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SPD-Kanzlerkandidatur? Gabriel wiegelt ab

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Die „Bild“ ist sich sicher: Sigmar Gabriel wird als Kanzlerkandidat der SPD antreten.

Berlin - Erst Ende Januar will SPD-Chef Sigmar Gabriel mitteilen, ob er bei der Bundestagswahl gegen Angela Merkel antritt. Die Bild glaubt nun zu wissen, dass seine Entscheidung bereits gefallen ist.

Die engere Parteiführung der SPD will am Dienstag in Düsseldorf über die Strategie für das Wahljahr 2017 beraten. Dabei soll aber nach Auskunft der Partei keine Entscheidung fallen, wer als Kanzlerkandidat ins Rennen geht. Das will die SPD bei einer Klausur am 29. Januar in Berlin bekanntgeben. Die Bild glaubt sich in der K-Frage der SPD dagegen aber sicher und verkündet, dass sich Gabriel zu einer Kandidatur entschieden habe. Handfeste Belege bleibt das Blatt auf seiner Online-Seite schuldig - legt sich aber trotzdem fest: Gabriel wolle antreten und kämpfen. 

Beim Spitzentreffen der SPD in Düsseldorf wird es nach Angaben von Gabriel persönlich jedoch nicht um Personalentscheidungen für die Bundestagswahl gehen. „Wir reden über die Inhalte des Wahlkampfs“, bekräftigte Gabriel am Dienstag vor einer Sitzung der SPD-Landtagsfraktion. „Ich weiß gar nicht, wer überhaupt auf die Idee gekommen ist, dass wir über Personal reden.“

Die engere Parteiführung der SPD will am Dienstagnachmittag in Düsseldorf über die Strategie für das Wahljahr 2017 beraten. Wer bei der Bundestagswahl als Kanzlerkandidat ins Rennen geht, will die SPD bei einer Klausur am 29. Januar in Berlin bekanntgeben. Gabriel sowie seine Stellvertreterin und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft beantworteten dazu in Düsseldorf keine Fragen.

Schulz beliebter als Gabriel

Den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur hat in der Tat der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel. Würde er verzichten, stünde der in Umfragen wesentlich beliebtere Martin Schulz als Kandidat zur Verfügung. Er wird außerdem als künftiger Außenminister favorisiert, wenn Frank-Walter Steinmeier im Februar zum neuen Bundespräsidenten gewählt wird. Allerdings hieß es bereits, Schulz sei parteiintern vor einer Kanzlerkandidatur zurückgeschreckt.

Von Seiten der SPD hieß es zur Meldung, es bleibe bei der bisherigen Planung, wonach über die Kanzlerkandidatur auf der Klausurtagung des SPD-Parteivorstandes Ende Januar entschieden werden solle. "Der Zeitplan gilt", sagte Dünow in Berlin. Im Internetdienst Twitter schrieb er zudem zu der "Eil"-Meldung von "Bild": "Was viele nicht wissen: Wenn man vorne '+++ EIL+++' hinschreibt, muss man hinten keine Quelle und keinen Beleg nennen."

So reagieren Gabriels Genossen

Juso-Chefin Johanna Uekermann hat sich skeptisch über eine Kanzlerkandidatur von SPD-Chef Sigmar Gabriel geäußert. „Ich glaube, dass die Stimmung nach wie vor sehr kritisch ist. Nicht nur bei den Jusos, sondern auch an der Parteibasis ihm gegenüber“, sagte Uekermann am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. Gabriel werde viel Arbeit haben, um die Partei hinter sich zu versammeln und für den Wahlkampf zu motivieren.

Zudem bedauerte die Juso-Chefin, dass der SPD-Kanzlerkandidat nicht per Urwahl gesucht wird. „Das wäre eine Chance gewesen für die Partei, zu diskutieren und dann zu entscheiden“, erklärte Uekermann. „Ich finde, so richtig zeitgemäß ist die Entscheidung, so wie sie jetzt fällt, nicht mehr.“ Wen sie als Kandidat favorisiert, sagte die Juso-Chefin nicht.

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Eva Högl wollte Berichte, wonach sich Gabriel bereits entschieden haben soll, als Kanzlerkandidat anzutreten, nicht bestätigen. Högl sagte am Dienstag im Bayerischen Rundfunk: „Es ist natürlich keine Überraschung, dass Sigmar Gabriel der heiße Anwärter auf diese Aufgabe ist, denn er ist unser Parteivorsitzender und er hat den ersten Zugriff.“

Die engere Parteiführung der SPD will am Dienstag bei einem Treffen in Düsseldorf über die Strategie für das Wahljahr 2017 beraten. Nach Angaben der Bundespartei soll dabei keine Entscheidung fallen, wer als Kanzlerkandidat ins Rennen geht.

Stand jetzt: Rot-rot-grün ohne Mehrheit 

Die SPD liegt in Umfragen derzeit bundesweit um 15 Prozentpunkte hinter der Union. Ein rot-rot-grünes Bündnis mit Grünen und Linken hat keine Mehrheit. Im Frühjahr stehen drei Landtagswahlen (Saarland, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen) an, bevor im September der Bundestag gewählt wird.

mm/dpa/afp

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