Aktivisten melden

Drohnenangriff in Syrien tötet Al-Kaidas Nummer Zwei

Idlib - Seit Anfang des Jahres sind Dutzende Anführer extremistischer Gruppen in Syrien getötet worden. Einmal mehr trifft es Al-Kaida. Experten sehen einen schweren Schlag für das Terrornetzwerk.

Die Nummer Zwei des Terrornetzwerks Al-Kaida ist Aktivisten und Medien zufolge bei einem Drohnenangriff in Syrien ums Leben gekommen. Ahmed Hassan Abu Al-Khair sei in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens von der US-geführten internationalen Koalition getötet worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag. Es handele sich um den Stellvertreter von Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri. Die Denkfabrik Soufan Group erklärte, sein Tod sei ein schwerer Schlag für das Terrornetzwerk.

Auch syrische Nachrichtenseiten meldeten den Tod des hochrangigen Al-Kaida-Anführers. Bilder im Internet zeigten ein teilweise zerstörtes Auto. Eine offizielle Bestätigung für den Tod Abu al-Khairs gab es zunächst nicht.

al-Khair soll länger in Syrien sein

Der 59 Jahre alte Ägypter soll sich seit längerem in Syrien aufgehalten haben. Er war auch unter dem Namen Abu al-Khair al-Masri bekannt. Im Juli 2016 hatte er eine Audiobotschaft veröffentlicht. In dieser hieß er gut, dass sich der syrische Al-Kaida-Ableger, die Al-Nusra-Front, offiziell von dem Terrornetzwerk lossagte.

Nach Angaben der Denkfabrik Soufan Group war Al-Khair ein enger Vertrauter des 2011 getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden und mit einer Tochter von ihm verheiratet. In einem Haus Al-Khairs in Kabul seien Anführer des Terrornetzwerks einst über die Pläne für die Angriffe vom 11. September 2001 informiert worden. Nach Jahren unter Hausarrest im Iran kam er demnach Ende 2015 wieder frei.

Seit Anfang des Jahres sind Dutzende extremistische Anführer und Kämpfer in Syrien bei Luftangriffen der internationalen Koalition getötet worden. Viele der Opfer gehörten zur Fatah-al-Scham-Front, dem Nachfolger der Al-Nusra-Front. Die Miliz bekämpft sich in der Provinz Idlib zugleich mit anderen Rebellen. Extremistische Gruppen sind von dem Waffenstillstand ausgeschlossen, der seit Ende Dezember im Bürgerkriegsland Syrien gilt.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP

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