Radikaler Schritt

Youtube setzt ein Zeichen: Kein Geld mehr für Impfgegner

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USA - Grundsätzlich kann jeder, der eine Kamera und einen Computer besitzt, Videos auf der sozialen Medienplattform YouTube hochladen. An gewisse Regeln muss man sich aber trotzdem halten. Das mussten jetzt auch Impfgegner lernen. 

Schon lange ist es möglich mit YouTube ziemlich viel Geld zu verdienen. Einige Nutzer produzieren sogar hauptberuflich Videos für die Plattform und verdienen sich damit eine goldene Nase. Werbeausspielungen, Clickraten und Interaktionen mit den Videos diktieren dabei die Höhe der Summe, die YouTube den Produzenten ausbezahlt. 

Klar, dass auch Leute diese Möglichkeit nutzen, die mit den Idealen des Konzerns nicht zu 100 Prozent übereinstimmen. Die Nutzerregeln der Plattform sollen daher Nutzer und Betreiber vor Missbrauch schützen. Wer gefährliche und schädliche Inhalte teilt, wird demonetarisiert, verdient also kein Geld mit seinen Videos. Wie das US-Portal buzzfeed berichtet, habe YouTube zuletzt entschieden, Impfgegner in die Ränge derer aufzunehmen, die keinen Profit mit ihrem Content machen können. 

Werbung werde zukünftig nicht mehr vor Videos eingespielt, die von impffeindlichen Kanälen gepostet werden. "Wir haben strikte Grundsätze, die regeln vor welchen Videos wir Werbung zulassen und Videos die impffeindliche Inhalte zeigen, verstoßen gegen diese Grundsätze", erklärte ein Sprecher von YouTube buzzfeed gegenüber. Wenn man solche Inhalte entdecke, werden alle Werbeclips sofort zurückgezogen, erklärte er weiter. 

Neben ideologischen Standpunkten ist wohl auch der eine wirtschaftliche Sorge auslösend für die neue rigorose Umsetzung der Netiquette. Viele Werbekunden haben augenscheinlich berichtet, dass sie nicht wussten, dass ihre Clips vor Videos von Impfgegnern ausgespielt werden und beklagten sich bei YouTube. Ein Werbekunde, "Nomad Health" eine medizintechnische Firma, zog am Dienstag, den 19. Februar, bereits seine Werbung von der Plattform ab, nachdem er bemerkte, dass sein Clip vor impffeindlichen Inhalten gespielt wurde. 

Neben dem zurückziehen von Werbung soll in Zukunft ein ausgiebigerer Infotext unter den betroffenen Videos Zuschauer über die Wichtigkeit von Impfungen, speziell gegen Masern, Mumps und Röteln informiert. 

jv

Rubriklistenbild: © picture alliance/Fredrik von Erichsen/dpa (C ollage)

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