Scholz/Geywitz oder Walter-Borjans/Esken?

Vor SPD-Wahl: Franz Maget macht seiner Partei klare Ansage: „Am Ende muss ...“

Am Samstag wählt die SPD ihren neuen Bundesvorsitz - nach monatelanger Suche. Der ehemalige Landtagspolitiker Franz Maget macht seiner Partei klare Ansagen. „Am Ende muss...“

  • Am Samstag wird der neue SPD-Bundesvorsitz gewählt. 
  • Franz Maget saß für die SPD im bayerischen Landtag - 23 Jahre lang. 
  • Im Interview gesteht Maget, was er von der SPD-Suche nach dem Bundesvorsitzenden hält.

München – 23 Jahre lang saß Franz Maget für die SPD im Landtag. Neun Jahre war er Oppositionsführer, zwei Mal trat er als Spitzenkandidat bei Landtagswahlen an. Am Samstag gibt seine Partei nach monatelanger Suche endlich bekannt, wer ihre neuen Bundesvorsitzenden sein sollen. Für den Anhänger des TSV 1860 ist das allerdings nicht das einzige, was an diesem Tag wichtig ist.


Wahl zum SPD-Bundesvorsitz am Samstag, 30. November

Herr Maget, was haben Sie am Samstagabend vor?

Franz Maget: Vielleicht gehe ich zum Adventslieder-Singen ins Sechzger-Stadion.


Sie singen mit Löwen-Fans im Grünwalder Stadion Weihnachtslieder?

Franz Maget: Ja, genau. In der alten Stehhalle. Um 18 Uhr geht‘s los.

Wahl zum SPD-Vorsitz: Können Klara Geywitz und Olaf Scholz gewinnen?

Dann werden Sie also nicht gespannt darauf warten, dass die SPD verkündet, welches Duo sie künftig anführen soll?

Franz Maget: Ach, das krieg ich früh genug mit. Heutzutage wird man ja mit Nachrichten überflutet.

Wer, glauben Sie, wird es?

Franz Maget: Ich kann es wirklich nicht sagen. Ich kenne viele, die das Duo Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken gewählt haben. Ich habe mich aber für Klara Geywitz und Olaf Scholz entschieden.

Wahl zum SPD-Vorsitz - Werden  Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken gewählt?

Aus welchen Gründen?

Franz Maget: Ich halte die beiden für das kompetentere Team. Vor allem Olaf Scholz mit seiner großen politischen Erfahrung. Er hat in seiner Zeit als Arbeitsminister gezeigt, dass er auch in Krisenzeiten in der Lage ist, die richtigen Antworten zu geben. Und ich halte ihn für einen sehr vernünftigen Finanzminister. Außerdem hat er bewiesen, dass er Wahlen gewinnen kann. Dass wir auch mal wieder Wahlen gewinnen wollen, darf die SPD nämlich nicht aus den Augen verlieren. Und Scholz hat vor gar nicht so langer Zeit noch die absolute Mehrheit in Hamburg geholt.

Und wenn es anders kommt?

Franz Maget: Das wäre dann auch kein Schaden für die SPD. Wer auch immer aber gewählt wird, und wie knapp es auch ausgehen mag: Das Wichtigste ist, dass die Mitglieder das Resultat annehmen und sich nicht darüber zerstreiten. Nach einem so langwierigen Prozess und dieser intensiven Mitgliederbeteiligung muss man sich am Ende auch mit dem Ergebnis zufrieden geben.

Wahl zum SPD-Bundesvorsitz - Franz Maget: Kein „Akt der Selbstbeschäftigung“ 

Jüngst haben allerdings 40 Prozent der SPD-Anhänger angegeben, Sie könnten noch immer nicht beurteilen, welches Duo für die Partei nun die bessere Wahl wäre. Hat sich die SPD mit diesem Mammut-Verfahren wirklich einen Gefallen getan?

Franz Maget: Der Prozess war sicherlich lang und das wurde ja auch viel karikiert. Auch ich habe anfangs befürchtet, dass das Ganze in einen Akt der Selbstbeschäftigung abgleiten könnte. Aber ich habe mir zwei der Vorstellungsveranstaltungen selbst angesehen – in Nürnberg und in München. Ich fand die Art und Weise, in der die Duos solidarisch miteinander umgegangen sind, sehr positiv. Es wurden unterschiedliche Themen angesprochen, und die Leute konnten Fragen stellen. Das war wirklich interessant für die Mitglieder. Es gab am Ende viel Beifall. So etwas tut auch mal gut.

Dass die SPD künftig eine Doppelspitze hat, finden Sie auch gut?

Franz Maget: Der Kas is bissn, heißt es auf Bairisch – diese Entscheidung ist gefallen. Die Grünen und die Linkspartei machen das ja schon so, andere europäische Parteien auch. Der Trend geht zur Parität. Warum also nicht? Es kann die Schlagkraft erhöhen – aber natürlich nur, wenn es auch harmoniert.

SPD-Mann Franz Maget: Wer aufhört, soll nicht auf Parteitagen „herumlungern“

Zurück zu Ihrer Freizeitgestaltung: Am Wochenende findet in Taufkirchen auch noch ein bayerischer SPD-Parteitag statt, den Sie besuchen könnten.

Franz Maget: Ja, das wäre möglich, aber da bin ich schon lange nicht mehr hingegangen. Wenn man das aktive Politikerleben einmal abgeschlossen hat, sollte man dort nicht noch herumlungern.

Und wie beurteilen Sie als Zaungast die Lage der Bayern-SPD?

Franz Maget: Die Lage ist schwierig, das ist bekannt. Um sie zu verbessern, muss die SPD aktiv und selbstbewusst sein. Wir könnten schon seit Langem viel selbstbewusster auftreten und müssten uns nicht immer selbst schlechtreden.

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