Muss die Kanzlerin abtreten?

Bundestagswahl 2017: Das sind die Kandidaten

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SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und Bundeskanzlerin Angela Merkel. 

Berlin - Im September steht Deutschlands wichtigste Polit-Wahl an: die Bundestagswahl 2017. Welche Parteien liegen in den Umfragen vorn und welche Prognosen lassen sich machen? Wir geben Ihnen alle Infos.

Update vom 26. Juli 2017: In knapp zwei Monaten wird gewählt. Doch wann und wie man abstimmen kann, erhält man in einem gesonderten Brief. Hier steht, wann Sie die Wahlunterlagen zur Bundestagswahl 2017 bekommen.

Update vom 24. Juli 2017: Mit welchem Wahlprogramm starten die Grünen in den Bundestagswahlkampf? Hier bekommen Sie die Infos.

Update vom 24. Juli 2017: Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt führen die Grünen als Spitzenkandidaten in den Bundestagswahlkampf. Doch wie treten die beiden auf und wie kamen sie in die Politik? Hier gibt es die Infos.

Update vom 18. Juli 2017: Wie steht die SPD zu den Themen Familie, Bildung und Rente? Bei uns bekommen Sie alle Infos über das SPD-Wahlprogramm. 

Update vom 18. Juli 2017: Wie steht die AfD zur Flüchtlingspolitik und inneren Sicherheit? Wir haben uns das Wahlprogramm der Alternativen genauer angesehen. 

Update vom 18. Juli 2017: Bei der kommenden Bundestagswahl gehen Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch für Die Linke als Spitzenkandidaten an den Start, doch wer sind die zwei eigentlich? Hier erfahren Sie es. 

Update vom 18. Juli 2017: Christian Lindner und seine FDP möchte den Wiedereinzug in den Bundestag, doch mit welchem Wahlprogramm wollen die Liberalen die Wähler überzeugen? Wir haben uns das Wahlprogramm der FDP angesehen und für Sie zusammengefasst.

Update vom 18. Juli 2017: Die CDU ist in Deutschland die am längsten regierende Partei, doch wie hat sie sich in den vergangenen Jahren in Sachen Mitglieder entwickelt? In unserem CDU-Steckbrief erfahren Sie es.  

Im deutschen Politik-Kalender dürfte der 24. September 2017 bereits rot markiert sein, denn an diesem Sonntag wird der 19. Deutsche Bundestag gewählt. Doch wer denkt, dass die Wahl des bedeutendsten deutschen Gesetzgebungsgremiums zufällig auf diesen Tag fällt, der liegt falsch. Die Ermittlung des genauen Termins für die Bundestagswahl 2017 obliegt strengen Regularien, die dabei eingehalten werden müssen. 

So muss die Wahl des Bundestags laut dem deutschen Grundgesetz frühestens 46 und spätestens 48 Monate (also alle vier Jahre) nach Beginn der aktuellen Wahlperiode stattfinden. Im Falle der frühzeitigen Auflösung des Bundestags kann sich diese Periode verkürzen. Sollte sich Deutschland im Verteidigungsfall befinden, also angegriffen werden, so kann sich die Zeitspanne auch verlängern. 

Da am 22. Oktober 2013 die Wahlperiode des 18. Deutschen Bundestags anlief, muss das Datum der Bundestagswahl 2017 also zwischen dem 23. August 2017 und dem 22. Oktober 2017 liegen. Laut Bundeswahlgesetz muss der Termin zudem auf einen Sonntag oder einen gesetzlichen Feiertag fallen.

Am 23. Januar 2017 schließlich gab der damalige Bundespräsident Joachim Gauck zusammen mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Bundesinnenminister Thomas de Maiziere via Bundesgesetzblatt den offiziellen Termin für die Bundestagswahl 2017 bekannt. 

Je näher das Datum der Bundestagswahl 2017 rückt, umso mehr Spekulationen um den Ausgang der Wahl gibt es. Schafft es die Kanzlerin mit einer vierten Amtszeit, die Alt-Kanzler Konrad Adenauer (14 Jahre Amtszeit) und Helmut Kohl (16 Jahre Amtszeit) einzuholen? Gelingt es der SPD mit dem ehemaligen EU-Parlamentspräsident Martin Schulz nach den misslungenen Versuchen von 2009 und 2013, endlich den Bundeskanzler zu stellen? Schafft die AfD den Einzug in den Bundestag? Vielleicht sogar mit einem zweistelligen Ergebnis? Was passiert mit den Grünen, der Linken und der FDP? Wir verraten, wer in den aktuellen Umfragen vorne liegt und wie die Prognosen für die Bundestagswahl 2017 aussehen?  

Bundestagswahl 2017: Wie verlief die letzte Bundestagswahl?

Bei der vergangenen Bundestagswahl (fand am 22. September 2013 statt) ging die CDU/CSU mit 41,5 Prozent erneut als stärkste Fraktion hervor. Die CDU durfte sich über einen Stimmenzuwachs von knapp sieben Prozent freuen und auch die CSU legte um 0,9 Prozent zu. 

Zweitstärkste Kraft blieb die SPD mit 25,7 Prozent - Die Linke (8,6 Prozent) und Die Grünen (8,4 Prozent) mussten im Vergleich zu 2009 einen Verlust von 3,3 Prozent beziehungsweise 2,3 Prozent verkraften. 

Die größte Schlappe musste jedoch die FDP hinnehmen - mit 4,8 Prozent scheiterte die Freiheitlich Demokratische Partei an der Fünf-Prozent-Hürde und war damit erstmals seit 1949 nicht im Parlament vertreten. Damit verlor man verglichen mit der Bundestagswahl 2009 ganze 9,8 Prozent. 

Die AfD ließ dagegen 2009 zum ersten Mal aufhorchen und sorgte mit 4,7 Prozent für eine Überraschung. Nur um 0,3 Prozentpunkte verfehlte man damit den Sprung ins Parlament. 

Bundestagswahl 2017: Das sind die Parteien und Kandidaten

Vor der Bundestagswahl küren die Parteien jeweils einen Spitzenkandidaten, der durch den Wahlkampf führen soll. Etablierte Parteien wie CDU/CSU und SPD stellen einen Kanzlerkandidaten auf, der im Falle einer Regierungskoalition als Kanzler gewählt werden soll. Die Partei muss dabei natürlich zu den Koalitionsparteien gehören. Die kleineren Parteien sehen in der Regel davon ab, einen Kanzlerkandidaten auszurufen. 

Bei der Bundestagswahl 2013 standen laut Bundeswahlleiter 34 Parteien zur Wahl. Bis spätestens zum 7. Juli 2017 (spätestens 97 Tage vor der Wahl) muss feststehen, welche und wie viele Parteien bei der Bundestagswahl 2017 zugelassen werden. 

Folgende Parteien sind aktuell im Bundestag oder in einem Landesparlament mit mindestens fünf Abgeordneten aufgestellt:

Parteien

Spitzen- und Kanzlerkandidat

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

Angela Merkel

Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU)

Angela Merkel

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

Martin Schulz

Bündnis 90/Die Grünen (Grüne)

Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir

Die Linke (Die Linke)

Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht

Freie Demokratische Partei (FDP)

Christian Lindner

Alternative für Deutschland (AfD)

Noch nicht bekannt 

Piratenpartei Deutschland (Piraten) - nur in Landesparlamenten vertreten, die noch vor der Bundestagswahl neu gewählt werden

Stefan Körner 

Freie Wähler (Freie Wähler)

Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (PARTEI)

Serdar Somuncu

Bundestagswahl 2017: Wichtige Wahlkampfthemen 

Für die Union sind die Stellschrauben, an denen gedreht werden muss, eigentlich klar. Ob Rente, Wohlstand, Zusammenhalt - kein Thema wird im Wahlkampf für die Bundestagswahl 2017 so dominieren wie das der Migrationspolitik von Kanzlerin Merkel. Diese muss dabei sowohl innerhalb als auch außerhalb der Union Überzeugungsarbeit leisten. CSU-Chef Horst Seehofer wird sich nicht mit dem Satz „Die Ereignisse des vergangenen Jahres dürfen sich nicht wiederholen“ zufrieden geben und weiter auf eine Obergrenze von Flüchtlingen drängen. Spannend wird zudem sein, wie weit die Kanzlerin bei dem Thema „Flüchtlinge und Migration“ einrückt, um dem politischen Emporkömmling AfD Wähler wegzunehmen. Ganz offiziell liegt der Wahlkampffokus der CDU/CSU aber bei den Themen: Zusammenhalt der Gesellschaft, Wohlstand und innere Sicherheit.

Die SPD mit Spitzenkandidat Martin Schulz ließ sich lange nicht in die Karten schauen, wie der Wahlkampf 2017 inhaltlich aussehen wird. Erst im Juli offenbarte die SPD ihr Wahlprogramm. Einige Ziele sind klar benannt, so zum Beispiel bei der Familienpolitik, Bildungspolitik und der Arbeitsmarktpolitik. Zum Thema Sicherheitspolitik schlägt die SPD drei Grundpfeiler vor: „Repression, Vorbeugung und Ausstiegshilfe“ heißt es im Kampf gegen den Extremismus. Bei der Flüchtlingspolitik soll es einen Aufteilungsschlüssel über ganz Europa geben.

Die Wahlstrategie der AfD lässt sich aufgrund eines internen und angeblich vertraulichen Strategiepapiers, das im Februar an die Öffentlichkeit gelangte, recht genau benennen. Die Zielgruppe bilden Europa-Skeptiker, Konservative, bürgerliche Wähler, Protestwähler, Nichtwähler, Arbeiter und Arbeitslose. Inhaltlich will man sich vom politischen „Mainstream“ fernhalten und weiter am Stilmittel des Polarisierens und Provozierens festhalten. Desweiteren will man heikle Themen ausklammern und nicht zu viele Themen und zu viele Details auf die Wahlkampfagenda bringen. 

Die Grünen werden in ihrem Wahlkampfprogramm die Themen Migration, erneuerbare Energien, Massentierhaltung, Betreuungsgelder und Mindestlohn auf ihre Agenda schreiben.   

Die Linke will sich mit Themen wie Lohn, Armut, Rente, Einkommensteuer, Miete, Gesundheitswesen und Flüchtlingen befassen. Die FDP spricht sich innenpolitisch gegen neue Sicherheitsgesetze und die Vorratsdatenspeicherung aus. Gesundheitspolitisch will man sich für die Legalisierung von Cannabis einsetzen und in der Flüchtlingspolitik von Angela Merkel distanzieren.

Wie das Wahlsystem bei der Bundestagswahl 2017 funktioniert, können Sie unter diesem Link nachlesen.

Bundestagswahl 2017: Das sind die aktuellen Prognosen

Wäre kommenden Sonntag die Bundestagswahl 2017, so würde laut den aktuellen Zahlen alles auf eine erneute Koalition zwischen Union und SPD mit Angela Merkel als Bundeskanzlerin hindeuten. Sollten die Umfragewerte der SPD jedoch weiter steigern, so könnte es unter Umständen auch eine rot-rot-grüne Koalition geben, also SPD, Linke und Grüne.

Noch unwahrscheinlicher erscheint die Option auf eine Ampelkoalition zwischen SPD, Grünen und FDP. Um diese Konstellation zu ermöglichen, müssten die Grünen und die FDP bis zur Bundestagswahl 2017 noch deutlich zulegen. 

Eine Koalition mit der AfD scheint so gut wie ausgeschlossen, da sich keine der etablierten Parteien dazu bereit erklärt hat, mit der AfD eine Koalition zu bilden. Allerdings kann sich diese Situation noch ändern - einige CDU-Politiker sprachen sich für ein Regierungs-Bündnis mit der AfD aus (Bericht auf unserem Partnerportal Merkur.de). 

Bundestagswahl 2017: Wettanbieter uneinig über Ausgang der Wahl

Bis zum Wahltermin der Bundestagswahl 2017 ist es zwar noch ein bisschen hin, dennoch lässt sich bei bestimmten Wettanbietern bereits auf das Ergebnis der Wahl tippen. Dabei herrscht bei den jeweiligen Tippbüros noch Uneinigkeit darüber, wer die Bundestagswahl 2017 gewinnt (Stand: 16. Februar).

  • Der Wettanbieter Bet-at-home führt Bundeskanzlerin Angela Merkel als Favorit auf den Sieg der Bundestagswahl 2017 an. Wer einen Euro auf Merkel setzt, würde aktuell bei einer Quote von 1,75 einen Gewinn von 0,75 Cent machen. Die Quote für den Sieg eines anderen Kandidaten liegt bei 1,95.  
  • Bwin dagegen sieht Merkel nicht als Favorit auf eine weitere Legislaturperiode als Bundeskanzlerin und gibt ihr eine Quote von 2,0 auf den Wahlsieg. Die Quote von 1,75 gibt es, wenn ein anderer Kandidat gewinnt.  

kus

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