Verteidiger fordert Freispruch

Dämpfer für Anklage bei Terrorprozess gegen Islamist Lau

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Prozess gegen Islamist Sven Lau

Saß der Islamist Sven Lau gar nicht im Flieger auf dem Weg in die Türkei? Eigentlich war die Beweisaufnahme bereits vor mehreren Wochen geschlossen worden, nun wurde sie überraschenderweise wieder eröffnet.

Düsseldorf - Im Terrorprozess gegen den Islamistenführer Sven Lau sind an einem der Anklagevorwürfe Zweifel aufgekommen. Wie der Vorsitzende Richter am Düsseldorfer Oberlandesgericht, Frank Schreiber, am Mittwoch mitteilte, saß der Islamist, der mit Laus Hilfe nach Syrien gelangt sein soll, nicht in dem von den Ermittlern benannten Flieger in Richtung Türkei. Er sei nicht auf der Passagierliste vermerkt. Die Anklagevertreter der Bundesanwaltschaft äußerten sich dazu am Mittwoch nicht. Der in der Anklage benannte Islamist hatte Lau zuvor schon in seiner Aussage in Schutz genommen. Mit seiner Reise ins Kriegsgebiet habe Lau nichts zu tun gehabt.

Das Gericht hatte die Beweisaufnahme bereits vor mehreren Wochen geschlossen, nach Beweisanträgen im Plädoyer von Laus Verteidiger Mutlu Günal aber überraschend wieder eröffnet und weitere Prozesstage angesetzt. Laut Anklage sollen mit Laus Hilfe zwei Islamisten von Deutschland aus in die Reihen der islamistischen Terrorgruppe Jamwa gelangt sein. Lau bestreitet dies nachdrücklich. Ihm wird außerdem vorgeworfen, die Terrormiliz mit Geld und Nachtsichtgeräten unterstützt zu haben.

Die Bundesanwaltschaft hatte bereits sechseinhalb Jahre Haft für Lau gefordert. Dessen Verteidiger hatte einen Freispruch beantragt.

dpa

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