kalifornien.

Jim-Studie 2014

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