An der libyschen Küste

Schlepper töten 22 Flüchtlinge - aus unfassbarem Grund 

Tripolis - Weil das Wetter schlecht war, weigerten sich 22 Flüchtlinge an der libyschen Küste in ihr Boot zu steigen. Die Schlepper töten daraufhin alle.

Schlepper haben 22 afrikanische Flüchtlinge an einem Strand in Libyen getötet. Die Flüchtlinge wollten sich vom westlibyschen Sabrata aus auf die gefährliche Reise über das Mittelmeer machen, wie Sicherheitskreise am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP mitteilten. Demnach wollten die Flüchtlinge dann jedoch wegen schlechten Wetters nicht an Bord gehen und wurden deshalb getötet.

Der libysche Rote Halbmond bestätigte die Tötungen vom Wochenende, konnte aber keine genaueren Angaben zu den Umständen machen. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf erklärte, es habe möglicherweise einen Schusswechsel zwischen den Schmugglern gegeben, wobei die Flüchtlinge umgekommen seien. 

Nach Angaben der IOM sind zwischen Anfang Januar und Anfang März bereits 521 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer umgekommen. In der gleichen Zeit seien 20.000 Menschen an der europäischen Küste angekommen.

Im Prozess um eine der schwersten Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer war im Dezember ein Schlepper zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Bei dem Vorfall kamen zwischen 800 und 900 Menschen zu Tode.

afp

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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