"Der Krieg ist beendet und Sie werden dort dringend benötigt"

Schockierendes Ablehnungsschreiben an Syrischen Azubi-Bewerber

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Warstein - Oft werden Bewerber ohne wirklich ersichtlichen Grund von einem Unternehmen abgelehnt oder nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Da wünscht man sich als Arbeitssuchender oft gerne eine ausführlichere Begründung: Doch was dieser junge syrische Bewerber bei seiner Absage lesen muss, macht sprachlos. 

"Ich möchte Ihnen eher die Empfehlung aussprechen, in Ihr Land zurückzugehen, da der Krieg beendet ist und Sie dort dringend benötigt werden, um es wieder aufzubauen", mit diesen Worten wurde Salim F. (25 Name geändert) bei einem Autohaus in Warstein abgelehnt. Schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Salim vor zwei Jahren als Kriegsflüchtling nach Deutschland kam. 

Der engagierte junge Mann spricht bereits Deutsch auf B1-Niveau und bereitet sich aktuell auf seine B2-Prüfung vor. Kurz bevor er sich bei dem Autohaus bewirbt, lässt er seine Bewerbungsunterlagen sogar vom Arbeitsamt  kontrollieren. "Super Bewerbung", bestätigt ihm die Beraterin.

"Ist das normal in Deutschland?"

Im Gespräch mit Migazin bringt Salim seine Enttäuschung über die Absage zum Ausdruck: "Ich habe seit meiner Ankunft in Deutschland wirklich alles unternommen, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Ich kann verstehen, wenn die Leute einen nicht haben wollen. Aber so etwas hätte ich mir niemals vorgestellt. Ist das normal in Deutschland?"

Kurz darauf attackierten zahlreiche Facebook-User das Autohaus, sodass sich auch der Geschäftsführer des Autohauses Carsten Budde zu einer Entschuldigung genötigt fühlt: "Als ich heute über Inhalt der Ablehnung informiert wurde, bin ich aus allen Wolken gefallen." 

Diese Reaktion kam bei den Nutzern sehr gut an und seine Worte wurden anschließend gehuldigt: "Hut ab Herr Budde! Sie setzen hier ein klares Zeichen gegen Diskriminierung! Vielen Dank!", kommentiert ein User. 

 

Rubriklistenbild: © pixabay

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