Kandidatenvorstellung Bundestagswahl 2017

20 Fragen an Mary Fischer (Freie Wähler)

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Mary Fischer, Freie Wähler

Rosenheim/Landkreis - Am Sonntag, 24. September, wird in Deutschland ein neuer Bundestag gewählt. Im Wahlkreis Rosenheim (222) bewerben sich elf Kandidaten um das Direktmandat. Wir stellen alle Kandidaten einzeln vor - heute: Mary Fischer (Freie Wähler).

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Die Antworten auf den Fragebogen von rosenheim24.de:

1. Name:

Antwort:  Mary Fischer

2. Partei:

Antwort:  FREIE WÄHLER

3. Alter:

Antwort:  Genauso alt, wie Sie mich schätzen!

4. Wohnort:

Antwort:  Greimharting am Fuße der Ratzinger Höhe, Gemeinde Rimsting

5. Familienstand:

Antwort: verheiratet – seit 34 Jahren hält mich immer noch der gleiche Mann aus!

6. Beruf:

Antwort:  Lehrerin für Katholische Religion an Grund- und Mittelschule sowie Förderschule und Mitinhaberin einer Ferienwohnanlage

7. Anzahl Kinder:

Antwort:  3 Dirndl und 1 Bua

8. Politische Karriere:

Videos:

Antwort: Engagement: seit 2008 im Gemeinderat von Rimsting, Sprecherin einer erfolgreichen BI zur Abwendung einer Gasbohrung unter den Langbürgner See, Sprecherin eines Arbeitskreises zur Verlangsamung der Verlandung im Schafwaschener Winkel/Chiemsee Schatzmeisterin Bezirksvereinigung FREIE WÄHLER

9. Vorbilder in der Politik:

Antwort: Ich bin ich und ich gehe meinen Weg! Aber es gibt Menschen, die ich für sehr ehrenwert halte und deren Wirken mir eine Richtung aufzeigen: Martin Luther King wegen seines gewaltfreien Einsatzes zur Aufhebung der Rassentrennung in den USA. Sophie Scholl, die ihre Ideale aus religiöser Überzeugung und mit der Leidenschaft der Jugend vertrat bis in die allerletzte Konsequenz. Oder ein Freund aus der Bürgerinitiative, der mir sagt: "Man trifft sich immer zwei Mal im Leben……."

10. Was verbindet Sie mit unserer Region? Was ist das Besondere bei uns?

Antwort: Im Chiemgau hat der liebe Gott gezeigt, was er vermag: hohe Berge, grüne Wälder, saftige Wiesen, guten Boden für ertragreiche Felder und ausreichend kostbares Wasser. Dazu noch Artenvielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt und einen ganz besonderen Menschenschlag – es gibt keinen schöneren Platz zum Leben.

11. Warum sollten die Bürger Ihnen ihre Stimme geben? Was sind Ihre Qualifikationen/Kompetenzen?

Antwort: Leistungsbereit, diszipliniert, teamfähig, tolerant und geeicht: Wer vier Kinder großgezogen hat, im Berufsleben (angestellt und selbständig) steht, ein Mandat ausübt und sich ehrenamtlich engagiert, der weiß, was läuft! Wichtig: die FREIEN WÄHLER nehmen keine Parteispenden – ich bin also ausschließlich den Bürgern und meinem Gewissen verpflichtet!

12. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele?

Antwort:

  • Gesundheitsversorgung und Pflege auf dem Land sichern! Mit den Freien Wählern setze ich mich für eine wohnortnahe und flächendeckende Versorgung mit freiberuflichen Haus- und Fachärzten, sowie inhabergeführten Apotheken ein. Für die Betreuung werdender Mütter und den Start ins Leben brauchen wir ausreichend Hebammen und Geburtshilfeeinrichtungen in erreichbarer Nähe!
  • Soziale Marktwirtschaft, fairen Handel und regionale Wirtschaftskreisläufe fördern! Die umstrittenen Handelsabkommen CETA, TTIP und TiSA sehen wir kritisch, weil sie vorrangig Großkonzernen nutzen und eine Gefahr für unsere mittelständische Wirtschaft darstellen. Die Marktposition unserer Bauern muss gestärkt werden und das Umfeld für die Unternehmer u.a. durch Abbau von Bürokratie und Digitalisierung deutlich verbessert werden.
  • Energie und Umwelt Im Bewusstsein unserer Verantwortung gegenüber unseren Kindern und Enkeln fordern die Freien Wähler eine ambitionierte Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Dazu gehören mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien und die Einführung und Anwendung umweltschonender Technologien (power-to-gas).

13. Was wollen Sie für die Menschen in der Region bewirken?

Antwort:  Heimat und Natur schützen, Lebensqualität für die Bewohner erhalten und verbessern, gleichzeitig die Region wirtschaftlich zukunftsfähig gestalten: heute für Morgen arbeiten und das in allen Bereichen!

14. Wie sieht Ihre Lösung für die Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel aus?

Antwort: Das Bauvorhaben Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel ist ein Jahrhundertprojekt, das sämtliche Bereiche von Grundwasserströmen, Lärmschutz, Immobilien- und Eigentumsverhältnissen, Tourismus, etc. berührt. Deswegen sind die die Kosten hierfür zunächst untergeordnet –wir wollen die optimale Lösung für Mensch und Natur und ambitioniert für die wirtschaftliche Zukunft unserer Region arbeiten! Fundamental wichtig sind verlässliche Zahlen abgestimmt mit Österreich und Italien– die ich noch nicht vorliegen sehe – unter Einbeziehung des Ausbauvorhabens A8. Der Brennerbasistunnel ist zukunftsweisend – wir müssen auch die Entwicklung internationaler Handelsströme und Transporte im Zusammenhang betrachten. 

Dazu liegt zum Beispiel ein beachtenswertes Konzept des LKZ Prien zum Warentransport auf der Schiene bis 80 km vor den Bestimmungsort vor. Die Schlussstrecke zum Zielort würde über die Straße erfolgen. An der Lösung hätte die Politik schon ernsthaft zu arbeiten beginnen müssen, als dieses Projekt in den 80er Jahren aufgelegt wurde. Jetzt müssen wir uns mit den Gegebenheiten auseinandersetzen. Verständlicherweise ist die Bevölkerung in Bezug auf solche Großprojekte nach dem Planungsfiasko um den Berliner Flughafen und Verschwendung von Milliardenbeträgen sehr misstrauisch geworden

15. Thema Gerechtigkeit: Geht es in Deutschland gerecht zu? Sollten bestimmte Bevölkerungsschichten steuerlich entlastet/finanziell unterstützt werden? Welche und wie?

Antwort: Wir haben viele Voraussetzungen für die Gerechtigkeit geschaffen: ein demokratisches Staatswesen mit der Gewaltenteilung, einem Grundgesetz, in dem die Menschenrechte verankert sind, einer sozialen Marktwirtschaft und nicht zu vergessen die Rückschau auf unsere historische Bürde. Trotzdem ist einiges in Schieflage geraten: Konzerne beanspruchen gerne die Infrastruktur, sind aber steuerlich zu weit entlastet und müssen deswegen mehr als bisher zum Gemeinwohl beitragen. Arbeitnehmer fallen bei Gehaltserhöhungen in die kalte Progression – hier gilt es unbedingt nachzuarbeiten! 

Die Stärke einer Gesellschaft zeigt sich im Umgang mit den Schwachen! Grundsätzlich gilt: jeder Mensch muss die Möglichkeit zur Teilhabe am Leben der Gemeinschaft haben. Auf diesem Hintergrund sind Kinder- und Altersarmut zu bekämpfen. Leider zeigt die Pflegereform noch nicht die gewünschte Wirkung – es fehlt an entsprechenden Einrichtungen und Dienstleistern, zum Beispiel bei Kurzzeitpflege wenn Angehörige in den Urlaub fahren wollen! Gerade in diesen Bereichen sehe ich noch viel Arbeit auf die Politik zukommen

16. Thema Rente: Wie sieht Ihre Rentenpolitik aus? Renteneintrittsalter und Finanzierung (Stichwort: Generationenvertrag)?

Antwort:

 Die Furcht vor sozialem Abstieg im Alter steigt zunehmend. Eine umfassende Rentenreform, besonders im Hinblick auf die nachfolgenden Generationen ist unvermeidbar: Gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge müssen so aufgestellt werden, dass ein möglichst hoher Rentenanspruch sichergestellt und ein weiteres Absinken des Rentenniveaus verhindert wird.

  • Freiwillige betriebliche oder private Altersvorsorge soll vom Staat honoriert werden und Anreize zum Sparen geschaffen werden 
  • Auszahlungen aus Versicherungen dürfen nicht grundsätzlich zu einer Senkung der Grundsicherung im Alter führen, sondern dürfen zumindest teilweise zusätzlich zu den staatlichen Transferleistungen bezogen werden. 
  • Maschinen werden in der Zukunft noch viel stärker eingesetzt werden und Arbeiter ablösen. Kapitalgesellschaften müssen deshalb im Standort Deutschland angemessene Steuern zahlen. Damit leisten sie einen gerechten Beitrag zu Sicherung des Sozialstaates. 
  • Eine Erhöhung der Rentenbeiträge über 20 % würde die Kosten des Faktors „Arbeit“ weiter steigen lassen – Lücken sind deswegen steuerfinanziert zu schließen. 
  • Volle Anrechnung der Elternzeit auf die Rente 
  • Ende der Diskriminierung bei der Mütterrente: Arbeit und Pflege für die Familie muss stärker als bisher in der Rentenberechnung berücksichtigt werden. Unterscheidung bei der Anrechnung von Kindern vor oder nach 1992 ist mit dem Gleichheitsgebot nicht vereinbar. 

Eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters lehne ich persönlich ab. Wenn das Eintrittsalter bei 67 Jahren liegen muss, dann ist der Arbeitgeber auch gefordert, den Arbeitsplatz altersgerecht auszustatten.

17. Thema Ökologie/Klimaschutz: Sind wir hier auf dem richtigen Weg? Was sollte sich wie ändern?

Antwort: Oberste Priorität hat für mich Sicherung unseres Lebensraumes – Energiewende und Klimaschutz sind maximal voranzubringen! Deswegen: 

  • ambitionierte Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens 
  • mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien sowie Energiespeicherung 
  • Elektromobilität unter Berücksichtigung der Klimabilanz ernsthaft ausbauen 
  • Attraktiven ÖPNV aufbauen 

Wir wollen gesunde und agro-gentechnikfreie Lebensmittel von unseren Landwirten produziert: der ländliche Raum soll gefördert und regionale Wertschöpfungsketten gestärkt werden. Die Marktmacht der Handelsketten im Verhältnis zu den Erzeugern ist zu groß – die Politik muss dem durch ein starkes Kartellrecht gegensteuern und gleichzeitig die Eigenverantwortung der Landwirte fördern. Das beginnt bereits in der Ausbildung, wo zum Beispiel die Direktvermarktung und dgl. mehr zum festen Bestandteil gemacht werden soll. Es geht aber nicht ohne die Bürger, die ihr Verbraucherverhalten in der Verwendung von Plastikmaterial im Alltag oder im Fleischkonsum kritisch überdenken müssen: „Wir importieren Futtermittel aus Brasilien, exportieren dann Milchpulver nach Afrika und die Sch… bleibt bei uns!“ (sinngemäß aus dem Film „weiloisirgendwiazammhängd“)

18. Thema Wohnungsnot/sozialer Wohnungsbau:  Bezahlbare Wohnungen sind in unserer Region oft Mangelware. Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum schaffen und finanzieren?

Antwort:  Fördermittel für Kommunen und Privatpersonen im Bereich des sozialen Wohnungsbaus sind vorhanden und sollten bei Bedarf aufgestockt werden. Älteren, Geringverdienern und Familien muss es möglich sein, in ihrer vertrauten Umgebung wohnen zu bleiben. Die FW setzen sich u.a. für die Wiedereinführung der Eigenheimzulage ein. Aus eigenen Beobachtungen ist mir aufgefallen, dass im Zentrum vieler Ortschaften wertvolle Bausubstanz, meist in Form von großen Gasthäusern, nicht mehr genutzt wird. Oft verhindern hohe Steuerforderungen wegen der Betriebsaufgabe eine neue, sinnvolle Umnutzung. Hier sehe ich ein Potential, an dem die Politik weiterarbeiten kann. Den Bauern Land mit Steuervergünstigungen zu entlocken, halte ich nicht für zielführend. Auch die Einmischung der EU bei der Regelung für Bauland für Einheimische empfinde ich als Gemeinderätin als Bevormundung. Wir müssen vor Ort in der Lage sein, zum Wohle unserer einheimischen Bürger zu entscheiden und finanzierbares Bauland zur Verfügung stellen – sofern überhaupt welches zur Disposition steht. Letztendlich werden aber auch die ländlichen Gemeinden neue Wege gehen müssen und sich vom idyllischen Einfamilienhaus lossagen und neue Wege bei der Schaffung von Wohnraum gehen – der Flächenverbrauch ist einfach zu unergiebig.

19. Thema Flüchtlinge: Was läuft in der Flüchtlingspolitik gut, was schlecht? Wie würde Ihre Flüchtlings- und Integrationspolitik aussehen?

Antwort:  Die FREIEN WÄHLER stehen zum Asylrecht: verfolgte und Bürgerkriegsflüchtlinge genießen Schutz, bis die Lage in den Heimatländern eine Rückkehr zulässt. Sie sind Gäste auf Zeit. Flüchtlinge müssen in den Arbeitsmarkt integriert werden: zuerst mit intensiven Deutschkursen und im Anschluss mit maßgeschneiderten Aus- oder Weiterbildungsmaßnahme in Abstimmung mit der Bundesagentur für Arbeit, den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern und den Unternehmern. Das Gesetz „3 Jahre Ausbildung plus 2 Jahre Praxiszeit“ muss auch in Bayern umgesetzt werden – das ist die beste Entwicklungshilfe! Die notwendigen Mittel stellt hierfür der Bund bereit – nicht die Länder und nicht die Kommunen! 

Der Club of Rome konstatierte schon vor 20 Jahren: Wenn wir nicht nach Afrika gehen, kommt Afrika zu uns! Ein Leben im Wohlstand und Frieden können wir in Europa nur führen, wenn wir Dritt- und Schwellenländer als gleichwertige Partner ansehen und faire Handelsbedingungen ausarbeiten

20. Braucht Deutschland einen Regierungswechsel, eine neue Regierungskoalition? Welche und warum?

Antwort:  Ein „Weiter so!“ der jetzigen Regierung wird auf Dauer der Nachwelt große Probleme bereiten. Wir arbeiten stark nach dem Subsidiaritätsprinzip und wollen die Kommunen stärken, damit diese mehr Freiräume für bürgernahe Entscheidungen treffen können. Die Bürger sollen mehr in die politische Entscheidungsfindung einbezogen werden, d.h. mehr direkte Demokratie. Wir fordern mehr ethisches Handeln und Wirtschaft und Politik (z.B. Begrenzung der Mangergehälter, Anmietung von Spitzenpolitikern für Veranstaltungen verbieten, Karenzzeit nach ihrem Ausscheiden für Politiker von drei Jahren bevor sie eine Beschäftigung in Unternehmen aufnehmen können und ihre Netzwerke zur Verfügung stellen). 

Die FREIEN WÄHLER machen Politik für normale Bürger und sind eine bewährte Kraft der Mitte! Das Ziel für die BTW 2017 lautet: 5 Prozent!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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