Sehr niedrige Wahlbeteiligung

Sozialisten gewinnen Parlamentswahl in Albanien

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Albaniens Ministerpräsident und Vorsitzender der sozialistischen Partei, Edi Rama, hält am 21. Juni in Durres eine Wahlkampfrede. Foto: Hektor Pustina

Die seit 2013 regierenden Sozialisten haben die Parlamentswahl in Albanien gewonnen. Jetzt brauchen sie wahrscheinlich keinen Juniorpartner mehr. Das wollen sie zu einem echten Reformanlauf nutzen. Ausreden gibt es dann nicht mehr.

Tirana (dpa) - Die Sozialisten unter Regierungschef Edi Rama haben die Parlamentswahl in Albanien gewonnen. Sie könnten im Parlament mit einer absoluten Mehrheit von 73 der 140 Sitzen rechnen, berichtete die staatliche Wahlkommission in Tirana nach Auszählung der Hälfte der abgegebenen Stimmen.

Die oppositionellen Demokraten unter Führung von Lulzim Basha kamen danach auf 43 Abgeordnete, die LSI-Partei - bisher Juniorpartner der sozialistischen Regierung - wurde mit 19 Sitzen drittstärkste Kraft.

Die Wahlbeteiligung erreichte mit 46 Prozent einen historischen Minusrekord. 27 Jahre nach dem Sturz des orthodoxen kommunistischen Systems waren die Bürger offensichtlich von den Parteien in dem Balkanstaat enttäuscht. Sie nahmen ihnen offenbar nicht das Versprechen ab, jetzt wirklich tiefgreifende Reformen zu beginnen, damit sich die Lage in einem der ärmsten und korruptesten Länder Europas bessert.

Albanien hatte zuletzt in Washington und Brüssel die internationalen Krisendiplomaten beschäftigt. Im benachbarten Mazedonien hatte Rama ein Bündnis aller albanischen Parteien geschmiedet, das mit Forderungen nach Aufwertung der albanischen Minderheit dort für politische Turbulenzen sorgte.

Dann brachte Regierungschef Rama eine Vereinigung Albaniens mit dem Nachbarn Kosovo ins Spiel, sollten beide Länder nicht schneller an die EU herangeführt werden. In den westlichen Hauptstädten schrillten die Alarmglocken, weil Grenzverschiebungen auf der Balkanhalbinsel wegen der vielen ungelösten nationalen Konflikte als Tabu gelten. Im Kosovo, das 2008 von Serbien abgefallen war, leben fast nur noch Albaner. Belgrad will aber seine frühere Provinz wieder zurückhaben.

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