„Bayern zuerst“ auf aktuellen Münchner Plakaten

Slogan bei Trump geklaut? CSU überrascht mit ihrer Antwort

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„Bayern zuerst“: Was Trump kann, kann die CSU schon lange.

Mit „America first“ trumpfte Donald Trump vor und nach den US-Wahlen auf. Die Münchner CSU bewirbt nun eine Veranstaltung mit Peter Gauweiler und Stephan Pilsinger mit „Bayern zuerst“. Clever geklaut? Oder gibt es andere Gründe für den Slogan?

München - Am 28. Juni hoffen CSU-Urgestein Peter Gauweiler und der Münchner CSU-Bundestagskandidat Stephan Pilsinger auf viele Zuhörer im Augustiner-Keller. Deshalb wurden in der Stadt fleißig Plakate geklebt. „Bayern zuerst“, ist darauf zu lesen. Aber halt - klingt das nicht verdächtig nach „America first“, dem Slogan, mit dem Donald Trump als US-Präsident die internationale Politik aufmischt?

Unsere Nachfrage bei der CSU ergibt eine überraschende Stellungnahme: Nicht die CSU hat bei Donald Trump geklaut - wenn überhaupt, dann andersrum: „Der Spruch ‚Bayern zuerst‘ wird von der CSU seit vielen Jahren verwendet. Schon im Jahr 2012 gab es eine CSU-Arbeitsgruppe mit diesem Titel, im Wahlkampf 2013 eine entsprechende Gesprächsreihe“, argumentiert Pressesprecher Jürgen Fischer. Und: „Beim diesjährigen politischen Aschermittwoch hat Horst Seehofer dazu augenzwinkernd gesagt: ‚Ich kann auch nichts dafür, dass amerikanische Präsidenten unser Programm abschreiben, aber deshalb wird es ja nicht falsch.‘“

Kandidaten vor Ort entscheiden über ihre Plakate

Wird jetzt angesichts des Rummels um Donald Trump der Spruch „Bayern zuerst“ wieder zum zentralen Wahlkampfmotto der CSU? Darüber sei noch nicht entschieden, sagt Fischer. Bei dem Plakat für die Veranstaltung im Augustiner-Keller handele sich um eine lokale Werbeaktion. „Derartige Plakate werden auf Grundlage der Layoutvorlagen der CSU-Landesleitung von unseren Kandidaten vor Ort individuell gestaltet“ - sprich Gauweiler und Pilsinger wollten den guten, alten CSU-Slogan wieder ausgraben. Für die CSU als bayerische Partei stehe Bayern ohnehin „immer an erster Stelle“, erklärt der CSU-Pressesprecher weiter. 

Da Donald Trump offenbar mit abgewandelten bayerischen Sprüchen gut fährt, hätten wir noch ein passenden Motto „made in Bayern“ parat. Das „Mia san mia“ des FC Bayern würde ganz gut passen. Obwohl die Bayern ja den Spruch von den Soldaten des österreichischen Kaisers Franz Joseph entlehnt haben sollen. Geistiges Eigentum kennt nun mal keine Landesgrenzen. 

Zu Donald Trumps „America first“ gibt es im Netz satirische Videos und auch auf dem Nockherberg 2017 war der US-Präsident mit seinem Spruch ein Thema.

mb

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