Geiselnahme in Westafrika blutig beendet

Islamisten greifen Luxus-Hotel in Mali an - Zwei Tote

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2015 töteten Terroristen etwa 20 Menschen bei einer Geiselnahme in Bamako.

Im Norden Malis treiben etliche Terrorgruppen ihr Unwesen. Auch im Süden kommt es immer wieder zu Angriffen. Nun wird ein Hotel in der Hauptstadt angegriffen - die genauen Umstände sind noch unklar.

Bamako - Bei einem Angriff von Islamisten auf eine von westlichen Ausländern besuchte Ferienunterkunft in einem Vorort von Malis Hauptstadt Bamako sind am Sonntag mindestens zwei Menschen getötet worden, unter ihnen eine Franco-Gabunerin, hieß es aus Sicherheitskreisen am späten Sonntagabend. Mindestens zwei weitere Menschen seien demnach dabei verletzt worden. 20 Geiseln seien aus der Hand der Angreifer befreit worden. 

Malische und französische Soldaten waren im Einsatz, um den Angriff der Islamisten gegen die Anlage zurückzuschlagen. Deutsche Soldaten waren nicht beteiligt, wie eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Berlin sagte.

Anwohner berichteten von Schüssen, eine Rauchsäule stieg über der Anlage auf. Augenzeugen berichteten, die Angreifer hätten "Allahu Akbar" geschrien.

Erst vor gut einer Woche hatte die US-Botschaft in Mali vor einer möglichen erhöhten Gefahr durch Anschläge gegen bei Ausländern beliebten Ziele in Bamako gewarnt. Man solle Orte mit schlechter Sicherheit meiden, etwa Hotels, Restaurants und Kirchen, hieß es.

Die Terrororganisation Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) und andere extremistische Gruppen sind im Norden Malis aktiv. Sie greifen dort immer wieder UN-Friedenstruppen und malische Streitkräfte an. Aber auch der Süden ist nicht sicher: Im vergangenen September griffen Terroristen das Radisson-Hotel in Bamako an, nahmen 100 Gäste als Geiseln und töteten etwa 20.

Im westafrikanischen Mali sind etwa 800 Bundeswehr-Soldaten zusammen mit zahlreichen französischen Soldaten als Teil einer UN-Friedensmission stationiert. Im Januar stimmte der Bundestag der Ausweitung des Mandats für den UN-Einsatz auf bis zu tausend deutsche Soldaten zu.

Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Januar 2013 militärisch ein, um das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden Malis zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen. 

dpa/afp

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