Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen

Medialer Aufschrei nach rassistischen Aussagen bei Markus Lanz - „Auch mit genetischen Sachen“

Die gestrige Talkrunde bei Markus Lanz sorgte mit nur wenigen Sekunden für explosiven Gesprächstoff
+
Die gestrige Talkrunde bei Markus Lanz sorgte mit nur wenigen Sekunden für explosiven Gesprächstoff

Deutschland - Beschimpfungen und radikale Ansichten sind in der deutschen Diskussionskultur derzeit nicht nur vereinzelt zu sehen. Besonders die Debatten um Rassismus blühen nach aktuellen Ermittlungen gegen Polizei-Beamte im rechten Milieu wieder auf. In der Talkshow Markus Lanz im Zweiten war nun US-Bürgerin und Trump-Befürworterin Tina Chittom geladen. Diese machte bei dem Sendungsthema Donald Trump und die US-Wahlen zu Corona-Zeiten Äußerungen, die viele schockieren.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Markus Lanz hatte im ZDF zum Thema US-Wahlen und Donald Trump geladen
  • Die US-Bürgerin und Donald Trump-Befürworterin Tina Chittom war als Talk-Gast geladen
  • Mit rassistischen Aussagen schockierte sie Moderator, Studiogäste und einen Großteil der Zuschauer

Am Mittwoch, den 7. Oktober, wurde die gleichnamige Sendung des Moderatoren Markus Lanz ausgestrahlt. Die Thematik bot zwar Nährboden für das Thema Rassismus aufgrund der Vorkommnisse sowohl in den USA als auch in Deutschland, jedoch rechnete man scheinbar nicht mit derartigen Äußerungen.

Als Gäste waren Schauspieler und Autor Christian Berkel, der Physiker und Digital-Epidemologe Prof. Dirk Brockmann, die Juristin und USA-Expertin Sandra Navidi und die US-Bürgerin und Trump-Anhängerin Tina Chittom geladen. Auch der US-Korrespondent des ZDF, Elmar Theveßen, wurde live aus New York zugeschalten. Von einer eigentlich neutral angedachten Talk-Runde blieb für die Zuschauer aber wenig hängen. Grund dafür waren bestimmte Aussagen von Tina Chittom, zu hören bei Minute 15 der Talk-Runde.

Chittom über Kriminalität bei People of Color (PoC): „Auch genetische Sachen“

Mit der Aussage, die Kriminalität von Zuwanderern anderer Hautfarbe könne neben soziologischen auch genetische Gründe haben, sorgte sie in der Talkshow für fassungslose Reaktionen. Nach einer kurzen Pause folgte ein „Wie bitte?“ des Moderators. Schnell relativierte Chittom die Aussage: „Ich denke nicht, dass es genetisch bedingt ist.“ Setzt dann aber nach: „Man darf das aber auch mal erforschen.“ Die Anmerkung darauf, dass ein möglicher genetischer Aspekt bei Kriminalität bereits hinreichend erforscht sei, trug wenig zur Beruhigung der Lage bei.

Wenige Sekunden eines mehrminütigen Diskussionsabschnittes, welche sich offensichtlich in die Köpfe vieler Zuschauer eingebrannt haben. Auf der Kurzmeldungs-Plattform Twitter häufen sich nun die entrüsteten Meinungen zu dem Auftritt.

Viele Twitter-Nutzer sehen eine Teilschuld auch beim ZDF. Es wird unterstellt, man habe die Übersetzerin absichtlich eingeladen, um eine Eskalation herbeizuführen. Es werden „Konsequenzen“ gefordert.

Einen pragmatischen Schritt machen manche Nutzer und rufen auf, sich dagegen zu wehren, einer Person wie Chittom eine Plattform im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu bieten. So wird aktuell auch dazu aufgerufen, eine Beschwerde an das ZDF zu senden.

Es fielen einige Aussagen während der Sendung, die einer weiteren Diskussion würdig gewesen wären. Doch keine davon lösten einen so gewaltigen „Shit-Storm“ aus. Ob und welche Folgen die Äußerungen für Chittom und das ZDF haben werden, ist offen.

mda

Kommentare