Emotionales Video auf Instagram

TV-Moderatorin Marlene Lufen über Corona-Lockdown: „Auch diese Zahlen müssen wir kennen“

Die Moderatorin Marlene Lufen sitzt nach der Aufzeichnung der WDR-Talkshow „Kölner Treff“ im Studio.
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Die „Frühstücksfernsehen“-Moderatorin Marlene Lufen thematisiert in ihrem Instagram-Video unter anderem das Thema häusliche Gewalt während Corona.

Marlene Lufen trifft mit ihrem bewegenden Instagram-Video einen Nerv. Die TV-Moderatorin hinterfragt darin den coronabedingten Lockdown und weist auf dessen gravierende Folgen hin.

„Auch diese Zahlen müssen wir kennen“ - so benannte TV-Moderatorin Marlene Lufen ihr neuestes Video auf Instagram. In dem 14-minütigem Statement spricht sie über die gravierenden Auswirkungen des coronabedingten Stillstandes, über die psychischen Folgen für die Menschen, Existenzängste und die Opfer von häuslicher Gewalt, insbesondere Kinder. Lufen betitelt es als ihre „große Sorge“. „Die macht mich so fertig, dass ich schon seit langer Zeit nicht mehr gut schlafe“, erklärt die 50-Jährige.

Marlene Lufen: Sucht, häusliche Gewalt und Depressionen existieren auch während der Pandemie

„Ich habe das Gefühl, dass wir in zwei, drei Jahren zurück gucken auf diese Zeit und denken, wir haben es falsch gemacht. Dass dieser Lockdown das Falscheste war, was wir hätten machen können. Zumindest über so einen langen Zeitraum. Denn auch in einer Pandemie haben Menschen Depressionen, Suchterkrankungen, Herz-Kreislauf-Probleme, Gewalt in der Familie und andere Probleme, die auch zum Tode führen“, so Marlene Lufen zu Beginn des 14-minütigen Videos. Das alles werde ihrer Meinung nach zu wenig in Betracht gezogen.

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Sie habe mit vielen Menschen gesprochen, um herauszufinden, ob das Bauchgefühl, was sie habe, richtig ist oder nicht. Sie erkundigte sich bei vielen Stellen und bekam häufig die Antwort, dass für Betroffene die „Situation eine Katastrophe“ sei. Die „Frühstücksfernsehen“-Moderatorin möchte das Leid des Lockdowns sichtbar machen und nennt deshalb konkrete Fakten: „23% mehr Fälle von Gewalt an Kindern in der Gewaltambulanz der Charité im ersten Halbjahr 2020. 600.000 Kinder erleben zu Hause Schläge, Stöße und Schlimmeres. Das sind 6,5 % der Kinder in Deutschland. 461.000 Kinder haben im Jahr 2020 die ‚Nummer gegen Kummer‘ gewählt.“

Emotionales Instagram-Video: TV-Moderatorin distanziert sich von Verschwörungstheoretikern

Zudem leben 2,6 Millionen Kinder mit suchtkranken Eltern unter einem Dach. „Jedes Mal, wenn in den Nachrichten einer sagt, ‚wir müssen nochmal die Zähne zusammenbeißen, dann ist es auch durchgestanden mit der Pandemie‘, hat irgendein Kind zu Hause die Faust im Gesicht, wird irgendeine Frau geschlagen, überlegt ein Jugendlicher in psychischer Not, ob er sich vielleicht von der Brücke stürzt“, erklärt die Journalistin in dem emotionalen Video, welches bereits über sieben Millionen Aufrufe hat (Stand: Dienstag, 2. Februar, 12.30 Uhr).

Auch im eigenen privaten Umfeld habe sie das Leid des Lockdowns erfahren müssen, meint Marlene. „Seit zehn Monaten sitzt meine Mama alleine zu Hause und denkt, es sei richtig. (...) Ich bemerke eine ganz dramatische Situation. Ich weiß nicht, ob es richtig ist, dass alleinstehende alte Menschen so alleine gelassen werden.“ „Wir sollten die Nebenwirkungen genau berechnen und kennen, wenn wir entscheiden, ob die Verlängerung des Lockdowns tatsächlich die beste Wahl im Kampf um unsere Gesundheit ist“, appelliert Marlene Lufen weiter.

Die Moderatorin beendet ihr emotionales Video dann mit den Worten: „Das ist meine Meinung, ich spreche hier als Privatperson und aus vollstem Herzen, und nicht als Verschwörungstheoretikerin. Sondern einfach als jemand, der sich große Sorgen um uns alle macht.“ Für ihre Äußerungen erhält die 50-Jährige viel Zuspruch. Auch viele Promis, darunter Sylvie Meis, Motsi Mabuse und Bettina Zimmermann, zeigten unter dem Clip ihre Unterstützung.

jg

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