Aber auch CDU-Spendenaffäre aufgegriffen

„Glücksfall“: Bundestag würdigt Kohl als großen europäischen Staatsmann

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Thomas de Maiziere (CDU), Ursula von der Leyen (CDU), Sigmar Gabriel (SPD) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gedenken zu Beginn der Sitzung des Deutschen Bundestages dem verstorbenen ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl.

Der Bundestag hat den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl (CDU) als großen europäischen Staatsmann geehrt.

In einer Gedenkveranstaltung im Berliner Reichstag würdigte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) am Donnerstag den langjährigen Kanzler als "Glücksfall für Deutschland und Europa". Bei der Wiederherstellung der deutschen Einheit habe er stets auch die europäische Einigung im Blick gehabt, sagte Lammert im Beisein von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Lammert: Kohls „integrierende Kraft“ war legendär

Kohl habe die Hoffnung auf die deutsche Einheit nie aufgegeben "und wir verdanken es ihm, dass sie heute Realität ist, sagte Lammert. "Kohl wusste, dass dieses große nationale Ziel nur über die Einigung Europas zu erreichen war." Der Altkanzler habe die Wiedervereinigung mit einer "Weitsicht" vorangebracht, "die im Westen längst vielen abhanden gekommen war", fügte er hinzu. "Als sich die Chance ergab, ergriff Helmut Kohl mit dem sicheren Instinkt, der den großen Staatsamann ausmacht, die Initiative."

Legendär seien seine "integrierende Kraft ebenso wie seine polarisierende Wirkung" gewesen, sagte Lammert auch mit Blick auf Kohls Zeit als Oppositionsführer. Im Zusammenhang mit der CDU-Spendenaffäre, in der sich Kohl hartnäckig geweigert hatte, die Namen der Spender zu nennen, sprach Lammert von der "außergewöhnlich sturen Persönlichkeit" des Altkanzlers.

Wegen der CDU-Spendenaffäre spricht Lammert aber auch von einer "außergewöhnlich sturen Persönlichkeit"

Für den am vergangenen Freitag im Alter von 87 Jahren verstorbenen Kohl soll es am 1. Juli einen europäischen Trauerakt in Straßburg und später eine Abschiedszeremonie in Speyer geben. Dort soll der langjährige Kanzler, der von 1982 bis 1998 regierte, beigesetzt werden. Bei dem Trauerakt im Europaparlament in Straßburg sollen unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der französische Präsident Emmanuel Macron, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und der frühere US-Präsident Bill Clinton sprechen.

afp

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