In neuem Film

„Der Kampf ist nicht gewonnen": ZDF-Moderator Claus Kleber warnt vor gefährlicher Entwicklung

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ZDF-Mann Claus Kleber hat den Film „Unantastbar“ gedreht.
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Der ZDF-Journalist Claus Kleber hat einen Film gedreht. Für diesen hat er viele Länder bereist, um die Lage der Menschenrechte zu dokumentieren. Er warnt vor weiteren Einschränkungen.

Mainz - Zum 70. Jahrestag der UN-Menschenrechtserklärung hat Claus Kleber seinen Film „Unantastbar“ gedreht, darin beschreibt er, wie es um die Menschenrechte in den momentan politisch aufgewühlten Zeiten steht. Der ZDF-Journalist hat zahlreiche Länder wie China, Myanmar und die Türkei besucht. Er sprach unter anderem mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Gauck, Ex-US-Außenministerin Madeleine Albrigth und dem chinesischen Politikwissenschaftler Zhang Weiwei.

Neue Generation von Führern stelle Demokratie und Menschenrechte infrage

„Der Kampf ist nicht gewonnen", sagt Kleber in seinem Film, den er zusammen mit Angela Andersen gedreht hat. „Er muss weitergehen, denn selbst das Erreichte ist in Gefahr."

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Eine neue Generation von Führern stelle Demokratie und Menschenrechte infrage. Bei den Dreharbeiten in Indonesien machte Claus Kleber selbst Erfahrungen mit staatlicher Kontrolle: „Das Land hätte uns sehr interessiert, weil der fundamentalistische Islam dort auf dem Vormarsch ist", erklärt der ZDF-Mann. „Uns wurde letztlich das Visum zugesagt - mit der Auflage, dass beim gesamten Dreh ein Beamter des Innenministeriums dabei sein wird. Daraufhin haben wir verzichtet, die Menschen hätten nicht mehr mit uns geredet."

Kleber: „Die Entwicklung ist sehr gefährlich“

Der ZDF-Moderator sprach mit der dpa über seinen neuen Film. Er befürchtet, dass in vielen Ländern die Einschränkung der Pressefreiheit und anderer Menschenrechte zunimmt. „US-Präsident Donald Trump geht mit seinen Mitteln da ran – bisher war das hauptsächlich diese 'Fake-News-Brüllerei'. Dann macht er, was alle totalitären Herrscher machen: die freie Presse zerstören", sagt Kleber. „Trump versucht, dem Vertrauen der Bürger in eine faire Qualitätsberichterstattung den Boden zu entziehen. Diese Entwicklung ist sehr gefährlich, weil eine Bevölkerung, die nichts mehr glaubt, am Ende alles glaubt, und zwar demjenigen, der am lautesten brüllt."

Gefährliche Beispiele in Europa

Auch in Europa sieht er gefährliche Beispiele, wie Ungarns Premier Viktor Orbán, den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und Jarosław Kaczyński, Chef von Polens PiS-Partei. „Sehen Sie Orbán, die Pressegesetze, sehen Sie die Inbesitznahme der Presse in Polen, sehen Sie Erdoğan mit den meisten inhaftierten Journalisten auf der Welt", sagt der ZDF-Journalist. Bei Trump beginne der „teuflische Mechanismus" mit dem Aussondern von Minderheiten, dem Schaffen von Sündenböcken und dem Aufpeitschen von Emotionen. „Der nächste Schritt folgt: das Zerbrechen der Kontrollmechanismen, die unabhängigen Gerichte und die freie Presse. Gegen beide geht man vor – Erdoğan mit Gefängnis, Trump mit „Fake News", Orbán und Kaczyński mit der Besetzung der wesentlichen Kanäle mit Gefolgsleuten." Das könne und müsse man aufhalten, sagt Kleber der dpa.

Richtiger Zeitpunkt für Dokumentation

Für Claus Kleber ist jetzt der richtige Zeitpunkt für so eine Dokumentation: „Die Menschenrechtserklärung von 1948, dieses grandiose Dokument, wird im Dezember 70 Jahre alt. Es geht aber nicht zuerst um ein Jubiläum – da würde man auch eher auf 75 Jahre warten. ARTE und ZDF haben gesagt: Das Thema ist gerade jetzt enorm wichtig – wir machen es jetzt!“

md

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"Unantastbar" ist ab dem 27. November in der ZDF-Mediathek zu sehen, am Abend wird er auf Arte ausgestrahlt – später kommt er auch noch ins ZDF.

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