Weniger Asylbewerber als 2015

De Maizière und Weise stellen Asyl-Statistik für 2016 vor

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Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und der damalige Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Frank-Jürgen Weise bei der Vorstellung der Asyl-Statistik im Frühjahr. 

Berlin - Im vergangenen Jahr sind deutlich weniger Asylbewerber nach Deutschland gekommen als 2015. Wie viele es genau waren, geben Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und der ehemalige Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Frank-Jürgen Weise, in Berlin bekannt.

Die Bundesregierung veröffentlicht am Mittwochmittag die Zahlen der im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommenen Asylbewerber sowie der Entscheidungen über Asylanträge. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will die Statistiken gemeinsam mit dem Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Frank-Jürgen Weise, in Berlin vorstellen. Klar ist, dass die Zahl der eingereisten Asylbewerber im Vergleich zu 2015 deutlich zurückging. Bis Ende November 2016 wurden 304.929 Flüchtlinge neu registriert, 2015 waren es insgesamt 890.000 Menschen gewesen. Die Zahl der 2016 gestellten Asylanträge betrug von Januar bis November 723.027. Davon waren viele Antragsteller aber bereits 2015 eingereist.

Immer wieder beklagen Politiker, dass die Identität vieler Flüchtlinge in Deutschland nach wie vor ungeklärt sei. Zwar sind nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) inzwischen alle Flüchtlinge hierzulande eindeutig anhand ihrer Fingerabdrücke erfasst und registriert. Doch das Klären ihrer Identität ist eine viel schwierigere Aufgabe - sie ist Teil des Asylverfahrens. Und derzeit stapeln sich im BAMF noch mehr als 400.000 nicht entschiedene Verfahren.

REGISTRIERUNG: Anhand der Fingerabdrücke, die jeder Asylbewerber spätestens bei der Antragstellung abgeben muss, erkennt die Nürnberger Behörde, wenn jemand verschiedene Namen benutzt. Zu diesen „Mehrfachidentitäten“ können auch Schreibfehler oder zulässige unterschiedliche Schreibweisen eines Namens führen. „Diese Alias-Identitäten werden bei uns alle gelistet, miteinander verknüpft und nicht gelöscht“, erläutert eine BAMF-Sprecherin. „Wir sehen, wenn jemand einen anderen Namen oder ein anderes Herkunftsland angibt.“ So war der Berliner Attentäter Anis Amri in Deutschland mit 14 verschiedenen Identitäten unterwegs, was dem BAMF bekannt war.

IDENTITÄTSKLÄRUNG: Dies ist deutlich schwieriger: Denn nur etwa 40 Prozent der Antragsteller haben nach Schätzungen des BAMF ein Identifikationsdokument bei sich. Dieses wird genau überprüft - bei Zweifeln auch von Experten in der Nürnberger Zentrale.

Wenn die Menschen jedoch keine Papiere bei sich haben, folgt eine aufwendige Prüfung. Um ein neues Dokument ausstellen zu können, wird etwa das Herkunftsland angeschrieben. Außerdem wurde beim Bundesverwaltungsamt eine Datenbank für gefundene Pässe eingerichtet.

Um die Angaben der Asylbewerber zu prüfen, fragen die Mitarbeiter des BAMF sie in ihrer Anhörung etwa nach Sitten und Bräuchen, aber auch nach Orten in ihrem angegeben Herkunftsland. Wenn ein Mann zum Beispiel vorgibt, Student aus Damaskus zu sein, aber nicht weiß, in welchem Stadtteil dort die Universität liegt, ist das verdächtig. Die Angaben des Schutzsuchenden könnten außerdem „durch das Auswärtige Amt, Botschaften und in bestimmten Ländern auch durch eigenes Verbindungspersonal vor Ort überprüft werden“, erklärt das BAMF. Auch Sprachgutachten sind möglich.

ILLEGAL EINGEREIST: Laut BAMF kann es auch „Einzelfälle“ geben, in denen es Menschen darauf anlegen, gar nicht ins Asylverfahren zu kommen und sich bei keiner Behörde melden. Sie bleiben sozusagen unter dem Radar. Das sei jedoch nicht Sache des BAMF, sondern von Polizei und Sicherheitsbehörden, so die Sprecherin.

dpa

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