“Ich war hin- und hergerissen“

Chef der britischen Liberaldemokraten tritt zurück

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Der Chef der Liberaldemokraten, Tim Farron, hat seinen Rücktritt vom Parteivorsitz angekündigt.

Bereits in der Vergangenheit musste sich Tim Farron immer wieder kritischen Fragen zu seinem Glauben stellen - weil er Politik und Religion nicht vereinbaren konnte, stellt er nun sein Amt zur Verfügung. 

London - Nach der Parlamentswahl in Großbritannien hat der Chef der Liberaldemokraten, Tim Farron, seinen Rücktritt vom Parteivorsitz angekündigt. Seine politische Rolle sei mit seinem christlichen Glauben nur schwer vereinbar gewesen, begründete der 47-Jährige am Mittwoch seine Entscheidung. Er werde die Partei aber noch bis zum Beginn der parlamentarischen Sommerpause am 20. Juli führen.

Die Liberaldemokraten hatten bei der Parlamentswahl am vergangenen Donnerstag vier Sitze hinzugewonnen, waren aber hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben.

„Ich war zwischen meinem Leben als gläubiger Christ und meiner Rolle als politischer Führungspersönlichkeit hin- und hergerissen“, sagte Farron. Es sei ihm unmöglich gewesen, der Chef einer fortschrittlichen, liberalen Partei zu sein und zugleich an den Lehren der Bibel festzuhalten.

Im Wahlkampf hatte sich Farron wiederholt kritischen Fragen zu seinem Glauben stellen müssen. So fragte ihn etwa eine Fernsehmoderatorin, ob er Homosexualität für eine Sünde halte. Farron antwortete mit „Nein“. In der Vergangenheit war er ähnlichen Fragen ausgewichen.

Der schwule innenpolitische Sprecher der Liberaldemokraten, Brian Paddick, war am Mittwoch wegen Bedenken über Farrons „Ansichten zu verschiedenen Fragen“ zurückgetreten.

dpa

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