Parteichefin schweigt

AfD-Funktionäre wollen Petry als Bundestags-Vizepräsidentin

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Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry bei einem Wahlkampftermin ihrer Partei in Düsseldorf. Foto: Rolf Vennenbernd

Berlin (dpa) - AfD-Chefin Frauke Petry soll nach dem Willen von Mitgliedern des Parteivorstandes Vize-Präsidentin des nächsten Bundestages werden. Sie selbst sagt erst einmal gar nichts dazu.

"Frauke Petry ist für die höchsten Ämter in diesem Staat qualifiziert. Das schließt aus unserer Sicht auch die Vize-Präsidentschaft im Bundestag ein", zitiert die "Bild"-Zeitung ein namentlich nicht genanntes Mitglied des AfD-Bundesvorstandes. Nach Ansicht von Beobachtern ist dieser Vorschlag ein weiterer Versuch, Petry als Fraktionsvorsitzende zu verhindern.

Petry selbst wollte auf den öffentlich lancierten Vorstoß nicht eingehen. Sie sagte der "Welt" (Online Donnerstag/Print Freitag): "Ich bin überrascht, dass wie schon bei der Frage um die Wahlkampfspitze einige Vorstandskollegen durch anonyme Äußerungen ein irritierendes Postenroulette in Gang setzen, das allenfalls dazu geeignet ist, genannte Personen damit persönlich zu beschädigen."

Die Parteichefin, die in diesen Tagen ihr fünftes Kind erwartet, hatte nach monatelangem Machtkampf im April erklärt, sie stehe als Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl nicht zur Verfügung. Die AfD hatte daraufhin Partei-Vize Alexander Gauland und Beisitzerin Alice Weidel zum Spitzenduo für den Wahlkampf bestimmt.

Unterstützer Petrys hatten anschließend jedoch betont, sie könne dennoch Fraktionsvorsitzende werden. Petry selbst hatte sich dazu nicht geäußert. Gauland erklärte: "Man sollte das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist."

Momentan sieht es danach aus, dass die AfD im Herbst erstmals in den Bundestag einzieht. Allerdings haben sich die Umfragewerte für die Rechtspopulisten seit Ende 2016 deutlich verschlechtert.

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