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30 Jahre Mauerfall

Spektakuläre Flucht in einer BMW Isetta

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Klaus-Günter Jacobi als junger West-Berliner in seiner BMW Isetta.

Wenn man so will, verhalf auch eine Münchnerin DDR-Bürgern zur Flucht.

Es war eine ganz kleine Münchnerin: die BMW Isetta – ein Rollermobil, das der Münchner Autobauer BMW von 1955 bis 1962 produzierte. Die Isetta war weder Motorrad noch Auto, sondern ein Motocoupé. Dass in dieser Blechbüchse Platz ist, um einen Menschen unentdeckt über die Grenze zu schmuggeln – kaum vorstellbar. Aber es funktionierte. Anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls hat das „BMW Museum“ die Sonderausstellung „Mit der BMW Isetta in die Freiheit“ konzipiert, die ab 29. Oktober bis März 2020 zu sehen sein wird.

Neun Fluchten mit einer Isetta glückten. Die Ausstellung erzählt die Geschichte von Klaus-Günter Jacobi, der seinem Freund Manfred Koster mit seiner Isetta zur Freiheit verhalf. Jacobis Kalkül: Die Grenzer würden das nur 2,30 Meter lange und 1,70 breite Gefährt nicht so genau untersuchen. Nicht umsonst hieß die Isetta etwas spöttisch auch „Motor mit Notsitz“. Aber wo war Platz? Nur hinter der Rückbank, der kleine Hohlraum am Motor.

Jacobi, gelernter Kfz-Mechaniker, entfernte alles, was verzichtbar ist, ersetzte den Tank durch einen kleinen Kanister, der gerade mal zwei Liter Benzin fasste. Das musste reichen bis nach West-Berlin. Und er montierte eine Blechplatte, um seinen Freund vor dem heißen Auspuff zu schützen. Weil die DDR den Westen Berlins nicht als Teil der Bundesrepublik anerkannte, durfte Jacobi als West-Berliner selber nicht einreisen. Er musste also Helfer aus dem Rest der Bundesrepublik finden. Zwei Studenten dienten sich an. Und es glückte. Am 23. Mai 1963, kurz vor Mitternacht, rollte die Isetta mit Manfred Koster über die Grenze. Er war frei.

Die ganze Geschichte erzählt der Film „The Small Escape“, der in der Sonderausstellung sowie in sozialen Netzwerken zu sehen ist. 4,7 Millionen Menschen haben den Film bereits auf Youtube angesehen. „Unser Film würdigt den Antrieb und den Mut der Menschen, die diese erfolgreiche Flucht damals ermöglicht haben“, sagt Jens Thiemer, Leiter Markenführung BMW. Weitere Höhepunkte der Ausstellung sind das Original-Fahrzeug aus dem Film sowie ein interaktiver Nachbau des genialen Verstecks. So kann man die spektakuläre Flucht am eigenen Leibe nachempfinden. 

Lisa Kretzschmann/Wolfgang Hauskrecht

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