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Gesellschaftliche Akzeptanz

Coronavirus: Weiterer Lockdown? Wäre für einige „fatal" - Experte nennt Bedingungen

Wäre ein weiterer Lockdown in Deutschland möglich? Ja, sagt ein Experte und erklärt die Voraussetzungen.

  • Das RKI warnt vor den steigenden Corona-Fallzahlen.
  • Die Angst vor einem weiteren Lockdown steigt.
  • Ein Experte erklärt nun, ob die deutsche Bevölkerung weitere Schließungen akzeptieren würde.

Berlin - Vor dem Hintergrund der steigenden Coronavirus-Fälle steht die Frage im Raum, ob es bald einen zweiten Lockdown in Deutschland geben wird. Zwar war die zweite Welle erst für den Herbst befürchtet, jedoch warnt das RKI schon jetzt vor einer Trendumkehr - womöglich aufgrund der weitreichenden Lockerungen.

Zweite Corona-Welle? Neuinfektionen schocken Bevöklerung nicht mehr so

Doch bedenkt man, wie schnell nach Einführung des Mund-Nasen-Schutzes Rufe nach Lockerungen laut wurden, ist fraglich, ob ein weiterer Lockdown überhaupt möglich ist, ob die Bevölkerung diese akzeptieren würde.

„50 Neuinfektionen erschrecken die Leute heute nicht mehr. Im Januar waren das große Zahlen. Bei vier Millionen Infizierten in den USA und 150.000 Toten erscheinen sie heute aber verschwindend gering“, erklärt Soziologe und Risikoforscher Ortwin Renn im Gespräch mit Focus. „Wir gewöhnen uns schnell an neue Zustände, die wir noch vor sechs Monaten als absolute Ausnahme angesehen haben.“ Zudem signalisierten die leeren Krankenhäuser, Kliniken und das zunehmende Gefühl von Alltag „trotz Pandemie* Normalität.“ Wäre ein weiterer Lockdown dennoch umsetzbar?

Coronavirus: Experte spricht über weiteren Lockdown

Renn hält erneute Schließungen der Wirtschaft und ähnlichem für möglich. Nach wie vor seien mehr als 70 Prozent der Deutschen bereit, wieder strengere Corona*-Regeln mitzutragen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.

Allerdings müssten dazu drei Aspekte gegeben sein. „Einerseits muss aus der Fachwelt eindeutig das Signal kommen: Das ist jetzt die zweite Welle und nicht mehr nur kleinere, lokale Ausbrüche“, erklärt der Experte laut focus.de. „Zweitens muss die Politik diese Auffassung wie bisher konsistent und glaubwürdig sowohl auf Landes- wie Bundesebene vertreten.“ Zudem müsse die Politik einen „Eskalationsplan vorlegen“, der der Bevölkerung anzeigt, wie lange welche Maßnahmen ausgehalten werden müssen, aber auch, „die wirtschaftliche Existenz der Menschen während dieser Zeit sicher.“ Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, droht Ablehnung gegen Corona*-Regeln, wodurch das Infektionsgeschehen nicht mehr so leicht eingedämmt werden kann.

Coronavirus: Wirtschaftliche Existenz sichern besonders wichtig

Um die Motivation der Bevölkerung, wenn es um den Infektionsschutz geht, nicht zu riskieren, sei finanzielle Unterstützung besonders wichtig. Während einige Menschen den Lockdown zwar als unangenehm bewertet haben, andere wirtschaftlich nur geringe Einbußen haben, gibt es auch diejenigen, deren Existenz durch den Lockdown gefährdet wurde.

Gerade für letztere wären weitere Schließungen fatal. Und sie könnten deren Motivation beeinträchtigen. „Eine Mehrheit könnte den Lockdown dann vielleicht rational nachvollziehen, aber nicht mehr bereit sein, die wirtschaftlichen Folgen zu tragen und zum Beispiel den Betrieb für mehrere Wochen stillzulegen.“ Gegenwirken könne die Politik mit einem Plan, wie die wirtschaftliche Existenz der Betroffenen trotz weiterer Schließungen gesichert werden könnte.

Während Wissenschaftler unter Hochdruck an Methoden rund um das Coronavirus forschen, verleugnen manche Menschen die Pandemie. Die Initiative „Querdenken 711“ spricht von 500.000 Teilnehmern bei einer Corona-Demo in Berlin.* Die Länderchefs sind sich unterdessen uneins bei einer Linie für private Feiern in der Pandemie. Ein zweiter Lockdown wäre für die deutsche Wirtschaft eine Katastrophe, ist sich indes Wirtschafsweisen-Chef Lars Feld sicher. Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa

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