Er saß schon im deutschen Gefängnis

Mutmaßlicher Schütze von Straßburg schon 27 Mal verurteilt: Das ist über Cherif C. bekannt

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Nach der Tat: Die Polizei kontrolliert die Straßen rund um den Straßburger Weihnachtsmarkt.

Cherif C. gilt als dringend tatverdächtig im Fall des Anschlags auf den Straßburger Weihnachtsmarkt. Doch was ist über den 29-Jährigen bislang bekannt?

München - Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Straßburg mit Toten und Verletzten fahnden Frankreichs Sicherheitskräfte mit Hochdruck nach Cherif C., der die Schüsse auf die Besucher und Passanten abgegeben haben soll.

Doch was ist bislang über den 29-Jährigen bekannt? Wir klären auf.

Cherif C. in Straßburg geboren und aufgewachsen

Cherif C. wurde am 24. Februar 1989 in Straßburg geboren und wuchs als eines von sieben Kindern in seinem Elternhaus in der elsässischen Stadt auf. Die Schule beendete der französische Staatsbürger mit nordafrikanischen Wurzeln mit einem dem Hauptschulabschluss vergleichbaren Abschluss. Eine Ausbildung machte Cherif C. anschließend nicht.

Laut eigenen Angaben habe er bei der Gemeinde gearbeitet und sei viel gereist. Seit 2011 ist Cherif C. arbeitslos. Mehrmals kam er mit dem Gesetz in Konflikt, 27 Gerichtsurteile sind bereits gegen ihn ergangen. So saß der mutmaßliche Schütze von Straßburg etliche Jahre im Gefängnis - jeweils wegen Einbrüchen. Alle Taten hat er gestanden. Im Gefängnis soll sich Cherif C. radikalisiert haben.

Polizeikontrollen nach Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Straßburg - Bilder

Cherif C. in Deutschland, Frankreich und der Schweiz im Gefängnis

2008 wurde Cherif C. in Frankreich verknackt, fünf Jahre später in der Schweiz - für insgesamt vier Jahre. In Frankreich kam er nach einem halben Jahr wieder auf freien Fuß. In Luxemburg wurde seine DNA 2012 im Zusammenhang mit einem Einbruchdiebstahl aufgefunden. Weil sein Wohnort unbekannt war, konnte Cherif C. jedoch nicht vorgeladen und verurteilt werden.

Mitte 2016 verurteilte ihn das Amtsgericht in Siegen zu zwei Jahren und drei Monaten Haft. Der Grund: Er war in eine Zahnarztpraxis in Mainz und eine Apotheke im Süden Baden-Würtembergs eingebrochen. Laut Bild soll Cherif C. Straftaten im Raum Konstanz und Frankfurt am Main begangen haben, in Deutschland war er jedoch nicht als Gefährder bekannt.

Nach abgesessener Haftstrafe wurde Cherif C. 2017 aus Deutschland abgeschoben und kehrte nach Frankreich zurück. Sein Heimatland nahm ihn in die Sicherheitsakte "Fiche S" auf, weil er als radikalisiert gilt.

Cherif C. offenbar mit Bruder Sami C. auf der Flucht

Laut Tagesspiegel befindet sich Cherif C. seit dem Anschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt gemeinsam mit seinem Bruder Sami C. auf der Flucht. Auch der fünf Jahre ältere Straßburger wird demnach als radikalisiert eingestuft und soll dem Islamistenmilieu angehören. Ob die beiden Brüder auch Kontakte in die Salafistenszene haben, war zunächst nicht klar.

Laut einem Bericht der Bild geht von Cherif C. eine konkrete Gefahr neuer Störungen der öffentlichen Sicherheit aus. Dem 29-Jährigen wird eine rücksichtslose Persönlichkeit attestiert, auch eine lange Haftstrafe könne keine Abhilfe schaffen.

Cherif Co. sollte an Tattag festgenommen werden

Cherif C. hatte am Tattag von Polizisten festgenommen werden sollen - laut Figaro im Zusammenhang mit einem Diebstahl inklusive Mordversuch. Die Einsatzkräfte fanden den 29-Jährigen jedoch nicht in seiner Wohnung an, in der Granaten, Munition und vier Messer deponiert waren.

Gegen 20 Uhr am Abend soll er an drei verschiedenen Orten in Straßburg das Feuer wahllos auf Menschen eröffnet haben. Dem Figaro zufolge schlug der Schütze zunächst am Pont du Corbeau zu, zog dann weiter über die Rue des Orfevres und schoss am Place Kleber um sich, ehe er seinen Weg in Richtung Stadtzentrum fortsetzte.

Anschließend wurde der Mann bei einer Auseinandersetzung mit Soldaten verletzt und flüchtete in einem Taxi. 350 Sicherheitskräfte sowie zwei Hubschrauber jagen den Täter.

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