Eine etwas andere Form von Protest

Mit Liebe gegen Hass - Darum wird #ProudBoys auf Twitter mit Bildern knutschender Männer geflutet

Bilder wie dieses fluten aktuell Twitter mit dem Hastag #ProudBoys
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Bilder wie dieses fluten aktuell Twitter mit dem Hastag #ProudBoys

USA/Welt - Eine Duldung und mutmaßlich sogar eine Zuneigung für rechte Gruppierungen wird US-Präsident Donald Trump schon länger nachgesagt. Durch seine Äußerung zur Gruppierung der „Proud Boys“ zu Beginn des Monats hat er diesen Verdacht für viele bestätigt. Auf Trumps Lieblingsplattform Twitter wird es aber mit einer neuen Aktion schwer für die „Stolzen Jungs“ ihr ursprüngliches Hashtag zu halten. Das wird nämlich gekapert.

Die „Proud Boys“ wurden besonders durch die teils bewaffnete Störung von Anti-Rassismus-Demonstrationen bekannt. Zuletzt standen sie nach einer Äußerung Trumps in ihre Richtung besonders im medialen Rampenlicht. Ihre Ansichten und Ziele, welche oft als Verschwörungsideologien kritisiert werden, teilten sie bisher unter ihrem Hashtag #ProudBoys auf Twitter. Die LGBTQ+ Community und ihre Unterstützer sorgen aber nun geradezu liebevoll für Widerstand und greifen dort an, wo es weh tut: bei der Reichweite.

Mit Liebe gegen den Hass auf Twitter - LGBTQ+ Inhalte unter ehemals reinem Hetzer-Hashtag

Auffindbarkeit und Reichweite sind das täglich Brot eines jeden Aktivisten auf jeglicher Internet-Plattform. Bei Twitter ist das nicht anders. Wird nun ein Hashtag umfunktioniert von einer klaren zielgerichteten Thematik, so wird es schwieriger für seine Anhänger und Follower, Informationen zu eben dieser Thematik zu finden.

Mit diesem Wissen riefen nun LGBTQ+ AktivistInnen dazu auf, #ProudBoys anderweitig zu nutzen. Das Sinnbild von stolzen Jungs bleibt gleich, doch die Inhalte könnten anders nicht sein. Sucht man derzeit nach dem Hashtag, so findet man primär Bilder homosexueller Paare und so gut wie keine Beiträge in Anlehnung an den rechten Männerverein und dessen Ideologien.

Viel Unterstützung aus der Weltbevölkerung und auch von deutschen Promis

So richtig in Fahrt kam die Aktion durch den Schauspieler George Takei, welcher aus der „Raumschiff Enterprise“-Serie mit seiner Rolle als Hikaru Sulu bekannt ist. Dieser sorgte für massig Reichweite durch seine Unterstützung der Hashtag-Umfunktionierung.

Takeis Tweet, den er mit einem Bild mit seinem Ehemann postet erreichte mittlerweile sogar über 104.000 Likes und wurde rund 14.300 mal geteilt. George „Sulu“ Takei gibt sich dabei zufrieden mit dem Ergebnis der Aktion: „Brad und ich sind #ProudBoys und nun seit 12 Jahren verheiratet. Und wir sind stolz auf alle Schwulen, welche sich hingestellt haben, um unseren Stolz mit dieser Kampagne zurück zu erobern. Unsere Community und unsere Verbündeten haben Hass mit Liebe beantwortet und was könnte besser sein als genau das.“

Auch der prominente Meteorologe Jörg Kachelmann klatschte digitalen Beifall für die Idee: „Und wie so oft hat der wunderbare George Takei geholfen, ein Leuchtturm der #ProudBoys.“

Neben prominentem Zuspruch, sprang sogar das Amazon Unternehmen Prime Video auf den rollenden Zug auf und bezieht Stellung mit einem Video zweier schmusender Männer mit #ProudBoys. Kurz und prägnant titelt der Account: „Die einzige Sorte #ProudBoys, die wir sehen wollen!“

Die Reaktion der Gruppierung, die einst das Hashtag beherrschten, ist denkbar aufgebracht. Homophobie und Beleidigungen sind der Dank für die Aktion von Seiten der Geschädigten. Ob sie ihr Hashtag wieder zurückerobern können, lässt sich derzeit nicht mit Sicherheit sagen.

mda

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