Sicherheitsfirma dementiert

Bericht: Flüchtlinge in Kölner Silvesternacht als Wachmänner eingesetzt 

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Vor knapp einem Jahr kam es rund um den Kölner Hauptbahnhof zu zahlreichen Übergriffen auf Frauen.

Köln - In der Kölner Silvesternacht sind laut „Bild“ auch 59 Flüchtlinge aus Erstaufnahmeeinrichtungen als Wachmänner eingesetzt worden. Die Sicherheitsfirma und die Stadt dementieren dies.

Wie die „Bild“ berichtet, hatte eine Kölner Wachfirma die Flüchtlinge im Auftrag der Stadtverwaltung Köln eingesetzt. Zuvor hatte die Firma per Stellenausschreibung nach geeigneten Bewerbern gesucht, einzige Voraussetzungen: „Beherrschung der deutschen Sprache, zumindest mittelmäßig. Warme Kleidung mitbringen“.  Die „Bild“-Zeitung beruft sich auf Dokumente, die ihr vorliegen.

59 Personen aus Erstaufnahmeeinrichtungen sollen die Silvesterfeiern auf den Rheinbrücken bewacht haben. Sie seien zuvor mit Kleinbussen abgeholt und mit Sicherheitswesten und teilweise auch Funkgeräten ausgestattet worden. 

Stundenlohn: Fünf Euro

Der Stundenlohn der eingesetzten Flüchtlinge soll fünf Euro betragen haben - viel weniger, als es der gesetzliche Mindestlohn vorschreibt. Die als Wachmänner eingesetzten Flüchtlinge sollen aus Syrien, Afghanistan und Nordafrika stammen. Sie seien unter anderem dafür zuständig gewesen, die Brücken zu sperren, dennoch kam es dort schnell zu Überfüllung und Panik.

Die Sicherheitsfirma äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen, die Stadtverwaltung Köln erklärte gegenüber der „Bild“, in der Vergangenheit sei die Zusammenarbeit mit der Firma „grundsätzlich unproblematisch“ gewesen.

Eine Sprecherin der Stadt Köln sagte dazu am Donnerstag, es werde geprüft, „ob die Abrechnungen gegenüber der Stadt Köln korrekt waren“. Man habe dazu Stellungnahmen und Belege bei der Wachschutzfirma „Rheinischer Sicherheitsdienst“ angefordert.

Sicherheitsfirma dementiert Bericht

Ein Sprecher der Firma sagte, es habe sich bei den Männern nicht um Wachleute, sondern um Servicepersonal gehandelt. Die Personen hätten einzig und allein die Aufgabe gehabt, im Bedarfsfall Absperrgitter aufzustellen. Dazu sei es aber gar nicht gekommen.

In der vergangenen Silvesternacht hatten in der Kölner Innenstadt rund um den Hauptbahnhof chaotische Zustände geherrscht. Es kam massenhaft zu Straftaten. Vor allem eine Vielzahl sexueller Übergriffe auf Frauen löste Entsetzen aus. Die meisten der inzwischen ermittelten Beschuldigten kommen aus Algerien und Marokko. Am Mittwoch hat Köln sein Sicherheitskonzept für die diesjährige Silvesternacht vorgestellt.

dpa/smu

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