Kandidatenvorstellung Bundestagswahl 2017

20 Fragen an Abuzar Erdogan (SPD)

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Abuzar Erdogan, SPD

Rosenheim/Landkreis - Am Sonntag, 24. September, wird in Deutschland ein neuer Bundestag gewählt. Im Wahlkreis Rosenheim (222) bewerben sich elf Kandidaten um das Direktmandat. Wir stellen alle Kandidaten einzeln vor - heute: Abuzar Erdogan (SPD).

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Die Antworten auf den Fragebogen von rosenheim24.de:

1. Name:

Antwort:  Erdogan, Abuzar

2. Partei:

Antwort:  SPD

3. Alter:

Antwort:  23

4. Wohnort:

Antwort:  Rosenheim-Aising

5. Familienstand:

Antwort:  ledig

6. Beruf:

Antwort:  Jurist

7. Anzahl Kinder:

Antwort:  -

8. Politische Karriere:

Antwort:  Stadtrat in Rosenheim

9. Vorbilder in der Politik:

Antwort:  Willy Brandt, Otto Wells

10. Was verbindet Sie mit unserer Region? Was ist das Besondere bei uns?

Antwort:  echtes Lebensgefühl, Natur, Familie, Freunde

11. Warum sollten die Bürger Ihnen ihre Stimme geben? Was sind Ihre Qualifikationen/Kompetenzen?

Videos:

Antwort: Ich stehe für eine Gesellschaft, in der nicht Angst und Pessimismus dominiert, sondern die geprägt ist von Mut, Zuversicht, Toleranz und Nächstenliebe. Meine Mutter ist als Gastarbeiterkind, mein Vater aus politischen Gründen nach Deutschland gekommen. Beide arbeiten seit ihrer Jugend, zum Teil bis heute im Schichtdienst. Ich weiß sehr gut, wo bei Menschen, die trotz harter Arbeit an der ein oder anderen Stelle sparen müssen, um Ihren Kindern ein Studium finanzieren zu können, der Schuh drückt. Diese Erfahrungen aber auch meine Verwurzelung in der unserer Region (Stadtjugendring, Historischer Verein, Gesicht Zeigen, u.v.m.) zeichnen mich aus, Rosenheim in Berlin bestens zu vertreten.

12. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele?

Antwort:  Ich möchte mich in erster Linie dafür einsetzen, dass Wohnraum nicht mehr und mehr zum Luxusgut wird, sondern das Menschen dort leben können, wo sie wollen und nicht dort, wo sie es sich leisten können! Dafür muss der Staat mehr in bezahlbaren Wohnraum investieren. Darüber hinaus ist es mir sehr wichtig, dass Menschen die ein Leben lang hart arbeiten, Kinder großziehen und einen wichtigen Beitrag für unser tägliches Zusammenleben leisten, eine Rente erhalten, die Ihrer Leistung gerecht wird. Die SPD hat dafür eine Untergrenze für das Rentenniveau von 48 Prozent beschlossen. Das ist allerdings nur ein Anfang, wir müssen endlich dafür sorgen, dass es eine Bürgerversicherung gibt, in die alle, vom Abgeordneten bis hin zum Angestellten, einzahlen, damit wir endlich wieder ein höheres Rentenniveau haben. Schließlich werde ich mich in Hinblick auf die Brenner-Zulaufstrecke dafür einsetzen, dass ohne glasklare Verkehrszahlen und somit ohne eine belastbare rechtliche Grundlage die Region nicht mit zusätzlichen Gleisen belastet wird! Andererseits werde ich darauf drängen, dass die Bürger und insbesondere die Interessensvertretung Brennerdialog auf Augenhöhe mitbeteiligt werden.

13. Was wollen Sie für die Menschen in der Region bewirken?

Antwort:  Unsere Region lebt von einer überwältigenden Anzahl an ehrenamtlich engagierten Menschen in den verschiedensten Bereichen. Sei es im THW, bei den Trachtlern, in der Gewerkschaft oder beim Kreisfischereiverein, hier leisten Menschen einen enormen Beitrag dafür, dass wir tolles Miteinander in der Region haben. Als Abgeordneter dieser Region möchte ich der Anwalt dieser Menschen in Berlin sein, mich für ihre Belange einsetzen und sie bei Entscheidungen auch hören, um unsere Region politisch bestmöglich zu vertreten.

14. Wie sieht Ihre Lösung für die Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel aus?

Antwort:  Wie schon angesprochen muss ganz klar gelten, dass die Region nicht durch zusätzliche Trassen belastet werden darf, wenn die Grundlage dafür nicht einwandfrei gegeben ist. Es braucht folglich braucht klare Zahlen, die einen Verkehrsanstieg belegen, der den Bau von zusätzlichen Trassen rechtfertigt. Diese Zahlen sehe ich nicht und bezweifle, dass es sie je geben wird. Daher bin ich ein entschiedener Gegner, der Region etwas aufzudrücken, das weder rechtlich noch tatsächlich gerechtfertigt ist. Die Zweifel werden dadurch verstärkt, dass es bis heute keinerlei Aussage des Verkehrsministers bezüglich flankierender Maßnahmen wie beispielsweise das Fahrverbot vom Schwerlastverkehr auf der Straße gibt; stattdessen dürfen sogenannte Gigaliner immer noch auf der Straße fahren! Weiterhin muss eine Besserung des Lärmschutzes an der Bestandsstrecke kommen. Die Technik macht es bereits möglich, dass Züge wesentlich leiser fahren können, hier muss endlich investiert werden. Leider hat das seit 8 Jahren CSU-geführte Verkehrsministerium in diesem Bereich kaum etwas unternommen. Schließlich brauchen wir eine ehrliche Beteiligung der Bürger auf Augenhöhe. Die Bürgerinitiativen im Landkreis haben ein enormes Fachwissen und vertreten eine Großzahl von Menschen. Es ist unbegreiflich, wie man eine Planung ohne ehrliche Beteiligung dieser Interessengruppe vorantreiben kann. Das muss sich ändern!

15. Thema Gerechtigkeit: Geht es in Deutschland gerecht zu? Sollten bestimmte Bevölkerungsschichten steuerlich entlastet/finanziell unterstützt werden? Welche und wie?

Antwort:  Leider gibt es in Deutschland eine enorme Chancenungleichheit. Wer viel hat tut sich leicht, sein Vermögen zu vermehren, wer wenig oder gar nichts hat, hat kaum eine Chance, sich ein Vermögen aufzubauen. Gepaart mit dem Wohnraumproblem und der Altersarmut, droht uns ein starkes Auseinanderdriften unserer Gesellschaft, wenn wir nicht endlich handeln! Die SPD wird daher Einkommen bis ca. 76 000 Euro (Singleeinkommen) entlasten und Einkommen ab 250 000 Euro stärker belasten. Wir werden zudem Kapitalerträge endlich genauso besteuern wie das Einkommen aus Erwerbstätigkeit. Mit den Mehreinnahmen werden wir in Familien und Bildung investieren.

16. Thema Rente: Wie sieht Ihre Rentenpolitik aus? Renteneintrittsalter und Finanzierung (Stichwort: Generationenvertrag)?

Antwort:  Mit der SPD wird es keine Rente mit 70 geben! Man kann in einigen Berufen den Menschen nicht zumuten, bis 70 zu arbeiten. Wir müssen dafür sorgen, dass Menschen, die Jahrzehnte lang hart gearbeitet haben ähnlich wie in Österreich oder der Schweiz eine Rente erhalten, die Ihrer Leistung gerecht wird. Die SPD hat daher eine Untergrenze des Rentenniveaus von 48 Prozent beschlossen. Das ist ein wichtiger erster Schritt. Andererseits dürfen die Beitragszahler, also die jüngeren nicht einseitig belastet werden, die SPD hat daher einen Rentenhöchstbeitrag von 22 Prozent beschlossen, um so dem Generationenvertrag gerecht zu werden. Was wir brauchen ist endlich eine Bürgerversicherung, in die Abgeordnete genauso einzahlen wie Selbstständige und Erwerbstätige! Deutschland ist ein reiches Land, wir müssen es uns leisten können, Menschen, die hart gearbeitet haben eine Rente zu ermöglichen, von der sie gut leben können!

17. Thema Ökologie/Klimaschutz: Sind wir hier auf dem richtigen Weg? Was sollte sich wie ändern?

Antwort:  Deutschland braucht einen Fahrplan mit konkreten Maßnahmen, um innerhalb der nächsten Jahre gänzlich auf erneuerbare Energien umsteigen zu können. Neben dem Ausstieg aus der Atomenergie, braucht es ebenso einen Ausstieg aus der Kohlekraft. Auch in der Verkehrspolitik brauchen wir ein umdenken. Wir müssen mehr Geld in den ÖPNV und in den Radverkehr investieren, um diesen attraktiver zu machen. In diesem Zusammenhang gilt es auch, die E-Mobilität stärker in den Fokus zu rücken. Nicht zuletzt der Diesel-Skandal hat deutlich gemacht, dass wir eine Alternative zum Verbrennungsmotor brauchen. Fazit: Es gibt noch viel zu tun!

18. Thema Wohnungsnot/sozialer Wohnungsbau:  Bezahlbare Wohnungen sind in unserer Region oft Mangelware. Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum schaffen und finanzieren?

Antwort:  Die SPD hat trotz der Großen Koalition durchgesetzt, dass die Mittel für den Sozialen Wohnungsbau verdreifacht wurden. Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, muss der Staat auch in Zukunft mehr in bezahlbaren Wohnraum investieren und vor allem Kommunen und kommunale Unternehmen in der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ebenso wie Genossenschaften fördern. In manchen Regionen werden wir zudem nicht umhin kommen, eine starre Mietpreisbremse einzuführen.

19. Thema Flüchtlinge: Was läuft in der Flüchtlingspolitik gut, was schlecht? Wie würde Ihre Flüchtlings- und Integrationspolitik aussehen?

Antwort:  Wir müssen als erstes die Fluchtursachen bekämpfen, damit sich Menschen erst gar nicht genötigt sehen, ihre Heimat gegen eine gefährliche Flucht einzutauschen. Von dem anfänglichen Mantra der Bundeskanzlerin „wir schaffen das!“ und „wir müssen die Fluchtursachen bekämpfen“ ist leider nichts übriggeblieben. Eine Diktatur wie die Türkei erhält Milliarden dafür, dass sie Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Rahmenbedingungen im Land hält und parallel neue Fluchtursachen schafft. Deutschland braucht einen Bundeskanzler, der diesen Deal beendet und darauf drängt, dass die Flüchtlinge auch solidarisch innerhalb der EU verteilt werden. Wer aufgrund von Krieg oder Verfolgung Hilfe sucht, muss diese auch bekommen, das Recht auf Asyl ist ein Menschenrecht! Für alle anderen Einwanderer brauchen wir ein Einwanderungsgesetz, um auch insbesondere jenen Menschen, die bei uns integriert sind und einer Tätigkeit nachgehen, die Chance zu geben, bei uns bleiben zu können.

20. Braucht Deutschland einen Regierungswechsel, eine neue Regierungskoalition? Welche und warum?

Antwort:  Die SPD hat trotz der Großen Koalition viele Projekte wie den Mindestlohn oder die Rente mit 63 durchgesetzt. Um aber die großen sozialen Herausforderungen wie etwa den Mangel an bezahlbaren Wohnraum oder das Rentenproblem in den Griff zu bekommen, braucht es eine stärkere Sozialdemokratie!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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Die Redaktion

Die Direktkandidaten des Wahlkreises Rosenheim

Daniela Ludwig
Abuzar Erdogan
Korbinian Gall
Andreas Winhart
Mary Fischer
Freie Wähler
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Michael Linnerer
S. Misselhorn
DIE LINKE
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Bernhard Neumann
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Ludwig Maier
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