Kandidatenvorstellung Bundestagswahl 2017

20 Fragen an Michael Linnerer (FDP)

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Michael Linnerer, FDP

Rosenheim/Landkreis - Am Sonntag, 24. September, wird in Deutschland ein neuer Bundestag gewählt. Im Wahlkreis Rosenheim (222) bewerben sich elf Kandidaten um das Direktmandat. Wir stellen alle Kandidaten einzeln vor - heute: Michael Linnerer (FDP).

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Die Antworten auf den Fragebogen von rosenheim24.de:

1. Name:

Antwort:  Michael Linnerer

2. Partei:

Antwort:  Freie Demokraten FDP

3. Alter:

Antwort:  37 Jahre (geboren 1. Januar 1980)

4. Wohnort:

Antwort:  83064 Raubling

5. Familienstand:

Antwort:  verheiratet

6. Beruf:

Antwort:  Diplom Informatiker & Projekt-Manager (Automotive-Bereich)

7. Anzahl Kinder:

Antwort:  2 Töchter (2 & 4 Jahre)

8. Politische Karriere:

Videos:

Antwort: Als Quereinsteiger aus der Wirtschaft stehe ich heute noch recht am Anfang meiner politischen Karriere. In ein paar Jahren kann ich Ihnen dazu sicherlich vielmehr erzählen, was ich positives für unsere Heimat bewirken konnte. Eines ist mir aber heute schon wichtig, als Netzaktivist und Politik-Blogger im Internet rege ich täglich viele Menschen zur eigenen Politischen-Meinungsbildung an, damit sie nicht einfach auf Propaganda hereinfallen, sondern hinterfragen und eigene Antworten finden.

9. Vorbilder in der Politik:

Antwort:  Hans-Dietrich Genscher

10. Was verbindet Sie mit unserer Region? Was ist das Besondere bei uns?

Antwort:  Ich bin in Rosenheim geboren, aufgewachsen in Rott am Inn, genoss in Rosenheim eine Ausbildung zum Kommunikationselektroniker/Funktechnik, absolvierte mein Abitur über den 2. Bildungsweg an der BOS Rosenheim, leistete meinen Zivildienst bei der Stiftung Attl, studierte an der FH Rosenheim technische Informatik, gründete in Rosenheim ein hochinnovatives Technologie-Unternehmen, referierte an der Hochschule Rosenheim und lebe heute mit meiner Ehefrau Karin und unseren beiden Töchtern (4 & 2 Jahre) in Raubling. Es ist also nicht übertrieben zu sagen, meine bisherigen 37-Lebensjahre verbinden mich mit unserer Heimat dem Landkreis und der Stadt Rosenheim.


Beruflich bin ich überdies hinaus weltweit und insbesondere sehr viel deutschlandweit unterwegs, so dass mir das Besondere unserer Heimat oftmals vor Augen geführt wird. Für mich ist das die Bodenständigkeit der Leute in unserer Heimat. Wir haben tolle und fleißige Menschen, hochqualifizierte Arbeitskräfte, etc. und dennoch findet man äußerst selten arrogante, abgehobene Zeitgenossen wie es leider manchmal in den Ballungszentren der Fall ist. Das erdet mich immer wieder und macht für mich unsere Heimat einzigartig.

11. Warum sollten die Bürger Ihnen ihre Stimme geben? Was sind Ihre Qualifikationen/Kompetenzen?

Antwort:  Als Diplom-Informatiker, Gründer eines hochinnovativen Start-Up Unternehmens, freiberuflicher Informatiker, Dozent an der FH Rosenheim und heute sehr erfolgreich tätiger Projekt-Manager im Automotive-Bereich sowie durch meine familiäre Verankerung mit Handwerks-, Kleinbetrieben und landwirtschaftlichen Betrieben verstehe ich bestens die Herausforderungen vor denen unsere Heimat gerade steht. Ich möchte für unsere Heimat die heute notwendigen zukunftsweisenden Akzente im Deutschen Bundestag setzen.

12. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele?

Antwort:  Beste Bildung: Talente und Begabungen müssen sich frühzeitig frei entfalten können, damit Jeder eine Chance zum sozialen Aufstieg hat. Bildung und Ausbildung schaffen die Voraussetzungen dafür. Das Elternhaus oder die Lebenssituation dürfen nicht allein für das Bildungsziel ausschlaggebend sein, sondern vorrangig eigenes Engagement und Leistungswille.

Faire Balance zwischen Bürger und Staat: Das bedeutet einen fairen Anteil der Bürgerinnen und Bürger am Wachstum, eine faire Einkommensteuer (Verschiebung der Tarife nach rechts), eine Belastungsgrenze für Steuern und Sozialabgaben, keine heimlichen Steuererhöhungen durch die „Kalte Progression (Tarif auf Rädern)“, die versprochene Abschaffung des Solidaritätszuschlags für alle, eine gerechte Erbschaftssteuer sowie ein wirksamer Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer.

Gemeinsam die globalen Herausforderungen meistern (Europäische Union): Die großen globalen Herausforderungen, denen wir aktuell in Deutschland gegenüberstehen, sind die Energiewende, die Flüchtlingskrise, der Spagat zwischen Sicherheit und Freiheitsrechten sowie der digitalisierte Binnenmarkt. Diese Aufgaben sind nur gemeinsam und im Konsens in einer gestärkten Europäischen Union zu lösen.

13. Was wollen Sie für die Menschen in der Region bewirken?

Antwort:  Die Digitalisierung verändert die klassischen Berufsbilder wie noch nie zuvor und schafft gleichzeitig neue Berufe und Arbeitsmethoden. 

Für unsere Heimat ist es essentiell, dass wir die Chancen nutzen, neue Technologien rechtzeitig in unserer Region und in Europa zu entwickeln und nicht mehr ausschließlich aus den USA oder Asien einzuführen. Von einer Innovations-und Technologie-Hochburg Rosenheim profitiert unsere gesamte Heimat, wir stellen uns zukunftssicher auf und wir können den weltweiten Konkurrenten im Kampf um Arbeitsplätze und Erfolg auf Augenhöhe begegnen.

14. Wie sieht Ihre Lösung für die Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel aus?

Antwort:  Als heutiger Anrainer (wohne in Pfraundorf) der B15, der A8 und A93, sowie der Zugstrecke Rosenheim-Innsbruck kann ich die Gegner der Zulaufstrecke verstehen, die sich um Ihre Natur und Heimat sorgen und ich spüre gleichzeitig die täglich zunehmende Transit-Belastung auf unseren Straßen und erkenne wie wichtig eine Verlagerung des Schwerlasttransfers von der Straße auf die Bahn ist.


Als sehr erfolgreicher Projektmanager musste ich leider bei dem kompletten Projekt „Nordzulauf Brennerbasistunnel“ auf deutscher Seite enorme Versäumnisse von Politik und DB feststellen. Insbesondere wurde die neutrale Validierung des zu erwartenden Verkehrsaufkommens nicht durchgeführt, die maßgeblich für die Kapazitätsberechnung und somit als Input-Größe für die Trassenauswahl erforderlich ist.


Um für unsere Heimat diese unbefriedigende Situation möglichst schnell aufzulösen, muss ein neutrales Gutachten die Faktenbasis schaffen und müssen unter neutraler Führung die Streitparteien zum konstruktiven Dialog wieder zusammengeführt werden. Die bisherigen Dialoge waren aufgrund fehlender neutraler Fakten von vornherein zum Scheitern verurteilt.

15. Thema Gerechtigkeit: Geht es in Deutschland gerecht zu? Sollten bestimmte Bevölkerungsschichten steuerlich entlastet/finanziell unterstützt werden? Welche und wie?

Antwort:  Gerechtigkeit kann es nur geben, wenn Chancengleichheit herrscht. Jeder, unabhängig vom Elternhaus, muss die Chance haben, sich frei entfalten zu können. Dazu müssen wir unseren Kindern das beste Rüstzeug in Form der besten Bildung und einer modernen, der Digitalisierung angepassten dualen Ausbildung mitgeben.


Wenn wir dann noch Fleiß belohnen anstatt ihn, wie heute, mit einer immensen Steuerlast zu bestrafen und dadurch, dass meine Forderungen umgesetzt werden, die Tarife der Einkommenssteuer „nach rechts“ zu verschieben, den Solidaritätszuschlag abzuschaffen und die heimliche Steuererhöhung durch der kalten Progression mit einem „Tarif auf Rädern“ entgegenzuwirken.

16. Thema Rente: Wie sieht Ihre Rentenpolitik aus? Renteneintrittsalter und Finanzierung (Stichwort: Generationenvertrag)?

Antwort:  In einer immer älter werdenden Gesellschaft (OECD sieht die Lebenserwartung meiner Töchter bei über 87Jahren) und in einer Arbeitswelt, in der immer weniger die klassischen Berufe aus dem vergangenen Jahrhundert vorherrschen - gepaart mit den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung - geht die Diskussion über starre Rentengrenzen am Zeitgeist vorbei. Wir brauchen eine grundlegende Reform, weg von starren Grenzen, hin zu individualisierten fließenden Übergängen von der Arbeitswelt in die Rentenwelt, je nach eigenen persönlichen Bedürfnissen und Voraussetzungen. Wichtig ist dabei die steuerliche Entlastung der Verdienste in der Übergangszeit, genauso wie die gleichwertige Wahlfreiheit der Vorsorge zwischen privater und gesetzlicher Rente.

17. Thema Ökologie/Klimaschutz: Sind wir hier auf dem richtigen Weg? Was sollte sich wie ändern?

Antwort:  Ökologie und Klimaschutz kennt keine Landesgrenzen. Ein so wie heute gestarteter Deutscher Alleingang kann und wird nicht zielführend sein. Vielmehr muss die Energiewende als gesamt-europäisches Projekt mit den Zielen Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltschutz gelöst werden. Dabei setze ich auf einen vielfältigen Energiemix mit einem zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien. Die Stromsteuer soll dabei auf ein europäisches Mindestmaß gesenkt werden. Nur durch Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit der eigenen Anstrengungen kann die EU notwendige globale Beiträge zum Klimaschutz bewirken. 


Die Politik ist darüber hinaus gut beraten, einzelne Technologien nicht ideologiegetrieben und zumeist unbegründet als heilsbringend zu verkünden oder sogar zu subventionieren aber gleichzeitig andere Technologien zu stigmatisieren.


Vielmehr ist die Politik zur sachlichen Neutralität verpflichtet, die auf Basis validierbarer wissenschaftlicher Untersuchungen Akzente, Regelungen und Belastungsgrenzen setzt.

18. Thema Wohnungsnot/sozialer Wohnungsbau:  Bezahlbare Wohnungen sind in unserer Region oft Mangelware. Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum schaffen und finanzieren?

Antwort:  Um wieder bezahlbaren Wohnraum zu schaffen muss zum einen der Eigenkapitalanteil (insbesondere für junge Familien aus der Mittelschicht) erhöht werden, indem ein Freibetrag von bis zu 500.000 € für die Grunderwerbsteuer eingeführt wird. Gleichzeitig müssen wir dafür Sorge tragen, dass unnötige Verteuerungen für das Bauen durch umstrittene Bauvorschriften der letzten Legislaturperiode (wie das EEG) wieder abgeschafft werden, sowie der Bürokratische-Aufwand minimiert wird (Chancen der Digitalisierung nutzen).


Staatliche Regulierungsversuche, wie die Mietpreisbremse, zeigten, dass sie wirkungslos sind und sogar durch gestiegenen Bürokratismus den gegenteiligen Effekt erzielen.

19. Thema Flüchtlinge: Was läuft in der Flüchtlingspolitik gut, was schlecht? Wie würde Ihre Flüchtlings- und Integrationspolitik aussehen?

Antwort:  In der Flüchtlingskrise läuft insbesondere das weltweit einzigartige Engagement der freiwilligen ehrenamtlichen Helfer und Helferkreise sehr gut.


Kontraproduktiv dagegen wirkt die fehlende gesamt europäische Strategie der Flüchtlingsverteilung. Es gibt viele Bekenntnisse aber keine Umsetzung zur Bekämpfung der Fluchtursachen – nach meiner Überzeugung müssen in der Nähe der Heimatländer für die Flüchtlinge unter UN-Mandat Schutzzonen mit ausreichender Sicherheit, Infrastruktur, Gesundheitsversorgung, Arbeitsmöglichkeiten und Schulen aufgebaut werden. Hier müssen wir Europäer zusammen mit anderen Verbündeten die Probleme angehen.


Vorrangig brauchen wir ein liberales Einwanderungsgesetz mit einem Punktesystem (vgl. Kanada), das Flüchtlingen, die sich vorbildlich integrieren (Sprache, Ausbildung, Beruf, Integrationswille) aber auch dringend benötigten Fachkräften die Möglichkeit gibt, langfristig ein Teil unserer Gesellschaft zu werden.

20. Braucht Deutschland einen Regierungswechsel, eine neue Regierungskoalition? Welche und warum?

Antwort:  Ja! Die Große Koalition ist in einen „Alles ist gut - Immer weiter so“-Kurs verfallen, der die aktuell anstehenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen insbesondere durch die Digitalisierung ignoriert.


Insbesondere im Bereich Bildung müssen wir unsere Kinder auf die globalen Herausforderungen vorbereiten – Informatik als Pflichtfach in den Schulen, duale Ausbildung modernisieren, Gründer-Boom vorantreiben, etc. damit wir zukünftig nicht nur die Konsumenten der neuen Technologien sind, sondern die Entwickler und Umsetzer, so dass bei uns die neuen Berufe und Chancen entstehen und keine Arbeitslosigkeit entsteht.

Deutschland braucht wieder eine liberale Partei im Bundestag (Regierung oder Opposition), um den Stillstand der Politik einer großen Koalition zu beenden und die Herausforderungen der Zukunft in der Wirtschafts-, Steuer-, Renten-, Energie-, Flüchtlings-, Sicherheits- und Europapolitik wieder mitzugestalten und eine wirksame Politik mit liberalem Einfluss zeitnah durchzusetzen. Unser Ziel ist, mehr Mut und Chancen für alle, die Leistungen für sich und die Gesellschaft in Deutschland einbringen wollen.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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