Bundestagswahlkampf

CDU attackiert Schulz: "Keine Inhalte, kein Konzept"

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Martin Schulz soll als Kanzlerkandidat der SPD gegen Angela Merkel ins Rennen gehen. Foto: Christian Charisius

Berlin - Die SPD ist in den Umfragen stark geklettert. Die Union scheint nervös zu werden - und schaltet um auf Angriff.

Die CDU hält dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz Profillosigkeit vor und will den neuen Hoffnungsträger der Traditionspartei nun härter angehen. "Kein Mensch weiß, wofür der Kandidat Schulz steht", sagte Generalsekretär Peter Tauber der "Welt am Sonntag".

"Die rot-grünen Länder verweigern sich bei Abschiebungen. Was sagt der Kandidat Schulz dazu?", fragte er. Sich bei Twitter und Facebook feiern zu lassen, ersetze kein Programm.

Auch Vize-Parteichef Thomas Strobl sagte, Schulz müsse erst klarmachen, für was er und für was die SPD mit ihm steht. Die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Kartenbauer, sagte ein baldiges Ende des SPD-Höhenflugs in den Umfragen voraus. "Das war beim letzten Kanzlerkandidaten auch so. Insofern ist die Entwicklung nicht außergewöhnlich. Außergewöhnlich ist für mich nur das Ausmaß der Erleichterung über den Abgang von Sigmar Gabriel."

Dagegen sieht EU-Kommissar Günther Oettinger in der Nominierung von Schulz einen Gewinn für die "parlamentarische Demokratie". "Es stärkt beide Volksparteien, weil es das Duell Merkel-Schulz in den Mittelpunkt rückt und die SPD aus ihrem 20-Prozent-Elend bringt", sagte er der "Bild am Sonntag". Am meisten Sorgen müssten sich die kleinen Parteien Linke, Grüne und AfD machen: "Wenn zwei Elefanten im Raum stehen, haben die Mäuse ein Problem."

Die SPD ist in den Umfragen stark auf um die 30 Prozent geklettert und liegt damit so nah an der Union wie seit Jahren nicht. Im Sonntagstrend, den Emnid wöchentlich für "Bild am Sonntag" erhebt, erreicht die Partei sogar 32 Prozent - plus 3 Punkte zur Vorwoche. Diesen Wert habe die SPD zuletzt 2006 erreicht, schrieb das Blatt.

Der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, sagte der Zeitung: "Ab jetzt muss Martin Schulz gestellt werden. Seine Schonzeit ist vorbei. Ich sehe keine Inhalte, kein Konzept, keine Vision für unser Land bei Martin Schulz."

Am Samstag hatte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann ungewöhnlich bissige Äußerungen von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) über Schulz zurückgewiesen. Ein Vergleich von Schulz mit US-Präsident Donald Trump sei "hanebüchen und abwegig", sagte Oppermann. "Wenn ein intelligenter Mann wie Herr Schäuble so etwas sagt, dann zeigt das, dass die Not bei der Union groß ist."

Schäuble hatte dem "Spiegel" unter anderem gesagt: "Wenn Schulz seine Unterstützer 'Make Europe great again' rufen lässt, dann ist das fast wortwörtlich Trump."

dpa

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