Alle Attacken vergeben?

Merkel glaubt an erfolgreichen Wahlkampf mit Seehofer

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Gemeinsam zum Wahlerfolg? Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer

München - Die Kanzlerin und der CSU-Chef hatten in der Flüchtlingspolitik so ihre Probleme. Doch anscheinend trägt Angela Merkel die Attacken nicht nach und glaubt an einen erfolgreichen Wahlkampf im Team mit Horst Seehofer.

Kanzlerin Angela Merkel sieht die Union nach der Entscheidung von Horst Seehofer, erneut als CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident anzutreten, gut gerüstet für den anstehenden Bundestagswahlkampf. Man habe „ganz reale Chancen, einen erfolgreichen Wahlkampf zu führen“, sagte die CDU-Vorsitzende nach Angaben von Teilnehmern am Dienstag in der Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Wegen der Flüchtlingspolitik Merkels hatte es seit Ende 2015 eine schwere Auseinandersetzung zwischen CDU und CSU gegeben. Seehofer hatte Merkel wiederholt auch persönlich attackiert.

Bei der Flüchtlingspolitik oft nicht einer Meinung: Horst Seehofer und Angela Merkel

Die CDU freue sich, dass die Schwesterpartei nun ihre personelle Aufstellung für den Bundestagswahlkampf klargestellt habe, wurde Merkel von Teilnehmerkreisen zitiert. In den kommenden Wochen würden sich beide Parteien nun auf den Wahlkampf vorbereiten. Das gemeinsame Wahlprogramm von CDU und CSU soll bei einer gemeinsamen Sitzung der Parteiführungen Anfang Juli in Berlin beschlossen werden.

Unionsfraktion im Bundestag hat Erwartungen

Die Spitze der Unionsfraktion im Bundestag hat nach der Entscheidung von Horst Seehofer, erneut als CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident anzutreten, die Erwartung, dass der Streit über die Flüchtlingspolitik nun Vergangenheit ist.  „Wir freuen uns auf einen geschlossenen und erfolgreichen Wahlkampf“ mit Seehofer und CSU-Spitzenkandidat Joachim Herrmann, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Grosse-Brömer (CDU), am Dienstag in Berlin. Der Streit über die Flüchtlingspolitik habe CDU und CSU nicht gut getan. Bei allen Unterschieden könne er in der CSU aber auch einen klaren gemeinsamen Willen erkennen, die Wahl zu gewinnen.

Auf Fragen nach CSU-Gedankenspielen, Herrmann solle nach der Bundestagswahl im September Bundesinnenminister werde, wollte Grosse-Brömer nicht eingehen. Zunächst müsse die Wahl gewonnen werden. Auch mit Blick auf die Ankündigung Seehofers, er werde nur dann einen Koalitionsvertrag unterschreiben, wenn eine Obergrenze für Flüchtlinge festgeschrieben werde, sagte der CDU-Politiker, der CSU-Chef habe sich immer als pragmatischer Politiker erwiesen.

dpa

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