Warnung vor Frühverrentung 

Arbeitgeber kritisieren Schulz-Konzept zur Arbeitsmarktpolitik

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Berlin - Deutsche Arbeitgeber warnen vor einer „Kehrtwende der Arbeitsmarktpolitik“ durch das arbeitsmarktpolitische Konzept des SPD-Kanzlerkandidaten Schulz. Dieses soll am Montag vorgestellt werden.

Das arbeitsmarktpolitische Konzept von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz stößt auf scharfe Kritik im Arbeitgeberlager. "Die rückwärtsgewandten Vorschläge verführen zu Warteschleifen, an deren Ende nicht Beschäftigung, sondern Frühverrentung steht", sagte BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Qualifizierungsmaßnahmen bei Arbeitslosen seien zweifelsohne wichtig, "führen aber nur in rund der Hälfte aller Fälle zu einer nachhaltigen Integration".

Die SPD will am Montag ihr arbeitsmarktpolitisches Konzept vorstellen, mit dem Korrekturen an der Agenda 2010 vorgenommen werden sollen. Kernpunkt des Papiers ist die Verlängerung der Zahldauer des Arbeitslosengeldes I auf bis zu 48 Monate, sofern damit berufliche Qualifizierung verbunden ist. Bislang erhalten Arbeitslose höchstens zwölf Monate Arbeitslosengeld I, bei Über-50-Jährigen steigt die maximale Bezugsdauer schrittweise auf 24 Monate.

Kampeter warnte vor einer "Kehrtwende in der Arbeitsmarktpolitik". Statt Rechtsansprüche auf staatliche Leistungen "brauchen wir faire Rahmenbedingungen für betriebliche Fort- und Weiterbildung". Die Arbeitsmarktpolitik müsse "auf zukünftige Herausforderungen vorbereiten, anstatt Debatten vergangener Jahrzehnte wiederauferstehen zu lassen", sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Währenddessen kritisierte Schulz auf einer Rede in Würzburg die AfD und warf der Partei vor, nur Sündenböcke zu benennen,sonst aber für nichts eine Lösung zu haben.

afp

Rubriklistenbild: © imago/Rüdiger Wölk

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