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Klare Worte bei Lanz-Talkshow

CDU-Mann Geißler nimmt de Maizières „Leitkultur“ auseinander 

CDU-Politiker Heiner Geißler (links) und Tote Hosen Sänger Campino (rechts) beim Talk von Markus Lanz

Hamburg - Mit seinem Zehn-Punkte-Plan zur deutschen Leitkultur hat Thomas de Maizière eine hitzige Debatte ausgelöst. Kritik kommt nun ausgerechnet von CDU-Legende Heiner Geißler.

Vergangenen Sonntag hat Innenminister Thomas de Maizière in einem Gastbeitrag in der „Bild am Sonntag“ zehn Thesen zur deutschen Leitkultur vorgestellt. Laut de Maizière wollte er damit zur Diskussion einladen. 

Von seiner eigenen Partei erhielt de Maizière vornehmlich Zustimmung zu seinem Plan. Doch nun äußerte sich ausgerechnet CDU-Legende Heiner Geißler in der Talkrunde von Markus Lanz und ließ kein gutes Haar an dem Beitrag des Innenministers. 

Geißler über das Hände schütteln: „Das stimmt gar nicht“

In einer seiner Thesen beschrieb de Maizière die angeblichen sozialen Gewohnheiten der Deutschen: „Wir sagen unseren Namen. Wir geben uns zur Begrüßung die Hand.“ Geißler hielt das für Unsinn: „Das stimmt ja gar nicht“, sagte er in der Talkshow und schob hinterher: „Die Kids klatschen sich ja ab, und die Elite gibt sich Küsschen. Immer mehr sagen auch die Ärzte, man soll das Händeschütteln bleiben lassen.“

Ähnlich hatte sich auch der ehemalige CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz zu dem Zehn-Punkte-Plan von de Maizière geäußert. In einem Gastbeitrag in der HuffPost schrieb er, Thomas de Maizière wolle mit seinem Zehn-Punkte-Plan festlegen, was zur deutschen Leitkultur gehöre. „Aber diese Gepflogenheiten haben sich im Laufe der Zeit geändert und sie ändern sich weiter. Mit einem eher statischen Leitkultur-Begriff werden diese Prozesse nicht erfasst", schrieb er.

„Das Grundgesetz ist unsere Leitkultur“ so Geißler

Die Kritik von Geißler an dem Begriff „Leitkultur“ ist nicht neu. Bereits 2000 kritisierte er: „Das ist ein Begriff, da kann sich jeder Nazi dran abstützen.“ Diese scharfen Worte wiederholte Geißler in dem Talk zwar nicht, dennoch stellte er klar: Der Begriff Leitkultur sei „missverständlich“.

Denn nach Auffassung des CDU-Politikers sei diese schon längst definiert: „Da wird der Versuch unternommen, zu definieren, was Deutsch ist. Wir gehen ja davon aus, dass es einen Verfassungspatriotismus gibt. Das Grundgesetz ist unsere Leitkultur. Jetzt meint er (de Maizière) aber, dass es darüber noch Dinge gibt, die typisch Deutsch sind." 

Tote Hosen Sänger Campino, der ebenfalls bei dem Talk anwesend war, stimmte Geißler bei seinen Ausführungen zu.  Laut ihm gehe es vor allem darum andere auszugrenzen: „Dass wir 'nicht Burka' sind … ich glaube nicht, dass Vollverschleierung eines der krassesten Probleme ist, die wir in diesem Land haben.

„National ist kein Grundwert“

Der Sänger und der CDU-Politiker waren sich aber auch noch in einem anderen Punkt einig: Beide warnten davor die Debatte zu stark national aufzuladen. Geißler wurde auch hier konkret: Nationalstolz sei laut ihm „eine der sieben Hauptsünden“: „Stolz kann man nicht sein, das ist ja Unsinn. Das ist mit Überheblichkeit verbunden, anderen Nationen gegenüber."

Und die Kritik von Geißler wurde noch härter: „National ist kein Grundwert. National waren die Nazis, national waren die Kommunisten, national war der Erdogan, national ist der Trump. Nationalität ist x-beliebig, die kann man in jede Ideologie einbauen.“

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