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Trittbrettfahrer-Apps verbreiten Schadsoftware

Datenkraken und trojanische Pferde: Smartphone-Schädlinge verstecken sich oft in scheinbar harmlosen Apps. Foto: Andrea Warnecke
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Datenkraken und trojanische Pferde: Smartphone-Schädlinge verstecken sich oft in scheinbar harmlosen Apps. Foto: Andrea Warnecke

Darmstadt (dpa/tmn) - Alle Spiele der Fußball-WM live sehen, teure Spiele kostenlos spielen und aktuelle Filme schon jetzt sehen: Vor allem für Android-Smartphones gibt es zahlreiche Apps, die genau das versprechen. Dahinter lauern jedoch Trojaner und andere Schädlinge.

Kriminelle nutzen öffentliche Aufmerksamkeit für bestimmte Themen, um Apps mit Schadsoftware zu verbreiten. Darauf weisen Sicherheitsexperten vom Center for Advanced Security Research Darmstadt (CASED) hin. Jüngster Anlass war zum Beispiel der viel diskutierte Film «The Interview»: Kurz nach der Veröffentlichung tauchte eine Android-App auf, mit der Nutzer den Film angeblich kostenlos anschauen konnten. Statt bewegter Bilder holten sie sich damit aber einen gefährlichen Trojaner aufs Smartphone.

«Das ist ein typisches Muster», sagt Steven Arzt vom CASED. «Nicht nur bei Filmen, auch bei Ereignissen wie der Fußball-WM.» Kriminelle stellen dann zum Beispiel passende Spiele oder Apps für Live-Übertragungen ins Netz. «Beliebt ist auch, eine angebliche kostenlose Version von eigentlich kostenpflichtigen Apps anzubieten», so Arzt. vor allem bei populären Spielen wie «Flappy Bird» passiert das häufig.

Für unaufmerksame Nutzer sind solche Trittbrettfahrer nicht von seriösen Apps zu unterscheiden. «Der App ist oft nicht anzusehen, dass sie Schadsoftware enthält», warnt Arzt. «Mit den üblichen Vorsichtsmaßnahmen kann man sich aber davor schützen.» Dazu gehört zum Beispiel, Apps nur über offizielle Marktplätze wie den App Store oder Google Play herunterzuladen. Denn die meisten Trittbrettfahrer tauchen dort erst gar nicht auf, sondern nur auf alternativen Plattformen.

Hundertprozentige Sicherheit gibt es aber auch dort nicht. Nutzer sollten vor dem Download daher zum Beispiel überprüfen, wer der Anbieter einer App ist. «Daran sieht man oft, dass das gar nicht die angepriesene App sein kann», sagt der Experte. Denn der Firmenname ist deutlich schwerer zu fälschen als der Name eines Programms. Bewertungen sind dagegen kein guter Indikator für bösartige Apps. Denn oft wissen andere Nutzer gar nicht, was sie sich da eingefangen haben, so Arzt. «Gerade Apps von Profis können sich sehr gut tarnen.»

Besonders gefährdet sind nach Angaben des Experten Nutzer von Android: «Wegen ihres hohen Marktanteils werden diese Smartphones am häufigsten angegriffen.» Für iOS-Geräte gibt es zwar auch Schadsoftware, allerdings deutlich seltener und vor allem im Zusammenhang mit gezielten Angriffen, zum Beispiel Industriespionage.

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