Spitzel-Vorwürfe

Bundesanwaltschaft: Wohnungen von vier Imamen durchsucht

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In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind die Wohnungen islamischer Geistlicher durchsucht worden. Foto: Friso Gentsch / Symbolbild

Karlsruhe (dpa) - Wegen Spitzel-Vorwürfen lässt die Bundesanwaltschaft seit dem Morgen die Wohnungen von vier islamischen Geistlichen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz durchsuchen.

Dabei gehe es um den Verdacht der geheimdienstlichen Agententätigkeit, teilte die Behörde in Karlsruhe mit. Die Beschuldigten sollen den Angaben zufolge Informationen über Anhänger der Gülen-Bewegung gesammelt und an das türkische Generalkonsulat in Köln berichtet haben.

Bei den Durchsuchungen, über die zuerst "Spiegel Online" berichtet hatte, gehe es darum, dafür weitere Beweise zu finden. Nähere Auskünfte könnten derzeit nicht erteilt werden, hieß es.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) forderte die türkisch-islamische Union Ditib auf, sich von Ankara zu lösen. "Der Einfluss des türkischen Staates auf die Ditib ist zu groß", erklärte er am Mittwoch. "Die Ditib sollte ihre Satzung ändern, die die enge Verbindung zur türkischen Religionsbehörde Diyanet festschreibt." Wenn sich der Spionageverdacht gegen einzelne Ditib-Imame bestätige, müsse sich die Organisation vorhalten lassen, zumindest in Teilen ein verlängerter Arm der türkischen Regierung zu sein.

Ditib-Imame sollen der türkischen Religionsbehörde Diyanet in Deutschland lebende Anhänger der Gülen-Bewegung gemeldet haben. Die türkische Regierung macht Gülen-Anhänger für den Putschversuch im vergangenen Sommer verantwortlich. "Wir erwarten, dass die Ditib die Vorwürfe unverzüglich und lückenlos aufklärt", sagte Maas.

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