Führungsfigur gilt als Höcke-Sympathisant

Streit eskaliert - Vorstand von größtem AfD-Landesverband tritt fast geschlossen zurück

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Sympathisiert mit dem rechten Flügel der AfD um Björn Höcke: Der NRW-Landesvorsitzende Thomas Röckemann entging einer Abwahl.

Der AfD-Landesvorstand in Nordrhein-Westfalen besteht nur noch aus drei Personen. Grund ist ein Streit zwischen den Führungsfiguren. Nun droht ein weiteres Abdriften nach Rechtsaußen.

Warburg - Nach einem erbitterten Richtungsstreit ist der Co-Vorsitzende der nordrhein-westfälischen AfD, Helmut Seifen, am Samstag mit einem Großteil des zwölfköpfigen Landesvorstandes zurückgetreten. Der zweite Vorsitzende Thomas Röckemann und zwei weitere Vorstandsmitglieder bleiben vorerst weiter im Amt.

Mehrere Anträge auf Abwahl dieser drei Führungsmitglieder erreichten beim vorgezogenen Parteitag in Warburg nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit. Damit eskalierte der Machtkampf zwischen dem als gemäßigt geltenden Seifen und Röckemann, der als Sympathisant des „Flügels“ um den Thüringer Rechtsaußen Björn Höcke gilt.

Größter AfD-Landesverband vorerst nur mit dreiköpfiger Führung

Der mit rund 5300 Mitgliedern größte AfD-Landesverband hat jetzt nur noch eine dreiköpfige Rumpfführung. Der nächste reguläre Parteitag steht Ende des Jahres an. Dann muss der gesamte Vorstand neu gewählt werden.

Wegen eines Formfehlers sind nur 18 der eigentlichen 61 Listenkandidaten der AfD für die Sachsenwahl zugelassen worden. Mit dem Post eines Fotos einer unbekleideten Frauen sorgt die AfD selbst innerhalb der Partei für Erschütterung. Derweil hat die Partei Dennis Augustin, Co-Landeschef in Mecklenburg-Vorpommern, wegen seiner NPD-Mitgliedschaft rausgeworfen. CDU-Politiker Friedrich Merz plädierte ungeachtet dieser Querelen am Wochenende für einen „unaufgeregten“ Umgang mit der AfD.

dpa

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