Deutsche Männer kassieren 5000 Euro

Bericht: So funktioniert der Asyl-Betrug mit Scheinvätern

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Männer können Vaterschaften anerkennen, auch wenn sie biologisch nicht der Vater des Kindes sind. Diese Gesetzeslage nutzen Asylbewerberinnen und deutsche Männer aus.

München - Männer können Vaterschaften anerkennen, auch wenn sie biologisch nicht der Vater des Kindes sind. Diese Gesetzeslage machen sich Asylbewerberinnen und deutsche Männer zunutze: Die Deutschen lassen sich dafür teuer bezahlen, dass sie den Frauen mit der Schein-Vaterschaft das Bleiberecht in Deutschland verschaffen!

Das Bundesinnenministerium schätzt die Zahl der Fälle bundesweit auf eine Größenordnung im mittleren vierstelligen Bereich, also etwa 5000 Fälle pro Jahr.

Laut einem Bericht von Radio Berlin-Brandenburg (RBB) sollen in den vergangenen Monaten bis zu 700 Schein-Vaterschaftsanerkennungen allein in Berlin aufgetaucht sein. Die schwangeren Frauen bezahlen demnach zum Teil mehrere tausend Euro an die Männer. Die neugeborenen Kinder erhalten automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft.

Männer zahlen keinen Unterhalt an die Frauen

Die Männer wiederum zahlen keinen Unterhalt an die Frauen, weil sie oft arbeitslos sind. Das übernimmt dann der Staat. Der RBB berichtete von einem Frauenhaus, in dem 70 schwangere Frauen aus Vietnam wohnen. Viele Frauen kommen dem Bericht zufolge auch aus Afrika und Osteuropa. Die deutschen Scheinväter, Rechtsanwälte und Notare, die in den Skandal verstrickt sind, kassierten bis zu 5000 Euro für die Vaterschaftsanerkennung. Unterhalt für die Kinder zahlen die Scheinväter nicht, da sie oft von Sozialhilfe leben.

„Wir haben teilweise Personen, die über zehn Vaterschaften anerkannt haben“, so Martin Steltner von der Staatsanwaltschaft Berlin. Sogar ein wegen des Tragens von verfassungsfeindlichen Symbolen verurteilter Neonazi mischte bei dem üblen Geschäft mit: Der 28-jährige NPD-Sympathisant übernahm gegen Bares die Vaterschaft für ein viatnamesisches Kind.

Innenminister Thomas de Maizière will dem jetzt einen Riegel vorschieben.

Der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Ole Schröder (CDU), erklärte: „Das Geschäftsmodell der Aufenthaltserschleichung mittels Scheinvaterschaften ist ein bundesweites Phänomen. Wir gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.“ Es gebe viele Hinweise der Ausländerbehörden, so Schröder. „Die Scheinväter machen das ja nicht zuletzt, um damit Geld zu verdienen. Das heißt, wir haben es hier auch mit erheblicher Kriminalität zu tun.“

Männer, die mehr als zehn Vaterschaften haben

Nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft werden monatlich eine Vielzahl von Fällen festgestellt. „Wir haben teilweise Personen, die über zehn Vaterschaften anerkannt haben“, sagte ein Sprecher dem Sender RBB. Rechtlich hatten die Behörden bisher wenig in der Hand, weil die Anerkennung einer Vaterschaft juristisch immer legal ist. Es gilt: Wer eine Vaterschaft anerkennt, ist der Vater – egal, ob das auch biologisch zutrifft. „Deshalb haben wir aus rechtlichen Gründen keine Möglichkeit, ein Ermittlungsverfahren einzuleiten“, sagte Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin.

Doch jetzt soll den kriminellen Geschäften ein Riegel vorgeschoben werden: Die entsprechenden Gesetze wurden geändert, die Neuerungen sind allerdings noch nicht in Kraft. Künftig dürfen Ausländerbehörden bei Missbrauchsverdacht eine Prüfung einleiten und eine betrügerische Vaterschaftsanerkennung verhindern.

Rubriklistenbild: © AFP

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