Drama um Jimmy Schulz

FDP-Politiker (51) stirbt - Trauer im Bundestag: „Deine Rede unter Tränen wird keiner vergessen“

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Jimmy Schulz ist tot. Im bayerischen Hohenbrunn erlag er seiner schweren Erkrankung - der Bundestag trauert.

  • Der FDP-Bundestagsabgeordnete Jimmy Schulz ist tot.
  • Er litt unter Bauchspeicheldrüsenkrebs.
  • Bis zum Ende wollte er sich nicht kampflos geschlagen geben.

Update 27. November, 22.30 Uhr: Auch die Gemeinde Hohenbrunn trauert um den verstorbenen Bundestagsabgeordneten Jimmy Schulz. In der Donnerstagsausgabe des Münchner Merkurs erscheint eine von der Gemeinde veröffentlichte Todesanzeige, die dem früheren Gemeinderat (2002 bis 2019) Schulz gewidmet ist. „Die Gemeinde verliert in ihm eine aufrichtige, engagierte und äußerst beliebte Persönlichkeit, die sich besonders durch das Wirken für die Allgemeinheit auszeichnete“, ist in der Anzeige zu lesen. Der Familie von Schulz gelte „unser aufrichtiges Mitgefühl“. Und: „Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren“. 

FDP-Politiker (51) stirbt - Bundestag trauert: „Deine Rede unter Tränen wird keiner vergessen“

Update 26. November, 12.36 Uhr: Der Bundestag ist nach dem Tod des FDP-Politikers Jimmy Schulz in tiefer Trauer. Die FDP legte während der Debatte zum Bundeshaushalt 2020 auf seinen Platz im Plenum Blumenschmuck.

Die Trauer der FDP-Fraktion im Bundestag.

Update 26. November 2019, 7.30: In einer emotionalen Abschiedsnachricht, die er an Schulz richtete, nahm der bayerische FDP-Fraktionschef Martin Hagen Abschied. Die Nachricht treffe ihn „wie ein Schlag“, auch wenn mit seinem Ableben zu rechnen war. „Du warst ein ganz Großer: Ein überzeugter Liberaler, eine beeindruckende Persönlichkeit und vor allem ein richtig feiner Kerl“, würdigt Hagen seinen Parteifreund. 

Hagen erinnert an gemeinsame Begegnungen im Rahmen ihres FDP-Engagements - und an die letzte Rede von Schulz: „Deine Rede unter Tränen beim FDP-Parteitag 2019 wird wohl kein Delegierter je vergessen.“

Am Ende verabschiedet sich Hagen herzlich: „An ein Leben nach dem Tod hast Du nicht geglaubt. Weiterleben wirst Du trotzdem: In unseren Erinnerungen.“

Update 25. November, 15.49 Uhr: Stimmen zum Tod von Jimmy Schulz:

Michael Ritz, Kreisvorsitzender und Landratskandidat der FDP aus Grünwald: „Ein sehr, sehr großer Verlust. Wir sind alle geschockt über den Tod von Jimmy Schulz, obwohl wir natürlich von seiner schweren Erkrankung wussten. Wir sind alle in tiefer Trauer. Ich kannte Jimmy Schulz seit mehr als 20 Jahren. Mir fehlen im Moment ein bisschen die Worte. Noch vor kurzem habe ich mit ihm telefoniert. Wir haben uns noch beraten zu Fragen des Kommunalwahlkampfs. Er hatte einen wahnsinnigen Lebenswillen.“

Florian Hahn, Bundestagsabgeordneter der CSU aus Putzbrunn: „Es ist eine Tragödie. Wir haben gemeinsam 2009 unseren Start in Berlin im Bundestag hingelegt. Unser Verhältnis war von großer Kollegialität geprägt. Er war einfach ein feiner Kerl, der ernst und hart in der Sache streiten konnte – aber am persönlichen Verhältnis hat das nichts geändert. Er hat trotz aller ernsten Themen den Sinn dafür behalten, auch Freude am Leben zu haben. Gemeinsam haben wir, zumindest für einige Zeit, Ayinger Bier in der bayerischen Landesvertretung zum Ausschank bringen lassen. Es ist einfach nur sehr traurig.“

Ernst Weidenbusch, Landtagsabgeordneter der CSU aus Haar, der Jimmy Schulz auch aus dem Kreistag gut kannte: „Der Landkreis München verliert einen politischen Kollegen, der sich intensiv eingebracht hat, von der kommunalen bis zur Bundesebene. Er war in ganz Deutschland als Experte für digitale Technik hochgeschätzt. Er ist viel zu früh von uns gegangen. Die Gedanken sind bei seiner Familie. Ich bin selbst erschüttert. Natürlich weißt du bei so einer Krankheit, dass damit zu rechnen ist. Aber der Moment, wo es dann so weit ist, trifft einen doch hart.“

Anton Hofreiter, Bundestagsabgeordneter der Grünen aus Unterhaching: „Der Tod meines Bundestagskollegen Jimmy Schulz macht mich betroffen und traurig. Ich möchte seinen Angehörigen mein herzlichstes Beileid aussprechen. Als Vorsitzender des Ausschusses Digitale Agenda hat er die wichtigen Themen Digitalisierung und Vernetzung vorangetrieben. Dafür bin ich ihm dankbar. Viel zu jung ist er von uns gegangen, das ist tragisch.“

Natascha Kohnen, Vorsitzende der Bayern SPD und Landtagsabgeordnete aus Neubiberg: „Er ist ein alter Freund von mir. Ein ganz ehrlicher, aufrichtiger Mensch. Wir waren echte Weggefährten. Ich bin sehr traurig. Er hat so gekämpft, um noch ein Stück hierzubleiben.“ Jörg Scholler, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion Dritter Bürgermeister von Gräfelfing: „Das ist eine unheimlich traurige Nachricht. Jimmy Schulz hat nicht zuletzt für den FDP-Kreisverband unheimlich viel geleistet. Als begnadeter Moderator und Kommunikator hat er den Zusammenhalt maßgeblich gestärkt.“

Ilse Ertl, stellvertretender Vorstand der Landesvereinigung der Feien Wähler aus Moosburg: „Im Bundestagswahlkampf 2017 saß ich als Kandidatin noch mit Jimmy Schulz in Taufkirchen bei einer Diskussion mit auf dem Podium. Er ist viel zu früh gestorben. Es erschüttert mich. Auch wenn wir unterschiedlicher politischer Auffassung waren, waren wir im demokratischen Verständnis vereint. Ein großer Verlust.“

Landrat Christoph Göbel (CSU) rühmt Jimmy Schulz als „im wahrsten Sinne des Wortes liberalen, freien Geist, mit unglaublich viel Power“. Er habe ihn sehr geschätzt, auch abseits seiner großen Kompetenz im Politikbereich Digitales. „Beeindruckend seine Tapferkeit die vergangenen zwei Jahre – das hat er für seine Familie gemacht.“

Update 25. November, 14.55 Uhr: Der Bundestagsabgeordnete der FDP, Jimmy Schulz, ist tot. Der 51-Jähriger erlag am Montag seinem Krebsleiden. Im November 2017 war bei Jimmy Schulz, Bundestagsabgeordneter der FDP aus Riemerling, ein bösartiger Tumor festgestellt worden. Die Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs. Nun starb der Vater von drei Kindern an den Folgen der Erkrankung.

FDP-Politiker Jimmy Schulz tot: Er genoss bis zum Ende jeden Tag

In einem Interview mit dem Münchner Merkur hatte Schulz von der langen Krankheitsodyssee berichtet. Trotz Operation hatten ihm die Ärzte schließlich nicht mehr helfen können. Nach der Bildung von Metastasen musste er sich mit dem Gedanken an seinen nahenden Tod vertraut machen. „Man macht in dieser Situation Frieden mit sich, schreibt das Testament und Abschiedsbriefe an die Kinder“, so Schulz damals im Interview. Bis zum Ende blieb er aktiv. „Ich lebe und genieße jeden Tag“, sagte er noch im Sommer.

Noch im Juni gab er ein kämpferisches Interview: jetzt ist Jimmy Schulz gestorben.

Aufgewachsen in einem hochpolitischen Elternhaus, – der Vater Professor für Volkswirtschaft an der Bundeswehruniversität Neubiberg, die Mutter Ärztin für Neurologie und Psychotherapie in Ottobrunn, studierte Schulz politische Wissenschaften. Was ihn daneben schon immer faszinierte: Computer und Internet. Neben dem Studium arbeitete er bei Compuserve, wo er die Weiten und Möglichkeiten des Internets entdeckte. 1995 gründete er seine eigene Internetfirma.

Jimmy Schulz (FDP) erliegt Krebsleiden: Christian Lindner kondoliert Familie

Zunehmend trieb ihn um, dass die Politik die neuen digitalen Möglichkeiten nicht verstand und mit Verboten und Überwachung reagierte. Als seine Firma an die Börse ging und er seinen Abschluss in der Tasche hatte, trat er der FDP bei. Nach der Kommunalwahl im Frühjahr 2002 übernahm er im Gemeinderat von Hohenbrunn ein erstes politisches Mandat. Im gleichen Jahr wurde er in den Vorstand des FDP-Bezirksverbandes Oberbayern gewählt und im Jahr darauf zum Kreisvorsitzenden der FDP München-Land. 2009 zog er als FDP-Abgeordneter in den Bundestag ein.

Im Oktober ernannte ihn die FDP Oberbayern zu ihrem Ehrenvorsitzenden. FDP-Chef Lindner bezeichnet Schulz, der Vorsitzender des Ausschusses Digitale Agenda des Bundestags war, als „Netzpolitiker der ersten Stunde“. Entschlossen habe er für Bürgerrechte gestritten und für die digitale Selbstbestimmung gekämpft. Lindner: „Unsere Gedanken sind jetzt bei seiner Frau, seinen Kindern und seinen Freunden. Jimmy Schulz wird uns sehr fehlen.“

Jimmy Schulz tot - FDP Bayern mit bewegenden Worten

Auch der Landesvorsitzende der FDP Bayern, Daniel Föst äußerte sich zum Tod des 51-jährigen Parteikollegen bestürzt: „Die FDP Bayern ist zutiefst getroffen und bestürzt über das Ableben unseres langjährigen Mitstreiters Jimmy Schulz. Die Offenheit, mit der er mit seiner Krankheit umgegangen ist, hat anderen Kraft gegeben – wie bei allen Dingen, die er gemacht hat. Unsere Anteilnahme gilt seinen Hinterbliebenen.“

Erstmeldung 25. November, 12.55 Uhr

Hohenbrunn - Der Bundestagsabgeordnete der FDP, Jimmy Schulz, ist tot. Der 51-Jähriger erlag am Montag (25. November) seinem Krebsleiden. Im November 2017 war bei Jimmy Schulz, Bundestagsabgeordneter der FDP aus Riemerling, ein bösartiger Tumor festgestellt worden. Die Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs. Nun starb er an den Folgen der Erkrankung.

FDP-Politiker Jimmy Schulz tot - Er kämpfte bis zum Schluss

Die Diagnose  hatte das Leben von Jimmy Schulz radikal verändert. Mit allen Mitteln kämpfte er gegen den Krebs, unterzog sich einer Chemotherapie, verlor enorm an Gewicht. Erst im Juni gab er sich in einem Interview mit dem Münchner Merkur noch kämpferisch. Jetzt hat er den Kampf gegen die Krankheit verloren. FDP-Chef Christian Lindner bestätigte den Tod des beliebten Politikers gegenüber dem Münchner Merkur. 

In einem Interview mit dem Münchner Merkur hatte Schulz von der langen Krankheitsodyssee berichtet. Trotz Operation hatten ihm die Ärzte schließlich nicht mehr helfen können. Nach der Bildung von Metastasen musste er sich mit dem Gedanken an seinen nahenden Tod vertraut machen. „Man macht in dieser Situation Frieden mit sich, schreibt das Testament und Abschiedsbriefe an die Kinder. Ich habe drei Kinder“, so Schulz damals im Interview mit dem Münchner Merkur.

FDP-Politiker Jimmy Schulz gestorben: Bis zum Ende genoss er jeden Tag

Bereits im Sommer vergangenen Jahres hatten die Ärzte Schulz kaum noch Lebenszeit eingeräumt. Er solle sich auf Wochen einstellen - nicht auf Monate. Dennoch blieb Schulz bis zum Ende aktiv. „Ich lebe und genieße jeden Tag.“

Auch auf politischer Ebene wird Schulz ein Loch hinterlassen. FDP-Chef Lindner bezeichnete Schulz, der Vorsitzender des Ausschusses Digitale Agenda des Bundestags war, als „Netzpolitiker der ersten Stunde“. Entschlossen habe er für Bürgerrechte gestritten und für die digitale Selbstbestimmung gekämpft. „Unsere Gedanken sind jetzt bei seiner Frau, seinen Kindern und seinen Freunden. Jimmy Schulz wird uns sehr fehlen.“

Bei der aktuellen Debatte im Bundestag geht Christian Lindner auf Angela Merkel los

Rubriklistenbild: © dpa / Sven Hoppe

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