Ukraine: Kreml steckt dahinter

Abtrünniger russischer Duma-Abgeordneter in Kiew ermordet

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Mord in Kiew: Polizisten transportieren die Leiche des ehemaligen russischen Parlamentsabgeordneten Denis Woronenkow ab. Foto: Sergei Chuzavkov

Kiew (dpa) - Wenige Monate nach seiner Flucht in die Ukraine ist der ehemalige russische Parlamentsabgeordnete Denis Woronenkow in Kiew erschossen worden. Der mutmaßliche Täter sei bei der Schießerei im Zentrum der Stadt verletzt worden, teilte die Polizei mit.

Er sei in ein Krankenhaus gebracht und dort festgenommen worden, sagte Stadtpolizeichef Andrej Krischenko. Auch ein Leibwächter des früheren kommunistischen Abgeordneten sei verletzt worden.

Der ukrainische Generalstaatsanwalt Juri Luzenko machte Russland für den Anschlag verantwortlich. "Das war die übliche demonstrative Strafe des Kremls für einen Zeugen", schrieb er auf Facebook. Der russische Politiker Franz Klinzewitsch nannte den Mord eine Provokation des ukrainischen Geheimdienstes SBU.

Für die Führung in Kiew galt Woronenkow als wichtiger Zeuge im laufenden Verfahren gegen den 2014 nach Russland geflohenen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch.

Der 45-jährige Woronenkow und seine Frau Maria Maksakowa, eine bekannte Opernsängerin und ebenfalls Ex-Abgeordnete, hatten sich im Dezember nach Kiew abgesetzt und die ukrainische Staatsbürgerschaft angenommen. Russland schrieb Woronenkow wegen angeblicher Wirtschaftsdelikte und Betrugs international zur Fahndung aus.

Luzenko auf Facebook (Ukr.)

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