Kandidatenvorstellung Bundestagswahl 2017

20 Fragen an Sebastian Misselhorn (Die Linke)

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Sebastian Misselhorn, Die Linke

Rosenheim/Landkreis - Am Sonntag, 24. September, wird in Deutschland ein neuer Bundestag gewählt. Im Wahlkreis Rosenheim (222) bewerben sich elf Kandidaten um das Direktmandat. Wir stellen alle Kandidaten einzeln vor - heute: Sebastian Misselhorn (Die Linke).

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Die Antworten auf den Fragebogen von rosenheim24.de:

1. Name:

Antwort:  Sebastian Misselhorn

2. Partei:

Antwort:  DIE LINKE.

3. Alter:

Antwort:  19 Jahre

4. Wohnort:

Antwort:  Edling

5. Familienstand:

Antwort:  ledig

6. Beruf:

Antwort:  Auszubildender zum Gesundheits- & Krankenpflege

7. Anzahl Kinder:

Antwort:  Keine

8. Politische Karriere:

Antwort:  ab 2015 Mitglied der Linken Liste Wasserburg, ab 2016 Mitglied der Partei DIE LINKE, Januar 2017 Wahl zum Direktkandidaten für DIE LINKE. im Wahlkreis Rosenheim

9. Vorbilder in der Politik:

Antwort: Kurt Eisner, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg

10. Was verbindet Sie mit unserer Region? Was ist das Besondere bei uns?

Videos:

Antwort: Es gibt viele Dinge, die mich mit der Heimat verbinden, in der Ich aufgewachsen bin. Ob es die Berge, die gut erhaltene Natur oder die Herzlichkeit der hiesigen Bevölkerung ist, das kann Ich nicht genau sagen. Ich weiß nur, dass mich nach jeder Reise meiner Heimat ein Stück näher gefühlt habe.

11. Warum sollten die Bürger Ihnen ihre Stimme geben? Was sind Ihre Qualifikationen/Kompetenzen?

Antwort: Durch meine Arbeit habe Ich die Probleme in unserem Gesundheitswesen und in dem alltäglichen Leben vieler älterer Mitbürger hautnah erleben können. Außerdem kommt meine Generation in dieser Gesellschaft allzu selten zu Wort. Aus diesem Grund möchte Ich die Jugend dieses Land im Parlament repräsentieren und ihre Interessen vertreten.

12. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele?

Antwort: Eine gute und sichere Zukunft für die Jugend, die Reformierung des Gesundheitssystems samt der Finanzierung zum Nutzen aller und eine Stärkung der Arbeitnehmer- und Verbraucherrechte (Demokratisierung der Wirtschaft).

13. Was wollen Sie für die Menschen in der Region bewirken?

Antwort:  Wir leben in einer der reichsten Gegenden Deutschlands und in einer der schönsten Regionen Europas. Die Landwirtschaft, das eigentliche Markenzeichen Bayerns, ist von einem Höfesterben geprägt. Viele ältere Menschen sind von Altersarmut betroffen und den Jungen mangelt es an bezahlbarem Wohnraum. Entwicklung muss so gestaltet werden, dass alle Menschen daran teilhaben können und die Umwelt geschont wird. 

Das bedeutet u.a.: 
Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum in den Städten und Gemeinden der Region. Deshalb sollen mehr Mietwohnungen entstehen, welche durch eine Mietpreisbremse erschwinglich bleiben.
 Wir brauchen umweltfreundlicheren Verkehr. Das bedeutet für mich als erstes die Förderung des ÖPNV.
 Wir brauchen wohnortnahe Schulen für alle Kinder, mit einem Angebot zur Ganztagesbetreuung und einer Förderung für die schwachen und benachteiligten Kinder und Jugendlichen.
 Wir brauchen eine Landwirtschaft, die uns aus der Region mit guten Nahrungsmitteln versorgt und hilft unsere einzigartige (Kultur-)Landschaft zu erhalten.

14. Wie sieht Ihre Lösung für die Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel aus?

Antwort: Alle Infrastrukturprojekte müssen unter Beteiligung der betroffenen Bürger geplant werden. Mit dem Brennerbasistunnel sollen Güter und Personenverkehr von der Straße auf die Schiene gebracht werden. Falls es eine Mehrbelastung durch die Eisenbahn gibt, muss es gleichzeitig eine Entlastung beim Autoverkehr geben (Nachfahrverbote für LKW, Tempobegrenzung für PKW auf der Autobahn, …). Eine neue Eisenbahnstrecke östlich des Inn muss so gestaltet werden, dass für die Bewohner der anliegenden Gemeinden möglichst wenig Belastung durch Lärm entsteht und eine wesentliche Verbesserung der Anbindung mit der Eisenbahn geschaffen wird. Das wird auch dem Fremdenverkehr in diesen Gemeinden gut tun.

15. Thema Gerechtigkeit: Geht es in Deutschland gerecht zu? Sollten bestimmte Bevölkerungsschichten steuerlich entlastet/finanziell unterstützt werden? Welche und wie?

Antwort:  Nein, die Belastung aus Steuern und Sozialabgaben für die arbeitende Bevölkerung ist zu hoch. Die Veränderung der Alterspyramide wird absehbar die Sozialabgaben erhöhen. Deshalb müssen alle Einkommen, nicht nur die aus Arbeit sondern auch solche aus Vermögen (Aktiengewinne etc.) und allgemeine Steuern zur Finanzierung herangezogen werden. Die aktuellen Skandale und die Krisen der letzten Jahre haben bewiesen, dass es immer die Spitze der Gesellschaft, ist welche profitiert. Das darf so nicht sein.
Die Gleichberechtigung der Frauen in Beruf und Gesellschaft muss weiter gefördert werden.

16. Thema Rente: Wie sieht Ihre Rentenpolitik aus? Renteneintrittsalter und Finanzierung (Stichwort: Generationenvertrag)?

Antwort:  Wir wollen eine Erwerbstätigenversicherung einführen. Hier wird jedes Einkommen verrechnet (Selbstständige, Beamte usw.). Ebenso wollen wir die Riester-Rente samt der staatlichen Förderung in die gesetzliche Rentenversicherung überführen. Mit diesen Mehreinahmen wollen wir das Rentenniveau wieder auf 53% anheben. Das Renteneintrittsalter wollen wir wieder auf 65 Jahre senken.
Durch steuerliche Ausgleiche soll jedem Menschen eine Mindestrente von 1050€ zu Teil werden.

17. Thema Ökologie/Klimaschutz: Sind wir hier auf dem richtigen Weg? Was sollte sich wie ändern?

Antwort: Nein, der aktuelle „Diesel-Gate“ Skandal hat gezeigt, welche Kumpanei die Bundesregierung mit Klima schädigenden Unternehmen betreibt. Diese strukturelle Verschmutzung unseres Planeten zu Gunsten einiger weniger Konzerne muss gestoppt werden. 


Als Sofortmaßnahmen wollen wir auch die Subventionierung der Kohle-Industrie abschaffen.


Spätestens 2030 soll unsere Energieversorgung ohne Kohle und Atom nur aus regenerativen Energien möglich sein. 
Wir fordern auch einen Ausbau des ÖPNV. Wir wollen den Verkehr auf den Schiene, Radwegen und Fußgängerwegen anstatt im Flugzeug und auf der Autobahn fördern.
 Umwelt-, Landschafts- und Tierschutz muss bei allen Planungen und Entscheidungen berücksichtigt werden.

18. Thema Wohnungsnot/sozialer Wohnungsbau:  Bezahlbare Wohnungen sind in unserer Region oft Mangelware. Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum schaffen und finanzieren?

Antwort:  Wir setzen uns schon lange, kommunal und auf Bundesebene, für eine Rückkehr zum sozialen Wohnungsbau ein. Mit 5 Mrd. € wollen wir jährlich min. 250.000 bezahlbare Wohnungen schaffen. Bis zur Einführung einer wirksamen Mietpreisbremse sollen Mieterhöhungen gesetzlich unterbunden werden. Der Mietspiegel muss alle Mieten miteinbeziehen, nicht nur die der letzten 4 Jahre. Wer gegen den Mietdeckel verstößt muss stärker bestraft werden.

19. Thema Flüchtlinge: Was läuft in der Flüchtlingspolitik gut, was schlecht? Wie würde Ihre Flüchtlings- und Integrationspolitik aussehen?

Antwort:  Die Flüchtlingswelle hat viele Missstände in unserer Republik aufgedeckt. Während ehrenamtliche Helfer versuchen, die Integration möglich zu machen, wurden im Jahr 2016 921 Flüchtlingsunterkünfte angegriffen. Wir wollen Geflüchteten den Zugang zu Integrations- und Sprachkursen unabhängig vom Aufenthaltsstatus erleichtern.
Dem massenhaften Sterben im Mittelmeer kann nur durch legale Fluchtrouten Abhilfe geleistet werden. Langfristig wollen wir Fluchtursachen durch das Verbot von Waffenexporten und die Beendigung von Freihandelsabkommen mit Afrikanischen Staaten reduzieren. 

Egal ob Flüchtlinge später zurückkehren, oder integriert bei uns bleiben. Sie werden zu Botschaftern für unser Land, unsere Kultur, Lebensweisen und unsere Wirtschaft, wenn wir Sie gut behandeln.

20. Braucht Deutschland einen Regierungswechsel, eine neue Regierungskoalition? Welche und warum?

Antwort: Ja, dass es viele Bereiche gibt, die in unserer Gesellschaft zu kurz kommen symbolisiert auch dieser Fragebogen. Bildung, Jugend und Kultur werden nicht thematisiert, obwohl diese Bereiche unsere Zukunft maßgeblich prägen.


Die großen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte konnten durch die letzten Regierungen gar nicht, oder nur unzureichend gelöst werden. Sei es der demographische Wandel, die Digitalisierung oder die Globalisierung. All diese Themenkomplexe benötigen progressive Konzepte um die Partizipation eines jeden Einzelnen in dieser Gesellschaft zu erhalten und zu fördern. Wir brauchen ernsthafte Lösungen für ernsthafte Probleme. Nicht etwa Gerede über Leitkultur oder ähnliche Phrasen der populistischen Nähkästchen aus denen allzu gerne geplaudert wird.


Die Koalition, welche diese Probleme angehend wird, muss auf jeden Fall frei von Lobbyinteressen und der vorherrschende Macht der Wirtschaft sein. Aus diesem Grund bin ich bei der LINKEN. Wir lehnen Unternehmensspenden und Lobbyismus konsequent ab. Mir persönlich ist jeder politische Partner recht, der diese Bedingungen akzeptiert.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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